Die Eifel-Höhen-Route ist ein Radwanderweg, der auf einem 230 Kilometer langen Rundkurs durch die Nordeifel führt. Dabei umrundet er den Nationalpark Eifel mit seinen großen Stauseen, durchquert den Naturpark Hohes Venn-Eifel und stattet den Flüssen Ahr, Urft, Kyll und Rur einen Besuch ab. Der Routenverlauf ist geprägt durch die Naturlandschaften der Eifel, bietet aber auch einige historische Orte wie Monschau und Blankenheim sowie die ehemalige NS-Ordensburg Vogelsang. Die Route verläuft vorwiegend auf Rad- und Wirtschaftswegen, teilweise aber auch auf kleineren Straßen. Für Rennräder ist die Route nur abschnittsweise geeignet. Von den konditionellen Anforderungen wird sie als „sportlich“ beschrieben. Die Route ist in beide Richtungen einheitlich mit dem Radwege-Logo beschildert.
Streckenverlauf Blankenheim–Monschau–Heimbach–Blankenheim Charakteristik Der Rundweg bewegt sich in Mittelgebirgslagen zwischen und und ist durchweg hügelreich. Dabei bleiben die Anstiege aber größtenteils mit weniger als 5 % moderat. Nach Blankenheim ist allerdings gleich eine Steigung von 5 % auf etwa 1 km Strecke zu bewältigen. Danach geht es hügelig (ein Anstieg bis 7 %) weiter über Ahrhütte im Ahrtal nach Alendorf. Ab dort gibt es dann einen längeren Anstieg mit bis zu 7 % bevor Dahlem erreicht wird. Die nächsten 35 km geht es dann relativ gemütlich zu (nur kurze Anstiege bis maximal 6 %), bevor auf halber Strecke zwischen Hellenthal und Kalterherberg noch mal auf etwa 2 km ein Anstieg mit um die 7 % Steigung überwunden werden muss. Ab Kalterherberg, wo er auch auf die Vennbahn trifft, verläuft die Route zusammen mit dem RurUfer-Radweg bis Heimbach über eine familienfreundliche Strecke. Ein paar Anstiege können vermieden werden, wenn auf diesem Teilabschnitt dem RurUfer-Radweg statt der Eifel-Höhen-Route gefolgt wird. Hinter Heimbach wird die Route dann entlang der nördlichen Grenze des Nationalparks Eifel sportlich. Mehrere Anstiege zwischen 5 % und 8 % sind zu bewältigen, bevor Mechernich erreicht wird. Der letzte Abschnitt des Rundkurses führt mit noch einmal rund 5 % Steigung nach Keldenich, danach hinunter ins Urfttal, fast flach nach Nettersheim und Blankenheim-Wald, bevor nach einem letzten leichten Anstieg wieder Blankenheim erreicht wird.
Durch den Nationalpark Eifel gibt es eine Alternativroute, die von Rurberg über Gemünd und Kall nach Wallenthal führt.
Die Eifel-Höhen-Route ist durchgängig ausgeschildert. Der größte Teil der Strecke ist asphaltiert oder betoniert, der restliche Teil führt über wassergebundene Decken oder naturbelassene Waldwege. Die Routenführung erfolgt fast ausschließlich über Rad- oder Wirtschaftswege. Einige Verbindungsstrecken verlaufen auf Nebenstraßen.
Mit der Bahn ist die Eifel-Höhen-Route über die Bahnstrecke Köln-Trier oder die Bahnstrecke Düren–Heimbach zu erreichen. Der ADFC klassifiziert sie wie folgt: Die Oberfläche ist zu ca. 60 % geeignet für Rennrad, ca. 40 % für Tourenrad. Die Schwierigkeit wird mit ca. 25 % leicht, ca. 70 % mittel, ca. 5 % schwer angegeben (aus: leicht 0–2 %, mittel 2–6 %, schwer 6–10 %, sportlich >10 %). Die Verkehrsbelastung wird „keine bis gering“ (aus: „keine bis gering“, mäßig, hoch) angegeben
Blankenheim–Hellenthal
Der erste Abschnitt ist etwa 68 km lang und hat rund 926 Höhenmeter Anstiege.
