mini|300px|Pfarrkirche St. Johannes Evangelist in Hohenkammer
Hohenkammer ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Freising. Sie liegt im Westen des Landkreises.
Geographie Der Hauptort, das Pfarrdorf Hohenkammer, liegt an der Glonn im Schnittpunkt der Bundesstraße 13 (Würzburg – Ingolstadt – München – Sylvensteinsee) mit der Staatsstraße 2054 (Landsberg am Lech – Markt Indersdorf – Allershausen – Kirchdorf – Geisenhausen).
Gemeindegliederung Es gibt 16 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):
Geschichte mini|Kupferstich von Michael Wening in Topographia Bavariae um 1700
Der Ort wurde als „Chamara“ erstmals im Jahr 734 erwähnt. Der heutige Ortsname wurde erst im 16. Jahrhundert gebräuchlich. Die ursprüngliche Burg gehörte den erstmals im 11. Jahrhundert bezeugten Herren von Kammer bzw. Camer. Sie waren Ministeriale der Grafen von Scheyern. Von 1551 bis 1801 war die geschlossene Hofmark Hohenkammer im Besitz der Grafen von Haslang, die an der Stelle der Burg das Schloss Hohenkammer errichteten. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt in Bayern wurde Hohenkammer 1818 eine selbständige politische Gemeinde.
Eingemeindungen Vor 1855 wurde der Ort Oberwohlbach eingemeindet. Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. Januar 1972 Teile der Gemeinde Schlipps und am 1. April 1972 Teile der aufgelösten Gemeinde Lauterbach eingegliedert. Von 1978 bis 1998 gehörte die Gemeinde der Verwaltungsgemeinschaft Allershausen an.Entlassung durch das Fünfte Gesetz zur Änderung der Gliederung von Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften vom 26. Juli 1997 (GVBl S. 309) zum 1. Januar 1998.
Einwohnerentwicklung Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 1670 auf 2662 um 992 Einwohner bzw. um 59,4 %.
Politik
Gemeinderat Die Kommunalwahlen 2002, 2008, 2014 und 2020 führten zu den folgenden Sitzverteilungen im Gemeinderat.
Mit der Kommunalwahl 2014 zerbrach die Listenverbindung der CSU mit der Bürgervereinigung, die zwei Wahlperioden gehalten hatte. Die Bürgervereinigung Hohenkammer zog mit einer eigenen Liste in den Gemeinderat ein. Die SPD trat 2002 als „SPD/Bürgerliste“ an; ab 2008 wieder als SPD. Im Gemeinderat 2014 bis 2020 waren insgesamt fünf Parteien beziehungsweise Wählervereinigungen vertreten; so viele wie noch nie zuvor.https://www.statistik.bayern.de/wahlen/
Zur Kommunalwahl im März 2020 gab es keine Liste der Grünen mehr.
Partei / Wählergruppe 2002 2008 20142020 CSU 11 10 55 SPD 3 3 22 FDP – 1 12 Grüne – – 1– Bürgervereinigung Hohenkammer – – 55 Gesamt 14 14 1414
Nach Prozenten wurde folgendermaßen abgestimmt (gewichtete Stimmen in %): Partei / Wählergruppe 2002 2008 20142020 CSU 76,2 65,3 35,334,5 Bürgervereinigung Hohenkammer – – 37,137,4 SPD 23,8 24,0 12,010,8 FDP – 10,3 9,217,3 Grüne – – 6,4– Gesamt 100 100 100100
Bürgermeister Der amtierende Erste Bürgermeister ist Mario Andreas Berti (CSU).
Frühere Bürgermeisterhttps://www.hohenkammer.de/Namensverzeichnis-der-Buergermeister.o2545.html: 1912–1936: Franz Petz 1936–1946: Anton Geisenhofer 1946–1966: Michael Rottenkolber 1966–1972: Josef Lechner 1972–1978: Josef Kistler 1978–1996: Georg Ziegltrum 1996–2020: Johann Stegmair
Wappen
Baudenkmäler
Schloss Hohenkammer Pfarrkirche St. Johannes Evangelist Ehemaliger Pfarrhof mit Walmdach, errichtet 1702
Bodendenkmäler
Wirtschaft und Infrastruktur Das Schloss ist nach wechselnden Eigentümern im Besitz der Münchener Rück, die ein Schulungszentrum durch die neu gegründete Akademie Schloss Hohenkammer betreibt.
Durch Hohenkammer führt die B 13 zwischen München und Ingolstadt. Die A 9 und der Bahnhof Petershausen sind jeweils fünf Kilometer entfernt. In Petershausen besteht Anschluss an die S-Bahn München sowie an die Regionalzüge nach München, Ingolstadt und Nürnberg (München-Nürnberg-Express). ÖPNV-Anschluss besteht mit den MVV-Buslinien 616, 619, 693 und 785.
Der ursprünglich als Handelsweg genutzte Altbaierischer Oxenweg verbindet den Ort heute als touristisch ausgeschilderter Rad- und Wanderweg mit dem benachbarten Petershausen und führt weiter bis Augsburg.
In der Gemeinde befindet sich ein kommunaler (Haus des Kindes) und ein katholischer Kindergarten sowie eine Grundschule. Darüber hinaus gibt es eine Gemeindebibliothek.
Seit 1947 besteht der Sportverein Hohenkammer, der zwei Fußballplätze und eine Sporthalle nutzen kann.
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Gemeinde
Franz Xaver Geisenhofer (1914–2000), Politiker (CSU) Theodor Mathieu (1919–1995), deutscher Politiker (CSU) und Oberbürgermeister von Bamberg Mit der Gemeinde verbundene Persönlichkeiten
Ernst von Gagern (1807–1865), in den 1830er Jahren als Cooperator in Hohenkammer tätig Pat Zwingmann (* 1981), Synchronsprecher, Off-Sprecher, Hörbuch- und Hörspielsprecher, Sänger sowie Kraftsportler
Literatur Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Band IV: München und Oberbayern. Deutscher Kunstverlag, München, Berlin 1990, ISBN 3-422-03010-7, S. 449–451.
Weblinks
Gemeinde Hohenkammer Schloss Hohenkammer
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Freising Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Ersterwähnung 734 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)