mini|2015, beim TFF.Rudolstadt Rojda Aykoç (* 1978 in Kurtalan als Kadriye Şenses) ist eine kurdische Sängerin aus der Türkei.

Leben Die Internetseite rojdarojda.com gibt folgende Zeitangaben zum Leben von Rojda Aykoç: Rojda wurde 1978 im Dorf Tütün bei Kurtalan in der Provinz Siirt, Südostanatolien, geboren. Nach ihrem Schulbesuch ging sie 1991 zum Musikstudium nach Istanbul und begann mit der Band Koma Gulên Xerzan aufzutreten, die ihr Bruder leitete. Seit 1993 arbeitete diese Band mit dem „Mesopotamischen Kulturzentrum“ (Mezopotamya Kültür Merkezi: MKM) zusammen. 1994 nahm die Gruppe ihr erstes Album mit dem Titel Ji Bîr Nabin (Die Unvergesslichen) auf. Ihr zweites Album, Sonda me (Unser Eid), entstand 1997; das darin eingespielte Lied Helimcan machte Aykoçs Stimme populär. Im selben Jahr schloss sie sich der aus elf Frauen bestehenden Gruppe Koma Asmîn an, die sie später wieder verließ. Das dritte Album von Koma Gulên Xerzan, Rûkena Min, erschien 2005, die Videoclips zu den darauf eingespielten Liedern Memet kanî und Elo dîno wurden auf einem Videoclipfestival in Zaxo als beste Videoclips nominiert. 2006 verließ sie Koma Gulên Xerzan und begann ihre Solokarriere unter dem Namen Rojda. Ihr erstes Soloalbum Sebra min erschien 2006. (türkisch), rojdarojda.com, gepostet am 12. Februar 2012.

2014 erschien mit Kezî (kurdischer Nebentitel: Stranên dengbejê jin, türkischer Nebentitel: Kadın Dengbej Şarkıları, englischer Nebentitel: Women's Voice And Feeling In The Culture Of The DengbêjSänger wie Delîl Dîlanar und Rojda haben moderne Interpretationen von Dengbêj-kilam erstellt und ihre eigenen Stimmen mit alten Dengbêj-Aufnahmen gemischt. Zwar ist von Jesiden in Armenien bekannt, dass kilam dort nicht als Musik, sondern als melodische Sprache definiert wird, doch bezeichnen kurdische Musiker in der Türkei kilam oft als Quelle und Inspiration kurdischer Musik. Kurdischen Musikern folgend können Dengbêj-kilam also als Musik interpretiert und kilam als rezitierte Lieder verstanden werden. (Quelle: )) ein Album von Rojda, das der alevitisch-kurdische Musiker Ozan Aksoy als besonders ausgereift, „ehrgeizig“ und für Musikliebhaber und Musiker kurdischer Musik „bedeutend“ einstufte. Dieses allen kurdischen Musikerinnen gewidmete und von Kom Müzik produzierte und vertriebene Projekt strebte an, einige besonders hochwertige Gedichte kurdischer Frauen zu bewahren. Die aus weiblicher Perspektive gesungenen Gedichte und erzählenden Texte enthalten als Erzählkunstformen Klagelieder, Schlaflieder, sowie moderne und traditionelle gesungene Gedichte. Einige Lieder sind in Struktur und Form äußerst komplex. Ein ausführliches Booklet enthält Texte und Informationen zu den Melodien in Kurmandschi mit türkischer und englischer Übersetzung.