In Blankenheim entspringt die Ahr unterhalb eines Fachwerkhauses. Bei einem Rundgang durch das mittelalterliche Städtchen können die 500 Jahre alte spätgotische Pfarrkirche, die Stadttore, die Burg und das Eifelmuseum besucht werden. Von Blankenheim führt der Weg hinauf zur Mühlheimer Heide. Von dort verläuft die Route bergab durch das Dorf Mühlheim bis zur Mühlheimer Mühle. Durch Wälder und Wiesen geht es weiter über eine Anhöhe (ca. 70 Höhenmeter), vorbei am Freilinger See (K41) hinunter nach Freilingen. Weiter auf der ruhiger Kreisstraße 41 führt die Route über einen leichten Anstieg nach Lommersdorf. Abseits dieser Landstraße führt der Weg jetzt hinunter ins Ahrtal und zusammen mit dem Ahr-Radweg, leicht ansteigend, nach Ahrhütte. Hier verlässt die Eifel-Höhenroute das Ahrtal wieder und führt mit etwa 2,8 % Steigung und über rund 75 Höhenmeter hinauf nach Dollendorf mit seiner Burgruine. Über leichtes Gefälle führt der Weg jetzt ins Lampertstal und in ihm entlang des Bachlaufs, durch Wald und Wiesen über eine leichte aber langgezogene Steigung (ca. 100 Höhenmeter auf 5 km) zur Ortschaft Alendorf. Die Route führt hier unmittelbar am Kalvarienberg vorbei. Dieser gehört zum größten Wacholder-Schutzgebiet in Nordrhein-Westfalen. Seit 1953 steht die Flur Kalktriften in der Gemarkung Alendorf unter Schutz. Auf dem kalkigen Untergrund haben sich Pflanzen von großer Seltenheit entwickelt. Die Route führt dann rund 2 km mit stärkerer Steigung (max. 6 %) auf der K 43 nach Ripsdorf. Von hier geht es jetzt hinunter zum Schaafbach und zur Ripsdorfer Mühle. Nach gut 1 km wird hinter der Kläranlage das Tal des Schaafbachs verlassen und ein etwa 5 km langer Anstieg führt mit zum Schluss bis zu 7 % Steigung über die Ortschaft Waldorf auf den Hahneberg. Jetzt geht es nur noch abwärts durch Wiesen und Felder nach Dahlem, womit die ersten 40 km des Rundkurses absolviert sind. In Dahlem führt die Route am Bahnhof vorbei. Dieser liegt an der Eifelstrecke, die Köln und Trier verbindet. Der Weg aus Dahlem führt über die Ursprungstraße, wobei wieder einmal Anstiege zu bewältigen sind. Erst auf etwa 3 km rund 3 % Steigung und dann noch einmal etwas flacher mit 2,5 % auf etwa 4 km Strecke. Dabei führt der Weg vorbei an der ehemaligen Trappistinnenabtei Maria Frieden, der einzigen Abtei der schweigenden Nonnen in Deutschland (seit 2022 in Steinfeld), an der Kartbahn Dahlemer Binz und dem Flugplatz Dahlemer Binz. Nun führt die Route nun über Landesstraße 110 bis nach Udenbreth. Unterwegs wird der Rundfunksender Bärbelkreuz bei der Ortschaft Neuhaus passiert. Nach Udenbreth führt der Weg jetzt über Wirtschaftswege rund 250 Höhenmeter abwärts durch das Prethtal nach Hellenthal. Dabei passiert die Route die Udenbrether-Mühle, die Oberprether-Mühle bei der Ortschaft Ramscheid und die Ortschaft Unterpreth.
Hellenthal–Rurberg Dieser Abschnitt ist etwa 56 km lang und hat rund 640 Höhenmeter Anstiege.
Hellenthal ist der Endbahnhof der Oleftalbahn. Ab 2012 verkehrt hier wieder eine Museumsbahn von Mai bis Oktober an Sonn- und Feiertagen. Die Strecke hat in Kall Anschluss an die Eifelbahn Köln-Trier.
