Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) ist eine deutsche Stiftung, die sich die Bewahrung von Kulturdenkmalen und die Werbung für den Gedanken des Denkmalschutzes zur Aufgabe gemacht hat. Es ist die größte private Organisation für Denkmalpflege in Deutschland. Sie setzt sich für den Erhalt bedrohter Baudenkmale ein, unternimmt Notfall-Rettungen gefährdeter Denkmale und führt jährlich die bundesweite Aktion „Tag des offenen Denkmals“ durch.

Die DSD hat seit 2010 ihren Hauptsitz in der ehemaligen Bayerischen Landesvertretung in Bonn. Ein weiterer Sitz befindet sich im Nicolaihaus in Berlin. Das Motto der Stiftung lautet Wir bauen auf Kultur. Die Stiftung steht unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

Geschichte mini|Geschäftsstelle der Deutschen Stiftung Denkmalschutz in der Schlegelstraße in Bonn (2011)

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz wurde 1985 nach dem Vorbild des National Trust in Großbritannien im Schloss Gracht in Erftstadt-Liblar gegründet. In: denkmalschutz.de Festredner der Gründungsveranstaltung war der ZDF-Intendant und Philosoph Karl Holzamer.Mailing Deutsche Stiftung Denkmalschutz vom Mai 2025 Jörg Haspel – Vorsitzender des Stiftungsrats. Seitdem steht sie unter der Schirmherrschaft des jeweiligen Bundespräsidenten. Durch die Wende in der DDR im Jahr 1989 stand die noch recht junge Stiftung vor einer großen Aufgabe, da speziell im Osten der später vereinten Republik viele Gebäude vom Verfall bedroht waren.

2001 wurde die Gemeinschaftsstiftung Historische Gärten gegründet.

Die Zahl der Förderer, sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen, beläuft sich auf über 200.000. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat die denkmalgerechte Restaurierung von über 7.500 Denkmalen gefördert. Insgesamt konnten seit der Gründung mehr als eine drei viertel Milliarde Euro für Förderprojekte bereitgestellt werden. Über 85 Ortskuratorien unterstützen durch ihre ehrenamtliche Arbeit die Ziele der Stiftung vor Ort.

Dem langjährigen früheren Vorstandsvorsitzenden der Stiftung, Gottfried Kiesow, der auch Kuratoriumsmitglied der Deutschen Stiftung Welterbe war, wurden zahlreiche Ehrenbürgerschaften und Auszeichnungen in Würdigung seines Einsatzes und der Arbeit der Stiftung für den Erhalt historischer Bauwerke verliehen. Kiesow, Gründer der DSD und von 1994 bis 2010 Vorsitzender des Vorstands, war bis zu seinem Tod im Jahr 2011 Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung in der Nachfolge von Bernhard Servatius.Oberste Denkmalschützerin, Der Prignitzer, 7. Januar 2011, abgerufen am 14. Januar 2011. Von Anfang 2011 bis 2014 war Rosemarie Wilcken Vorstandsvorsitzende, die dann in den Stiftungsrat wechselte. In: denkmalschutz.de

Am 17. April 2010 beging die DSD ihr 25-jähriges Jubiläum und veröffentlichte eine Jubiläumsschrift. In: domradio.de, 30. April 2010. Im April 2025 feierte die Stiftung ihr 40-jähriges Bestehen.

Gremien Die Gremien der Deutschen Stiftung Denkmalschutz sind Vorstand, Stiftungsrat, Kuratorium und Wissenschaftliche Kommission.

Die laufenden Geschäfte der Stiftung unterliegen dem Vorstand, der dem Stiftungsrat verantwortlich ist. Der Vorstand besteht aus Steffen Skudelny und Juliane Parys. Nach Abstimmung mit dem Vorstand legt ein Stiftungsrat die Strategie der Stiftung fest und überwacht und berät den Vorstand. Jörg Haspel ist Vorsitzender des Stiftungsrats und Barbara Hendricks stellvertretender Vorsitzender.

Peter-Andreas Brand ist Vorsitzender des Kuratoriums und Hans-Rudolf Meier der Vorsitzende der Wissenschaftlichen Kommission.

