Das Städtische Hölderlin-Gymnasium (umgangssprachlich: „HöGy“) ist ein Gymnasium im Kölner Stadtteil Mülheim, Graf-Adolf-Straße 59. Es wurde 1912 eröffnet, ist heute als Halbtagsgymnasium mit Betreuungsangebot drei- bis vierzügig und wird von rund 750 Schülern besucht. Ein bilingualer Zweig mit der Partnersprache Englisch besteht ab Jahrgangsstufe 7, als weitere Profilklassen werden Kunst-Musik-Kultur und MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) angeboten., abgerufen am 27. Oktober 2014.

Geschichte Gründung und Bau Das „Königliche Gymnasium zu Mülheim am Rhein“ wurde am 28. März 1912 als staatliches humanistisches, also altsprachliches, Gymnasium für Jungen eingeweiht, und zwar bereits am heutigen Standort, der damaligen Domstraße in der Stadt Mülheim am Rhein. Es ging durch Teilung aus dem städtischen Reformrealgymnasium, dem heutigen Rhein-Gymnasium, hervor und sollte aus finanziellen Gründen in staatlicher und nicht in städtischer Trägerschaft geführt werden.Paul Brüggemann: Die Wurzeln des heutigen Hölderlin-Gymnasiums zu Köln-Mülheim. In: Städtisches Hölderlin-Gymnasium, Köln (80)-Mülheim (Hrsg.): 75 Jahre Städtisches Hölderlin-Gymnasium Köln-Mülheim. Köln 1987, S. 23-43, hier S. 34, 39.

Der Bau begann im Herbst 1909 auf einem Grundstück, das die Stadt Mülheim ursprünglich für den Neubau einer höheren Mädchenschule erworben hatte. Die städtische Bauabteilung hatte am 18. April 1909 einen Entwurf für ein Gebäude in „modernisiertem Barockstil“ vorgelegt. Der Haupttrakt zwischen dem Mülheimer Stadtpark und der (heutigen) Graf-Adolf-Straße entlang der (heutigen) Sonderburger Straße besteht bis heute. Das Gebäude enthielt neun Klassen plus drei Reserveklassen, Aula, Sporthalle, Räume für die Naturwissenschaften und musischen Fächer und war für 280 Schüler ausgelegt. Als Kosten waren 475.000 Mark veranschlagt, zuzüglich 90.000 Mark für das Grundstück. Aus Kostengründen wurde das Gebäude nicht in Sandstein, sondern in Putzbauweise ausgeführt. Der Rohbau war am 31. Dezember 1910 fertig. Am 28. März 1912 wurde das Gebäude bezogen. In einem Festzug zogen Schüler und Lehrer vom bisherigen Schulstandort in der Adamstraße zur neuen Schule, wo um 11 Uhr ein Festakt stattfand, an dem auch der Oberpräsident der Rheinprovinz, Freiherr Georg von Rheinbaben, teilnahm. Erster Schulleiter wurde der bisherige Leiter des Reformrealgymnasiums, Geheimrat Felix Brüll. Damals besuchten etwa 260 Schüler die Schule, die von 15 Lehrern unterrichtet wurden.Paul Brüggemann: Die Wurzeln des heutigen Hölderlin-Gymnasiums zu Köln-Mülheim. In: Städtisches Hölderlin-Gymnasium, Köln (80)-Mülheim (Hrsg.): 75 Jahre Städtisches Hölderlin-Gymnasium Köln-Mülheim. Köln 1987, S. 23-43, hier S. 39 ff.Frauke Müller-Wenk: Zur Geschichte des HÖLDERLIN-Gymnasiums. In: Städtisches HÖLDERLIN-Gymnasium, Köln-Mülheim (Hrsg.): Jubiläumsfestschrift Hölderlin 1912 2012 Hundert Jahre Hölderlin. Köln 2012, S. 38–43, hier S. 38.

Im Ersten Weltkrieg fielen etwa 40 Schüler und Lehrer. Die Frontseite der Aula erhielt nach dem Ersten Weltkrieg ein monumentales Wandgemälde, „Die Erhebung im August 1914“ des Berliner Malers Otto Heinrich Engel, das 1944 durch Bombenangriffe zerstört wurde. Es zeigte einen Zug von Soldaten vor der Kulisse Kölns, der von der Bevölkerung bejubelt wird. Die Schule hatte in diesen Jahren auch ein „Anstaltslied“ mit dem Refrain: „Wir sind Deutschlands Jugend, frisch und fromm, fröhlich und frei, deutsch sei uns’re Tugend, deutsch sei uns’re Treu.“Städtisches Hölderlin-Gymnasium, Köln (80)-Mülheim (Hrsg.): 75 Jahre Städtisches Hölderlin-Gymnasium Köln-Mülheim. Köln 1987, S. 56 bzw. 48.

