mini|hochkant|Kurhannoversches Infanterie-Regiment „von Scheele“, aus dem Gmundener Prachtwerk, ca. 1761 Johann Daniel Victor von Scheele (* 1705 in Osnabrück; † 27. November 1774 ebenda) war ein Generalleutnant des Kurfürstentums Braunschweig-Lüneburg und Landrat der osnabrückischen Ritterschaft.

Familie Johann Daniel Victor von Scheele zu Schelenburg und Brunnenbrock entstammte einer traditionsreichen westphälischen Familie, die seit dem Ahnen Rabado de Schele 1358 (⚭ Palmenia von Schloen)Anton Fahne: Geschichte der Kölnischen, Jülichschen und Bergischen Geschlechter. Bd. 1, Heberle 1848, S. 382. als dem ritterblütigen Adelsstand zugehörig erwähnt wurde, und war der Sohn des Rabo Wilhelm von Scheele zu Schelenburg (1670–1730) und der Amalie von Schwarzen zu Brunnenbrock. Johann Daniel Victor von Scheele war verheiratet mit Louise Dorothea von Alten zu Wilkenburg. Jedoch erloschErnst Heinrich Kneschke (Hrsg.): Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon. Leipzig 1868, S. 115. mit ihm die älteste Schelenburger Linie. Der Besitz dieser Linie gelangte an Johann Daniel Victors Neffen, Ludwig Clamor.

Leben Scheele begann von Jugend auf seine militärische Laufbahn bei der kurhannoverschen Armee. 1734 diente er am Rhein und von 1743 bis 1762 nahm er an allen größeren Feldzügen in der kurhannoverschen Armee teil. 1746 wurde er als Major zum Titular-Oberstleutnant des Infanterieregiments „Kielmansegg“, sodann 1749 wirklicher Oberstleutnant des Regiments „von Post“, am 12. Juli 1757 Titularoberst desselben, und ab 19. Dezember 1757 übernahm er als Oberst und Chef das Infanterieregiment „von Fabrice“. Am 29. Juni 1759 wurde er zum Generalmajor befördert. Er war am 1. August 1759 in der Schlacht bei Minden als Kommandant von fünf Bataillonen mit der Rettung der von Vernichtung bedrohten Division Spörken betraut, und am 20. Januar 1761 wurde er schließlich zum Generalleutnant befördert. Scheele blieb bis zu seinem Tod 1774 Chef dieses Regiments, das danach mit dem Infanterieregiment Nr. 2-A des Generalmajors von Meding, der 1777 zum Generalleutnant avancierte, zusammengelegt wurde.

Siehe auch Liste der kur-braunschweig-lüneburgischen Regimenter

Literatur Johann Samuel Heinsius: Fortgesetzte neue genealogisch-historische Nachrichten... Leipzig 1774, S. 338. Anton Fahne: Geschichte der Westphälischen Geschlechter. 1858, S. 349. Michael Ranft: Neue genealogisch-historische Nachrichten den vornehmsten... 1751, Bände 7–12, Band 39, S. 838 Bernhard von Poten: Die Generale der Königlich Hannoverschen Armee und ihrer Stammtruppen. In: Militär-Wochenblatt: Beihefte, 1902, S. 275 Nr. 187

Einzelnachweise

Kategorie:Generalleutnant (Braunschweig-Lüneburg) Kategorie:Infanterist (Hannover) Kategorie:Person im Polnischen Thronfolgekrieg Kategorie:Person im Siebenjährigen Krieg (Braunschweig-Lüneburg) Kategorie:General der Frühen Neuzeit (Braunschweig-Lüneburg) Kategorie:Regimentsinhaber der Frühen Neuzeit Kategorie:Person (Osnabrück) Johann Daniel Victor Kategorie:Adliger Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1705 Kategorie:Gestorben 1774 Kategorie:Mann