Zielsetzung Als größte Bürgerbewegung für den Denkmalschutz in Deutschland verfolgt die Stiftung zwei Ziele: zum einen die Erhaltung und Wiederherstellung bedeutsamer Kulturdenkmale in Deutschland zu fördern, zum anderen, die Menschen auf die Notwendigkeit der Pflege von Denkmalen aufmerksam zu machen und zur aktiven Mithilfe zu bewegen.

Bewahrung von Kulturdenkmalen Es werden Projekte gefördert, die als Denkmal anerkannt sind und nachweislich als restaurierungswürdig gelten. Über die Vergabe der Mittel entscheidet die ehrenamtlich tätige Wissenschaftliche Kommission der Stiftung, wobei als Kriterien die nicht ausreichende Förderung durch staatliche Mittel oder die durch eine Förderung durch die Stiftung ermöglichten zusätzlichen öffentlichen Mittel gelten. Jährlich werden rund 600 Sanierungsprojekte bundesweit gefördert, insgesamt konnte die Stiftung bisher für über 7.500 Denkmale Mittel zur Verfügung stellen (Stand 2017). Die Hilfe kam Bürgerhäusern, Kirchen und Schlössern ebenso zugute wie technischen Bauten, archäologischen Stätten, Garten- und Parkanlagen.

Öffentlichkeitsarbeit für den Denkmalschutz mini|hochkant|Tag des offenen Denkmals 2006 im Höchster Schloss

Durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit sowie durch die von ihr herausgegebene Zeitschrift MONUMENTE – Magazin für Denkmalkultur (6 Ausgaben jährlich, Druckauflage: rund 166.000 Exemplare) versucht die Stiftung, dem Thema Denkmalschutz eine größere Aufmerksamkeit in der Bevölkerung zu verschaffen. Zu diesem Zweck wird auch jährlich am zweiten Septemberwochenende der Tag des offenen Denkmals bundesweit von ihr koordiniert. Seit Anfang 2005 gibt die Stiftung das Onlinemagazin Monumente Online heraus. Der Verlag der Stiftung, Monumente Publikationen, trägt durch die Veröffentlichung von Büchern, Spielen, Kalendern und Briefkarten zum Thema Denkmal zum Aufbau und zur Pflege der Förderergemeinde bei.

Zudem gibt es seit 1990 die Benefizkonzertreihe Grundton D, die der Deutschlandfunk mit der Deutschen Stiftung Denkmalschutz durchführt. Die hochrangigen Konzerte finden in hilfsbedürftigen Denkmalen statt, der Erlös aus den Konzerten fließt direkt in die Sanierungsmaßnahmen vor Ort.

Schulen mini|DenkmalAkademie im Schloss Romrod (2006)

Im Jahr 2002 rief die Deutsche Stiftung Denkmalschutz das Schulprogramm denkmal aktiv – Kulturerbe macht Schule ins Leben, das unter der Schirmherrschaft der Deutschen UNESCO-Kommission steht. Die Förderinitiative richtet sich an allgemein- und berufsbildende Schulen der Sekundarstufe I und II und an Grundschulen mit den Jahrgängen 5 und 6, außerdem an Einrichtungen der Lehreraus- und Fortbildung. Schulen, die an denkmal aktiv teilnehmen, werden von der Stiftung und ihren Partnern fachlich und koordinativ begleitet sowie finanziell unterstützt. Dabei setzten sich Schüler intensiv mit einem Kulturdenkmal im eigenen Lebensumfeld auseinander und bereiten die Ergebnisse medial auf.denkmal aktiv – Kulturerbe macht Schule auf denkmalschutz.de

Jugendarbeit mini| Museum der Stiftung im Höchster Schloß (2006) Junge Erwachsene zwischen 16 und 26 Jahren können in den Jugendbauhütten in einem Freiwilligen Jahr in der Denkmalpflege praktisch und theoretisch an das Thema Denkmalpflege herangeführt werden. Dazu arbeiten sie in Betrieben und Einrichtungen, die in der Denkmalpflege tätig sind, und werden mit allen einschlägigen Themen vertraut gemacht.denkmale erleben – JugendBauhütten auf denkmalschutz.de

