mini|Titelbild Hurrah Soldatenstreiche aus Krieg und Frieden Band 4 Die blauen Jungen von der AUGUSTA

Hurrah! Soldatenstreiche aus Krieg und Frieden, ab Band 83 Hurrah! Durch alle Welt war eine deutsche Heftromanserie im Großformat, die von 1907 bis 1912 in 253 Ausgaben im H. G. Münchmeyer Verlag, Dresden, erschien, der zeitweise die Werke von Karl May publizierte. Sie war, soweit bislang nachweisbar, die erste deutsche Kriegsromanheftserie und direkt oder indirekt Vorläufer von Serien wie Unter deutscher Flagge bis zu Der Landser. Sie wurde 1916 im Rahmen der Bekämpfung der Schundliteratur verboten und noch vorhandene Bestände wurden eingestampft.

Autoren und Themenkreise Herausgeber und Autor war bis zu seinem Tod der Militär- und Marineschriftsteller Victor Laverrenz; weitere Autoren waren u. a. Hans Oberländer und Robert Heymann alias Max Ladenburg. Die Farbcover, denen der Sachbuchautor und Spezialist für Unterhaltungsliteratur Heinz J. Galle eine ausgezeichnete optische Qualität bescheinigt, waren nach Verlagsangabe von dem Militärmaler Adolf Wald gezeichnet.

Die Serie behandelte sowohl historische Ereignisse als auch fiktive Episoden, die in eine historische Rahmenhandlung eingebettet sind oder in der gegenwartsnahen Zukunft spielen. Zu den historischen Themen gehörten die brandenburg-preußischen Kriege des 17. und 18. Jahrhunderts (Nr. 131 Der alte Dessauer), die Befreiungskriege (Nr. 18 Lützows wilde verwegene Jagd), der Deutsch-Dänische Krieg von 1864, der Deutsch-Französische Krieg von 1870/71 sowie Ereignisse aus den deutschen Kolonialkriegen in den Kolonien Kamerun, Deutsch-Südwestafrika (Aufstand der Herero und Nama) und Deutsch-Ostafrika (Nr. 151 Im Kampfe gegen Hendrik Witboi, Nr. 136 Ostafrika in Flammen, Nr. 200 Ein Mord in Kamerun). Weitere Themen waren die neuere deutsche Marinegeschichte (Nr. 51: Peter Hansen, der Held von Tres Forcas, Nr. 64 Der Scharfschütze vom „Meteor“, Nr. 127 Präsident Castros Adjutant), der Boxeraufstand (Nr. 15 Das Heldenmädchen von Tientsin) und der Burenkrieg. Einige Hefte waren als Biographien über populäre deutsche Persönlichkeiten und Kriegshelden angelegt wie Ferdinand von Zeppelin, Ferdinand von Schill, Hans Joachim von Zieten oder Emin Pascha (Eduard Schnitzer). Eine Besonderheit war ein Heft über den seinerzeitigen Präsidenten der USA, Theodore Roosevelt, über den mit Roosevelts Rauhreiter auch eine eigene Kriegsromanheftserie existierte, die ebenfalls im Großformat erschien (30 Ausgaben 1911 im Dresdner Columbia-Verlag).

Ausgaben

Nrn. 239 bis 253 keine Titelangaben bekannt.

Literatur Fritz Abshoff (Hg.): Bildende Geister. Unsere bedeutendsten Dichter und Schriftsteller der Gegenwart und Vergangenheit in charakteristischen Selbstbiographien sowie gesammelten Biographien und Bildern, Berlin (Peter J. Oestergaard) 1905. Peter Wanjek: Bibliographie der deutschen Heftromane 1900–1945, Wilfersdorf 1993, S. 202–206. Heinz J. Galle: Volksbücher und Heftromane, Band 2: Vom Kaiserreich zum „Dritten Reich“ – 40 Jahre populäre Lesestoffe, Lüneburg 2006. ISBN 3-8334-4314-6

Weblinks

Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (Deutsch) Kategorie:Heftroman (Krieg) Kategorie:Deutsche Militärgeschichte Kategorie:Deutsche Marinegeschichte Kategorie:Medien (deutsche Kolonialgeschichte) Kategorie:Kolonialliteratur