Seit 1919 bestand an der Schule die Gruppe „St. Anno“ im Bund Neudeutschland (seit 1971 Katholische Studierende Jugend), deren Mitglied später auch Rainer Maria Wölki war. Sie löste sich nach der Pensionierung des langjährigen Gruppengeistlichen Rolf Buschhausen 2002 auf.Frauke Müller-Wenk: Zur Geschichte des HÖLDERLIN-Gymnasiums. In: Städtisches HÖLDERLIN-Gymnasium, Köln-Mülheim (Hrsg.): Jubiläumsfestschrift Hölderlin 1912 2012 Hundert Jahre Hölderlin. Köln 2012, S. 38–43, hier S. 38.42.

Die Schule in der Zeit des Nationalsozialismus Ab 1934 wurde das Gymnasium als „Deutsche Oberschule“ geführt, nach dem Zweiten Weltkrieg wieder als Staatliches Gymnasium.

Aufgrund der erhaltenen Unterlagen aus dem Schularchiv für die Jahre 1933 bis 1945 kam der spätere Schulleiter Heinz Windmüller zu dem Ergebnis, dass in der Schule „auch in der Zeit von 1937–1945 es den Umständen und Zeitläuften entsprechend eher gemäßigt nationalsozialistisch zuging“; die meisten Lehrer dürften Mitläufer gewesen sein, auch wenn fast alle Mitglieder im Nationalsozialistischen Lehrerbund (NSLB) waren. Es müsse nach den Archivalien aber auch einige aktive und überzeugte Nationalsozialisten im Lehrerkollegium gegeben haben. Da es an der Schule weder jüdische Schüler noch jüdische Lehrer gab, konnten keine direkten antijüdischen Aktionen nachgewiesen werden.Heinz Windmüller: Schuldokumente aus der Zeit des Nationalsozialismus. In: Städtisches Hölderlin-Gymnasium, Köln (80)-Mülheim (Hrsg.): 75 Jahre Städtisches Hölderlin-Gymnasium Köln-Mülheim. Köln 1987, S. 51-68, hier S. 51ff. Einige Lehrer scheinen die ab 1934 für alle Fächer verpflichtende Behandlung von „Erblehre, Rassenkunde, Rassenpflege und Familienkunde“ nur zögerlich umgesetzt zu haben; auf der Lehrerkonferenz vom 23. März 1934 ermahnte der Schulleiter deshalb fünf Lehrer.Windmüller, Schuldokumente, S. 54

Anfang Juni 1937 gehörten 82,7 % der Schüler der Hitlerjugend (HJ) an, 3,6 % waren Mitglieder in einem katholischen Jugendverband und 13,7 % waren in keinem Verband. 1939 wurde der Schule die Verleihung der „HJ-Fahne“ verweigert, weil nicht die geforderte Zahl von 95 % der Schülerschaft erreicht wurde.Windmüller, Schuldokumente, S. 61.

Rückblickend stellt Heinz Windmüller fest, das Gymnasium dürfe „selbst in der Zeit des Nationalsozialismus eine katholisch geprägte Schule genannt werden“. 1936 waren von 286 Schülern 239 katholisch, 46 evangelisch, und ein Schüler war „deutsch-gottgläubig“. Sonntags feierte der katholische Religionslehrer Wilhelm Redding um 8 Uhr in der Herz-Jesu-Kirche eine Heilige Messe, die ausdrücklich für das Staatliche Gymnasium Köln-Mülheim angekündigt und von Lehrern und Schülern gut besucht wurde. Eine große Zahl von Schülern und Lehrern nahm an der jährlichen Fronleichnamsprozession teil, die von der Liebfrauenkirche ausging. Die Gruppe wurde angeführt von drei Primanern mit Schulmützen, die das Banner des Gymnasiums trugen. Die Nationalsozialisten verstanden dies als Provokation und verboten ab 1936 die geschlossene Teilnahme von Schulgruppen an Fronleichnamsprozessionen in der Stadt Köln.Franz Schnellbächer: Schüler der Anstalt von 1933 bis 1941. In: Städtisches Hölderlin-Gymnasium, Köln (80)-Mülheim (Hrsg.): 75 Jahre Städtisches Hölderlin-Gymnasium Köln-Mülheim. Köln 1987, S. 74-82, hier S. 75 (Hl. Messe und Fronleichnamsprozession); die S. 80 ff. sind Anmerkungen von Heinz Windmüller, hier S. 80 f. (konfessionelle Zusammensetzung, Verbot der Gruppenteilnahme) Im Rahmen einer Veranstaltungsreihe „HÖLDERLIN-Forum“ 50 Jahre nach Kriegsende lud das Hölderlin-Gymnasium 1995 sieben Ehemalige zum Gespräch ein, die während der NS-Zeit die Schule besucht hatten.

1939 nahm das Gymnasium erstmals drei Schülerinnen auf, die Ostern 1940 das Abitur ablegten.Anmerkungen von Heinz Windmüller in: Franz Schnellbächer: Schüler der Anstalt von 1933 bis 1941. In: Städtisches Hölderlin-Gymnasium, Köln (80)-Mülheim (Hrsg.): 75 Jahre Städtisches Hölderlin-Gymnasium Köln-Mülheim. Köln 1987, S. 74-82, hier S. 80.