In Hellenthal befindet sich ein Wildgehege mit einer Greifvogelstation, die von April bis Oktober Flugvorführungen mit Adlern, Bussarden und Falken bietet. Auch lohnt sich von hier ein Abstecher in das rund 4 km entfernte Burgdorf Reifferscheid, ein typisches Beispiel einer gotischen Burg-Talsiedlung in der Eifel. Die Route führt jetzt über eine kräftige Steigung (ca. 50 Höhenmeter mit max. 6 %) zur Krone der Oleftalsperre, wo die Mühe mit einer schönen Aussicht auf den Stausee belohnt wird. Die Ausführung der Staumauer in Pfeilerzellenbauweise ist bis heute einmalig in Deutschland. Fast eben führt der weitere Weg am nördlichen Ufer des Stausees. Nach Ende des Stausees folgt der Weg noch einige hundert Meter der Olef, welche den Stausee speist, bevor es durch die Ausläufer des Hohen Venn hügelig weiter geht. Der erste Anstieg nach dem Stausee überwindet etwa 45 Höhenmeter auf einer Länge von rund 2 km mit maximal 7 % Steigung. Nach einer Abfahrt folgen noch zwei kleiner Anstiege mit rund 5 %, bevor Kalterherberg erreicht wird. Die Route führt durch ausgedehnte Waldgebiete und folgt dem Furthgesweg durch das Naturschutzgebiet Perlenbach-Fuhrtsbachtal. In Kalterherberg befindet sich die als Eifeldom bezeichnete Kirche Sankt Lambertus. Der Grenzort zu Belgien bekommt, wie der Name schon andeutet, als erster das schlechte und kalte Wetter aus dem Hohen Venn ab. Haushohe Buchen-Windschutzhecken verschaffen Abhilfe. Kalterherberg ist ein typisches Beispiel für das Monschauer Heckenland. In diesem Bereich von Nordrhein-Westfalen ist das aus den Niederlanden übernommene Knotenpunktsystem zur besseren Orientierung eingeführt. Soweit vorhanden werden im Folgenden jeweils die Knotenpunkt-Nummern (Knotenpunkt x) genannt. Hinter Kalterherberg verläuft die Eifel-Höhenroute zusammen mit dem RurUfer-Radweg nach Monschau (Knotenpunkte 39, 30, 32). Dabei folgt die Route unmittelbar dem Lauf der Rur und führt vorbei am „Kreuz im Venn“, ein auf einem Felsen errichtetem sechs Meter hohes eisernen Gedenkkreuz, und dem ehemaligen Kloster Reichenstein, in den Luftkurort Monschau mit seiner historischen Altstadt. Weiter führt der Weg durch das Monschauer Land entlang der tief eingeschnittenen Rur nach Einruhr (Knotenpunkt 36) am Obersee des Rurstausees. Auf den ersten 9 km bis zum Ort Hammer sind zwei kurze steile Anstiege mit etwa 50 bzw. 25 Höhenmetern zu überwinden. Danach folgen noch 8 km mit mehr oder weniger steilen Hügel bis Einruhr. Oberhalb des Sees wird nach 4 km Rurberg mit dem Rurseezentrum und dem „Nationalparktor Eifel“ des Nationalpark Eifel erreicht. Dabei sind noch einmal rund 65 Höhenmeter mit max. 5 % Steigung zu bewältigen. An dieser Stelle muss entschieden werden, ob man der Route weiter um den Rursee oder der Alternativroute entlang des Urftstausees durch den Nationalpark folgen will.
Rurberg–Heimbach–Mechernich Dieser Abschnitt ist etwa 50 km lang und hat rund 682 Höhenmeter Anstiege.
Am westlichen Ufer des Rurstausees führt die Hauptroute über Woffelsbach an die Staumauer Schwammenauel. Von hier führt der Weg dann hinunter an den Fuß der Staumauer nach Heimbach-Hasenfeld mit seinem Jugendstil-Kraftwerk. Zusammen mit dem RurUfer-Radweg verläuft die Route noch etwa 2 km entlang der Rur bis Heimbach mit der Burg Hengebach, der „Wallfahrtskirche St. Clemens und Christus Salvator“ sowie dem Wasser-Info-Zentrum Eifel. Nicht weit von Heimbach befindet sich die Abtei Mariawald. Heimbach ist außerdem die Endstation der von Jülich hierher führenden Rurtalbahn. Hier verlässt die Route die Rur und führt am Rande des Nationalpark Eifel nach Südosten. Dabei ist erst einmal ein rund 4 km langer Anstieg mit bis zu 8 % Steigung zu überwinden, bevor eine etwa 2 km lange Abfahrt folgt. Der Weg führt dabei durch ein Waldgebiet über das Heimbachtal zu den Ortsteilen Hergarten und erreicht vor Düttling offenes Gelände. Stark hügelig führt die Route zum Mechernischer Ortsteil Bleibuir. Hinter Bleibuir sind auf 3 km noch einmal 130 Höhenmeter mit bis zu 7 % Steigung zu überwinden, bevor es dann vorwiegend abwärts nach Mechernich geht. Unterwegs werden die Orte Voißel, Wallenthal, Schützendorf und Hostel passiert.
Rurberg–Kall–Mechernich (Alternativroute) Dieser Abschnitt ist etwa 35 km lang und hat rund 225 Höhenmeter Anstiege.
Er führt durch den Nationalpark Eifel und vereinigt sich hinter Kall mit der Hauptroute.