Freiheitsstrafe für Performance des Liedes „Heval Kamuran“ Am 9. Februar 2010 wurde Rojda Aykoç in ihrer Wohnung wegen „Propaganda für eine illegale Organisation“ verhaftet und zum Polizeipräsidium Beşiktaş gebracht, da sie das kurdische Lied „Heval Kamuran“ auf einem Festival in Diyarbakır gesungen hatte, welches vom dortigen Stadtrat organisiert worden war. Innerhalb weniger Stunden, in denen eine eidesstattliche Aussage Rojda Aykoçs zu dem Lied aufgenommen wurde, wurde sie wieder auf freien Fuß gesetzt. (englisch). freemuse.org, ohne Datum, abgerufen am 25. September 2013. Nachdem sie am 11. Februar 2010 vor Gericht ausgesagt hatte, wurde Rojda Aykoç am 25. März 2010 vom 4. Hohen Strafgericht in Diyarbakır wegen „Verbreitung von Propaganda für eine illegale Organisation“ (Art. 7/2 des türkischen Anti-Terror-Gesetzes) auf zwei verschiedenen Konzerten zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und acht Monaten verurteilt. Das vom Gericht in Diyarbakır ausgesprochene Strafmaß, das auf jeweils ein Jahr für den Vortrag des Liedes „Heval Kamuran“ auf zwei verschiedenen Konzerten des 9. Kultur- und Kunst-Festivals in Diyarbakır vom 27.–30. Mai 2009 lautete, wurde später „wegen guter Führung“ auf zehn Monate Freiheitsstrafe für jeden der beiden Auftritte abgemildert. Während ihrer Auftritte in Diyarbakır sollen aus dem Publikum Symbole der verbotenen PKK und von PKK-Führer Abdullah Öcalan gezeigt worden sein.International Freedom of Expression Exchange, 30. März 2010 (englisch). freemuse.org, 29. März 2010. (englisch), hurriyetdailynews.com, 12. Februar 2010. Ihr Prozess mit der Verhängung der Freiheitsstrafe von einem Jahr und acht Monaten für Rojda Aykoç wegen „Verbreitung von Propaganda für die verbotene PKK“ erfolgte zu einem Zeitpunkt, als die parlamentarische Verfassungskommission einen Gesetzesvorschlag annahm, der Wahlkampagnen in traditionell alltäglich von türkischen Bürgern gesprochenen Sprachen – somit auch Kurdisch – zuließ, womit eine der Hauptforderungen der pro-kurdischen BDP erfüllt wurde. (englisch), hurriyetdailynews.com, 25. März 2010.

Rojda Aykoç gehört zu den 160 Künstlern, die zu einem Treffen mit dem türkischen Premierminister Recep Tayyip Erdoğan am 20. Februar 2010 eingeladen wurden, um über die kurdische Frage zu diskutieren, doch hatte sie bereits im Vorfeld angekündigt, nicht daran teilzunehmen, (englisch). Bianet, 29. März 2010, von Bawer Çakır. und blieb dem Treffen fern. Dass die Sängerin nur wenige Tage vor dem Treffen mit dem Premierminister verhaftet wurde, wurde auch als besonders ironisches Beispiel für die paradoxe Situation bezeichnet, dass in die Phase der sogenannten „kurdischen Öffnung“ weiterhin Terrorismusvorwürfe gegen kurdische Künstler erhoben wurden.

Diskografie Mit der Band Koma Gulên Xerzan 1992: Ji Bîr Nabin 1998: Sonda me 2008: Rûkena Min

Solo-Alben 2006: Sebra Min 2011: Hat 2012: Stranên Bijartî 2014: Kezî - Stranên dengbejê jin 2018: Siyam 2020: Bazin

Weitere Veröffentlichungen 2004: Hinê Bînin, in: diverse Interpreten: Şahiya Stranan, Vol. 2 2011: Delale, in: diverse Interpreten: Şahiya Stranan, Vol. 3 2015: Seltane, in: diverse Interpreten: TFF Rudolstadt 2015, (aus der Reihe: TFF Rudolstadt), 2015 (Heideck – HD20155)

Solo EPs 2024: Stranên Akustîk

Solo-Singles (Auswahl) 2006: Le Buke 2006: Ax Le Gıdye 2006: Esmera Mın 2006: Gelmiş Bahar 2006: Xeriba Beyani 2006: Wey Dıl 2006: Yar Hay Ninay 2011: Xurfani 2011: Sal Çu 2011: Hey Nabe 2012: Evdo 2014: Şengal 2018: Gülbahar 2018: Ezim Ezim 2018: Dîsa Dîlan 2018: Hey Lê Lê 2018: Çavreşê Lê 2018: Potporî 2018: Wey Lo Dilo 2018: Ne Oldu 2018: Tû Şêrînî 2018: Çi Tofan Bu (mit Mikail Aslan) 2019: Ey Yarim (mit Abdal) 2020: Evîndarî 2020: Delaleb Ho Delalê 2020: Nîna 2021: Ax Lê Zeryê 2021: Çiyayê Sîpan 2021: Kuro Neke 2022: Hey Dilo 2022: Heyrano (mit Kadnes) 2023: Narînê 2023: Heval

Weblinks

Rojda Aykoç Offizielle Website

Einzelnachweise

Anmerkungen

Kategorie:Liedermacher Kategorie:Popsänger Kategorie:Kurdische Musik Kategorie:Musiker (Türkei) Kategorie:Pseudonym Kategorie:Türke Kategorie:Kurde Kategorie:Geboren 1978 Kategorie:Frau