Nach Kriegsbeginn am 1. September 1939 trat bald Lehrermangel ein, da die jüngeren Lehrer zum Kriegsdienst eingezogen wurden. Pensionierte Lehrer wurden reaktiviert, später durften Referendare vermehrt selbständig Unterricht erteilen. Die Schüler der unteren Klassen wurden im Rahmen der Kinderlandverschickung evakuiert. Immer jüngere Jahrgänge wurden mit Notabitur oder „Reifevermerk“ zu Arbeitsdienst, Wehrdienst oder als Luftwaffenhelfer eingezogen. 39 Schüler und ein Lehrer fielen im Krieg oder wurden vermisst, ein Lehrer beging Selbstmord.Windmüller, Schuldokumente, S. 59.Frauke Müller-Wenk: Zur Geschichte des HÖLDERLIN-Gymnasiums. In: Städtisches HÖLDERLIN-Gymnasium, Köln-Mülheim (Hrsg.): Jubiläumsfestschrift Hölderlin 1912 2012 Hundert Jahre Hölderlin. Köln 2012, S. 38–43, hier S. 39.

Bei einem Luftangriff am 28. Oktober 1944 wurde die Schule stark zerstört, ein Schulbetrieb war erst wieder ab November 1945 mit 7 Lehrern und 48 Schülern im Städtischen Lyzeum, danach in wechselnden Notunterkünften möglich; 1946/47 wurde ein „Sonderlehrgang zur Erlangung der Hochschulreife“ für solche Schüler durchgeführt, die kriegsbedingt ihre Schullaufbahn hatten unterbrechen müssen.

Entwicklung bis heute 1949 bezog die Schule mit 13 Klassen wieder ihr angestammtes Gebäude in der Graf-Adolf-Straße und erreichte 1957 die volle Zweizügigkeit, nachdem 1952 auch das Dachgeschoss ausgebaut worden war. Die Aula wurde 1953 festlich wieder eingeweiht. Sie verfügte bis zum Umbau im Jahre 1978 über eine Orgel, erbaut von der Orgelbaufirma Ernst Seifert junior in Bergisch Gladbach. Diese sollte auf Initiative von Direktor Paul Tischbier als „tönendes Ehrenmal für die gefallenen und verstorbenen Lehrer und Schüler der Anstalt“ erklingen. 1966 wurden deren Namen auf zwei Tafeln rechts und links vom Orgelprospekt dokumentiert, die der Kunsterzieher Leonhard Welkens gestaltete. Im Schuljahr 1969/70 wurde erstmals in der Schulgeschichte eine koedukative Klasse gebildet, in der unter Leitung von Oberstudienrat Hans Kagelmann Mädchen und Jungen gemeinsam unterrichtet wurden. Als Parallelklasse bestand weiterhin eine reine Jungenklasse, bis ab dem Jahr 1972 alle Züge koedukativ unterrichtet wurden. Ab dem Schuljahr 1975/76 gab es eine Oberstufen-Kooperation mit dem Genoveva-Gymnasium, um das Kursangebot für die Schülerinnen und Schüler beider Schulen zu verbessern. Wegen der viel zu kleinen Turnhalle wurde ab dem Schuljahr 1970/71 die Bühne der Aula für den Schulsport mitbenutzt, z. B. zum Aufbau eines Trampolins. Darunter litt die Orgel. Beim Umbau zeigte es sich, dass eine Überarbeitung des Instruments, Ausbau, Einlagerung und Wiedereinbau an anderer Stelle mit verändertem Prospekt nicht wirtschaftlich sein würde, so dass die Schule ihre Pfeifenorgel verlor. Zwei Register konnten zur Erweiterung einer anderen Orgel verkauft werden, den Spieltisch nahm die Orgelbaufirma zurück und viele Pfeifen wurden zugunsten eines neuen elektronischen Instruments auf einem Schulfest verkauft.Bernhard Kohnen: 50 Jahre Musikleben am HÖLDERLIN-Gymnasium. In: Städtisches HÖLDERLIN-Gymnasium, Köln-Mülheim (Hrsg.): Jubiläumsfestschrift Hölderlin 1912 2012 Hundert Jahre Hölderlin. Köln 2012, S. 52–55, hier S. 53.Frauke Müller-Wenk: Zur Geschichte des HÖLDERLIN-Gymnasiums. In: Städtisches HÖLDERLIN-Gymnasium, Köln-Mülheim (Hrsg.): Jubiläumsfestschrift Hölderlin 1912 2012 Hundert Jahre Hölderlin. Köln 2012, S. 38–43, hier S. 39.

I. Manual Pommer 8' Prinzipal 4' Sesquialter 2fach Scharff 3-5fach Krummhorn 8' (Transmission aus II.) II. Manual Stillgedackt 8' Rohrflöte 4' Harfenprinzipal 2' Zimbel 2fach Krummhorn 8' Pedal Subbaß 16' Oktavbaß 8' Doppelflöte 4'+2' Geigendregal 2' Koppeln: II/I, I/P, II/P, Sub II/I Spielhilfen: Freie Kombination I, Freie Kombination II, Tutti, Krummhorn ab, Regal ab, Walze, Jalousieschweller für II