Die Präsidentschaftswahl in Venezuela 2012 fand am 7. Oktober statt.Venezuela sets 2012 presidential election date (BBC) Amtsinhaber Hugo Chávez (PSUV), der für das Bündnis Gran Polo Patriótico (GPP) antrat, wurde mit einer deutlichen Mehrheit von 55,13 Prozent wiedergewählt, diese fiel allerdings geringer aus als bei den vorigen Wahlen. Der von dem breiten Oppositionsbündnis Mesa de la Unidad Democrática unterstützte Zweitplatzierte Henrique Capriles (Primero Justicia) kam auf 44,25 %. Die restlichen vier Kandidaten spielten keine Rolle.Endergebnis der Präsidentschaftswahlen 2012 laut der Wahlbehörde CNE, abgerufen am 23. Oktober 2012

Kandidaten Folgende Personen haben ihre Kandidatur öffentlich bekundet:

PSUV Hugo Chávez, seit 1999 amtierender Präsident

Mesa de la Unidad Die Mesa de la Unidad organisierte am 12. Februar 2012 eine Vorwahl, um ihren Kandidaten zu bestimmen. Wählen konnten alle Venezolaner, die im Wahlregister eingetragen sind. Henrique Capriles setzte sich bei dieser Wahl deutlich mit 64 Prozent der abgegebenen Stimmen gegen María Corina Machado, Pablo Pérez Álvarez, Diego Arria und Pablo Medina durch.Venezuela: Gegenkandidat für Chavez nominiert, orf.at, 13. Februar 2012

Weitere Kandidaten Yoel Acosta Chirinos (Vanguardia Bicentenaria Republicana (VBR)) Rafael Uzcátegui (prov. Generalsekretär der Partei PTT) Luis Reyes (Organización Renovadora Autentica (ORA)) Orlando Chirino (Partido Socialismo y Libertad (PSL)) María Bolívar (Partido Democrático Unidos por la Paz y la Libertad (PDUPL)) Reina Sequera (Poder Laboral (PL))

Quelle laclase.info:

Verlauf und Umfragen 2011 Informationsminister Andrés Izarra erklärte am 12. Dezember 2011, dass Chávez laut der Umfrageinstitute Ivad und Hinterlaces 55,5 % beziehungsweise 49 % „Popularität“ habe.Umfragewerte laut Informationsminister Beide Firmen gaben an, dass die Umfragewerte für Hugo Chávez Frías gestiegen seien, nachdem er bekannt gegeben hatte, dass er seinen Krebs besiegt hätte.

Seit Dezember gab es mehrere Debatten zwischen den Kandidaten der Opposition. Sie einigten sich, am 12. Februar 2012 an Vorwahlen teilzunehmen, um einen einzigen Kandidaten gegen Chávez zu bestimmen.

Januar Am 25. Januar 2012 zog Leopoldo López seine Kandidatur zurück. Am nächsten Tag erklärte er, er würde Capriles unterstützen.López nicht mehr Kandidat BBC

Februar Die Vorwahlen für den Kandidaten der Opposition, an denen alle Wähler teilnehmen durften, fanden am 12. Februar statt. Capriles hat die Kandidatur mit rund 60 % der Stimmen (bei über drei Millionen Beteiligten) für sich entschieden. Am 16. Februar wandte sich Hugo Chávez durch die Medien an Capriles und sagte: „Je mehr du dich tarnst, desto öfter wirst du mir täglich begegnen. Du wirst die Konfrontation mit Chávez nicht verhindern können, das ist die Konfrontation mit dem Vaterland, mit der nationalen Würde.“Chávez spricht über Konfrontation Dem Meinungsforschungsinstitut Datanálisis zufolge rechnete Capriles am 3. Februar mit 63 % der Stimmen für die Vorwahl. Am 12. Februar wurde Capriles bei offenen Vorwahlen mit 64,2 % der Stimmen zum Kandidaten der Opposition gewählt.Ergebnisse der Vorwahl für die Opposition (El Universal)

März Bei einer Demonstration für Henrique Capriles wurde sein Team von PSUV-Anhängern angegriffen, ein Mann wurde verletzt. Die Angreifer stahlen die Kameras der Globovisión-Journalisten. Der PSUV-Politiker Diosdado Cabello erklärte während einer Demonstration im Bundesstaat Trujillo, dass Chávez der einzige sei, der den Frieden garantieren könne. Er erklärte: „Die, die Vaterland wollen, gehen mit Chávez. Die Landesverräter sollen mit den anderen gehen.“Diosdado Cabello über die Wahlen (El Universal) Laut Cabello würde die Opposition, wenn sie gewinnen würde, 'die Maßnahmen des Internationalen Währungsfonds ergreifen'.

