mini|Krauß’ Grab auf dem Freiburger Hauptfriedhof Hermann Eitel Wilhelm KraußAlexander Kipnis: Krauß, Hermann (1899-1971), Chirurg. (* 20. März 1899 in Calw; † 27. Juni 1971 in Freiburg im Breisgau) war ein deutscher Chirurg.
Leben Hermann Krauß studierte von 1919 bis 1923 Humanmedizin in Tübingen und Berlin. Seit 1919 war er Mitglied der Studentenverbindung Tübinger Königsgesellschaft Roigel (1933–1935 Tübinger Burschenschaft Roigel).Tübinger Königsgesellschaft Roigel: Roigelverzeichnis 1929. Kohlhammer Verlag, Stuttgart 1930, S. 100.Willy Nolte (Hrsg.): Burschenschafter-Stammrolle. Verzeichnis der Mitglieder der Deutschen Burschenschaft nach dem Stande vom Sommer-Semester 1934. Berlin 1934, S. 268. Er wurde 1934 Privatdozent an der Universität Berlin, war Assistenzarzt und Oberarzt unter Ferdinand Sauerbruch an der Charité und wurde 1939 in Berlin zum außerplanmäßigen Professor für Chirurgie ernannt. Zudem leitete er das Krankenhaus Am Urban in Berlin. Während des Zweiten Weltkrieges war er beratender Chirurg der Heeres-Sanitätsinspektion.
Im Auftrag Sauerbruchs betreute er 1934 den kranken Reichspräsidenten Paul von Hindenburg in der letzten Lebensphase auf Gut Neudeck als „Krankenwache“.Ferdinand Sauerbruch, Hans Rudolf Berndorff: Das war mein Leben. Kindler & Schiermeyer, Bad Wörishofen 1951; zitiert: Lizenzausgabe für Bertelsmann Lesering, Gütersloh 1956, S. 388.
Nach Kriegsende wurde er als SS-Mitglied ab 1945 drei Jahre in Lagerhaft in Garmisch interniert und war nach der Entlassung ab 1948 Direktor der großen chirurgischen Abteilung des KreiskrankenhausesHans Rudolf Berndorff: Ein Leben für die Chirurgie. Nachruf auf Ferdinand Sauerbruch. In: Ferdinand Sauerbruch: Das war mein Leben. Kindler & Schiermeyer, Bad Wörishofen 1951; zitiert: Lizenzausgabe Bertelsmann, München 1956, S. 456–478, hier: S. 460. in Göppingen (er hatte sich gegen den zur gleichen Zeit ergangenen Ruf auf das Ordinariat in Tübingen entschieden). Wie sein Lehrer Sauerbruch war Krauß auch auf dem Gebiet der Thoraxchirurgie tätig und hatte bereits erste Mitralstenosesprengungen durchgeführt.
Im Jahr 1952 folgte er einem Ruf als ordentlicher Professor und Direktor der Chirurgischen Universitätsklinik in Freiburg. Zu seinen chirurgischen Schülern gehörte Ernst Kern, der sich bereits 1951 bei ihm vorgestellt hatte, von 1954 bis 1966 bei Krauß Assistent und Oberarzt war und sich 1959 bei ihm habilitiert hatte. Im Jahr 1953 initiierte Krauß eine neue Anästhesieabteilung, als deren Leiter er Kurt Wiemers an die Chirurgische Universitätsklinik berief.K. L. Scholler: Kurt Wiemers zum 65. Geburtstag. In: Anästhesie Intensivtherapie Notfallmedizin. Band 20, Nr. 2, 1985, S. 98 f., hier: S. 98. Die Festrede zum 60. Geburtstag Krauß’ hielt sein Erster Oberarzt Fritz Kümmerle.Ernst Kern: Sehen – Denken – Handeln eines Chirurgen im 20. Jahrhundert. ecomed, Landsberg am Lech 2000, ISBN 3-609-20149-5, S. 77 f., 109 und 312. Zu diesem Geburtstag widmete ihm der mit Krauß befreundete Internist Ludwig Heilmeyer das von diesem 1955 erstmals herausgegebene Lehrbuch der Inneren Medizin.
Ab 1964 war Krauß Präsident der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Seine Abschiedsvorlesung hielt er im Juli 1969. Nach seiner Emeritierung starb Krauß, dessen Lebensinhalt die Chirurgie war, bald darauf 1971.Ernst Kern: Sehen – Denken – Handeln eines Chirurgen im 20. Jahrhundert. 2000, S. 78 und 320.
Ehrungen 1969: Großes Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland
Literatur , S. 336f.
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Einzelnachweise
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