Bernhard Heinrich Gustav Hohbach (* 28. September 1803 in Gunzenhausen; † 29. Mai 1850 in Stuttgart) war ein deutscher Dichter und Jurist.
Leben Der Sohn des Ulmer Finanzkammersekretärs Gustav Heinrich Hohbach und der Caroline Helene, geb. FischerFamilienregister der Evang. Pfarrei Ellwangen Band 1, fol. 102b nach Mitteilung des Stadtarchivs Ellwangen. Der Name des Vaters weicht ab . zählte um 1820 zu den Schülern von Friedrich David Gräter am Ulmer Gymnasium und wurde von diesem mit dem Dänischen vertraut gemachtDieter Narr: Studien zur Spätaufklärung im deutschen Südwesten. Stuttgart 1979, S. 434f.; Hohbach erhielt Gräters Nachlass, denn 1871 wurde dieser von Frau Oberjustizrat Hohbach der Württembergischen Landesbibliothek übergeben. . Am 31. Oktober 1821 nahm Hohbach ein juristisches Studium in Heidelberg auf., 1823–1825 studierte er an der Eberhard Karls Universität in Tübingen. Im württembergischen Staatsdienst war er zunächst Verwaltungsaktuar beim Gerichtshof für den Schwarzwaldkreis in Tübingen. 1829 wechselte er als Aktuar ans Oberamtsgericht nach Spaichingen.Württemberg: Regierungsblatt für das Königreich Württemberg. Scheufele, 1829, S. 33. Noch im gleichen Jahr wurde er Oberjustizassessor am Gerichtshof für den Donaukreis in Ulm, bevor er 1837 Oberjustizrat am Gerichtshof für den Donaukreis in Ellwangen wurde. 1845 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Tübinger Juristenfakultät.Carl Klüpfel: Geschichte und Beschreibung der Universität Tübingen. - Tübingen, Fues 1849. Fues, 1849, S. 361. Er starb am 29. Mai 1850 im Alter von 47 Jahren „an der Gesichtsrose“ (Virusinfektion Herpes Zoster oder Streptokokkeninfektion Erysipel). Er hinterließ eine Witwe – 1830 hatte er Charlotte Auguste Mathilde, geb. Hauser, Tochter des Friedrich Hauser, Diaconus, und dessen Ehefrau Friederike, geb. Eisenlohr geheiratet.Familienregister (wie oben), auch zum Sterbeort. und vier Kinder, nämlich drei Söhne und eine Tochter.Hauptstaatsarchiv Stuttgart E 14 Bü 579 Qu. 80.
Werke Hohbach verfasste Gedichte, von denen einige in Cottas Morgenblatt abgedruckt wurden. Zwei Sagenballaden aus Geislingen an der Steige nahm Gustav Schwab in seinen vielgelesenen Albreiseführer von 1823 auf. Als Gräter-Schüler begeisterte sich Hohbach für Volksüberlieferungen. Er war der Kopf einer Gesellschaft von Ulmern, die um 1831 schwäbische Volksüberlieferungen sammelte.https://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/3459/pdf/Graf_schwabensagen.pdf Später übergab er die in seinem Besitz befindliche Sammlung an Philipp Ludwig Adam, der 1843 seine Absicht kundtat, er wolle sie dem Verein für Kunst und Altertum in Ulm und Oberschwaben überlassen.Verhandlungen des Vereins für Kunst und Alterthum in Ulm und Oberschwaben, Erster Bericht, Ulm, 6. März 1843, S. 43 online Ihr weiterer Verbleib ist unbekannt. Auch sonst war Hohbach im Ulmer Vereinswesen aktiv: in einem PolenvereinHelmut Bleiber, Jan Kosim (Hrsg.): Dokumente zur Geschichte der deutsch-polnischen Freundschaft 1830–1832. Berlin [Ost] 1982; Anneliese Gerecke: Das deutsche Echo auf die polnische Erhebung von 1830. Wiesbaden 1964, S. 73: Vortrag eines zensierten Polengedichts Hohbachs; und in der Eisenbahn-Gesellschaft.Augsburger Postzeitung vom 4. Januar 1836: Otto Borst: Die Esslinger Pliensaubrücke. Esslingen 1971, S. 242, 250.
Als Jurist verfasste Hohbach neben einer Monographie Beiträge zum Strafrecht und Strafverfahren, mit besonderer Rücksicht auf Württemberg (1836) eine Reihe von Aufsätzen vor allem zum Strafrecht.
Literatur Christian Sigel: Das evangelische Württemberg. Maschinenschriftliches Manuskript Stuttgart 1910–1928 Hölderlin Werke Bd. 7/4, 1977, S. 36f. WLB Stuttgart Dieter Narr: Studien zur Spätaufklärung im deutschen Südwesten. Stuttgart 1979, S. 514 Wilhelm Waibinger: Tagebücher 1821–1826. Hrsg. von Hans Königer. Bd. 2. Stuttgart 1993, S. 1411 Wolfram Haderthauer: Sagen aus Württemberg. Unveröffentlichte Sammlungen des 19. Jahrhunderts. Diss. Eichstätt 2001 (auf Mikrofiche), S. 38
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Einzelnachweise
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