Am 14. März erklärte Chávez’ Bruder Adán Chávez während einer Demonstration im Bundesstaat Apure, dass die Mitglieder der PSUV „bereit sind, ihr Leben zu lassen, wenn es nötig wäre“.Demo in Apure Diosdado Cabello erklärte dabei, „zwischen der Wahl, zu sterben oder zu besiegen, werden die Mitglieder der PSUV siegen“. Hugo Chávez, der Mitte 2011 bekannt gab, dass er Krebs hatte, kehrte am 16. März aus Kuba zurück, wo er wieder operiert worden war. Er erklärte am nächsten Tag während einer Cadena, der Gouverneur von Monagas, der kurz darauf Diosdado Cabello wegen der Behandlung einer Ölverschmutzung kritisiert hatte, wäre ein Verräter der Revolution und werde als Pulver des Weltalls enden. Ferner sagte er, man werde einen Wahlkampf Haus für Haus führen.Chávez zurück in Venezuela Am 31. März sagte Chávez während einer Fernseh- und Radioansprache, dass er Banken und Firmen enteignen könnte, die die Putschisten-Opposition unterstützen würden. Er sagte ferner, dass die Sicherheitsdienste manche Polizeidirektoren beobachten müsse, denn sie wollten einen Putsch.

Juni Laut Varianzas wollten 50,5 % der Menschen im Mai Chávez und 45,7 % Capriles wählen.Wahlen laut Varianzas Am 10. Juni ließ sich Capriles offiziell beim Wahlrat als Kandidat einschreiben. Hunderttausende Menschen marschierten zusammen mit ihm.Capriles schreibt seine Kandidatur beim Wahlrat ein (Reuters)

Hugo Chávez hat ausdrücklich eine Debatte mit Capriles abgelehnt. Er sagte, er würde sich schämen, wenn er gegen ein „Unwesen“ debattieren würde, und würde lieber gegen ein Schwergewicht antreten.Chávez lehnt Debatte ab (Reuters)

Juli Am 5. Juli teilte der Führer der Guardia Nacional Capriles mit, dass er seinen Auftritt in der Gemeinde Zamora im Bundesstaat Barinas nicht beginnen durfte.Gouverneur stoppt Oppositionsdemo in Barinas Die Nationalpolizei verhinderte am 7. Juli eine seit Tagen angekündigte Demonstration der Opposition in La Vega, West-Caracas, was zu Protesten der Opposition führte.Demo von der Polizei gestoppt

August Am 5. August erschien Chávez in Miguel Peña, Südvalencia. Dort erklärte er, dass der Militär Francisco Ameliach der Kandidat der PSUV für die Stelle des Gouverneurs im Bundesstaat Carabobo sein würde. Nachdem Anhänger aufgerufen hatten, dass er besser den Bürgermeister von Puerto Cabello, Rafael Lacava, wählen konnte, sagte Chávez:

„Was hier auf dem Spiel steht, sind die Wahlen vom 7.10, hört ihr mich? Es geht nicht um Lacava oder Ameliach. Ich habe gesagt: Ameliach als Gouverneur für Carabobo. Ich habe es gesagt und ich wiederhole es: Für mich ist Francisco Ameliach der Kandidat, um den Bundesstaat zu gewinnen, und er rechnet mit meiner vollen Unterstützung, mit meinem Respekt, er ist der Wahlkampfführer hier... Aber noch wichtiger: Es geht hier um Chávez für die Präsidentschaft Venezuelas am 7.10, es geht um unser Leben.“ Darauf erklärte die Opposition in Carabobo, dass Chávez schon wusste, dass er Carabobo verloren hatte.

Am 12. August besuchte Chávez den westlichen Bundesstaat von Táchira. Dort erzählte er, dass seine Partei die Gouverneurswahlen im Jahr 2008 verloren hatte, weil es interne Rivalitäten gegeben hätte. „Das heißt Verrat am Volk, Verrat an der Revolution und darum Verrat an Chávez.“Chávez in Táchira Am selben Tag besuchte Capriles Caicara del Orinoco am südlichen Ufer des Orinocos. Die Opposition hatte sich beschwert, dass der Gouverneur des Bundesstaates Bolívar, wo Caicara ist, den Flughafen dieser kleinen Stadt kurzerhand geschlossen hatte, um zu verhindern, dass Capriles da landen konnte. Am Ende ist Capriles mit einem Boot gekommen.

Am 24. August erklärte die Umfragefirma Colsultores 21, dass 47,7 % der Wähler für Capriles und 45,9 % für Chávez wären.Chávez trails rival for the first time (Bloomberg) Umfragen im selben Monat von den Instituten GIS XXI, DatanálisisChavez Lead Narrows in Latest Datanalisis Poll in Venezuela (Bloomberg) und HinterlacesHinterlaces: Chávez mantiene brecha sobre Capriles de 18 % sahen den Amtsinhaber in Führung.

September Ende September wurden zwei Oppositionelle in Barinas getötet, als Chávez-Anhänger ihren Weg während einer politischen Rallye sperrten und diese aus ihren Autos stiegen.Zwei Oppositionelle in Barinas ermordet

Ergebnis Wahllokale: 99,73 %

Weblinks Nachrichtenportal amerika21.de Eine umfangreiche Übersicht über die Umfrageergebnisse. agência latina press - regelmäßige Nachrichten zur Präsidentschaftswahl 2012

Einzelnachweise

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