Das zentrale Projekt Jugendbauhütten der DSD wurde im Jahr 1999 gegründet. Die erste Jugendbauhütte wurde in Quedlinburg mit Jugendlichen geplant und mit der Übernahme des „Linhard-Hauses“ realisiert. Inzwischen wurden diese Projekte auch in Brandenburg, wo die Jugendbauhütte ein kleines Fachwerkhaus und ein Seminarhaus im Kloster Heiligengrabe besitzt und in der Jugendbauhütte Sachsen-Görlitz, die mit dem Scharfrichterhaus (Görlitz) ebenfalls ein eigenes Seminar- und Unterkunftshaus hat, im Sinne „Der Hütte eine Hütte“ umgesetzt.

Die anderen Jugendbauhütten in Mecklenburg-Vorpommern/Stralsund (mit der mobilen Jugendbauhütte Wismar), Hamburg, NRW-Rheinland, NRW-Westfalen, Mühlhausen/Thüringen, Hessen-Marburg und Baden-Württemberg werden durch Geschäftsstellen betreut, die Einsatzstellen vermitteln. 2009 eröffneten drei weitere Jugendbauhütten in Regensburg, Stade und die Internationale Jugendbauhütte Gartendenkmalpflege mit Schwerpunkt auf dem Park von Schloss Altdöbern. Die Jugendbauhütte Lübeck nahm ihre Arbeit am 1. September 2011 auf. Sie wurde im Rahmen eines feierlichen Empfangs der Deutschen Stiftung Denkmalschutz im Lübecker Heiligen-Geist-Hospital am 30. März 2012 offiziell eröffnet. Im September 2020 öffnete die Internationale Jugendbauhütte Berlin.

Insgesamt werden durch die Jugendbauhütten jährlich zwischen 600 und 700 Jugendliche an Arbeitsbereiche und Themen der Denkmalpflege herangeführt. Finanziert werden Jugendbauhütten zu einem großen Teil von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz selbst, aber auch von anderen Stiftungen und Organisationen sowie von Bundesländern, Landschaftsverbänden (NRW) und Kommunen. Viele der Jugendlichen, die ein Freiwilliges Jahr in der Denkmalpflege in einer Jugendbauhütte hinter sich bringen, absolvieren anschließend ein Studium der Geschichte, der Kunstgeschichte oder eine entsprechende Handwerkerlehre.

Fluthilfecamp der Jugendbauhütten In den Jahren 2023, 2024 und 2025 zogen jeweils über 300 Jugendliche für vierzehn Tage in ein großes Zeltcamp an die Ahr. An rund 20 Denkmalen in acht Orten im Ahrtal legten die Freiwilligen, alle aktive oder ehemalige Teilnehmer der Jugendbauhütten, Hand an. In zwei Wochen wurden Fachwerkwände ausgemauert, Dachstühle gerichtet und Türen gestrichen. Die Motivation der Freiwilligen aus ganz Deutschland erklärt eine Teilnehmerin:

36 fachmännische Anleiter standen hierbei den Jugendlichen zur Seite, um die Schäden der Flutkatastrophe 2021 zu lindern.Monumente Nr. 4, Deutsche Stiftung Denkmalschutz August 2024, , S. 26.

Seit 2023 hat sich das Fluthilfecamp der Jugendbauhütten im Ahrtal zur größten bundesweiten Jugendbauhütten-Veranstaltung mit 21 Einzelbaustellen entwickelt. 2025 arbeiteten 366 Teilnehmer mit 38 Anleitern aus acht Gewerken zusammen. Nach drei Camps endet der Großeinsatz im Ahrtal, aber ein mobiles Team bleibt vor Ort aktiv.

Und aus dem Fluthilfecamp wird 2026 das Denkmalrettercamp: Ein Großeinsatz der Jugendbauhütten an einem Denkmal, das ihre Fachkundige Leidenschaft dringend benötigt.

Schwarzbuch Über 900 Denkmale gingen allein in den Jahren 2023/24 verloren. Im Jahr 2025 zeigte die DSD zum ersten Mal Verluste und Bedrohungen in der bundesweiten Denkmallandschaft exemplarisch auf. Für ihr Schwarzbuch der Denkmalpflege hat sie zwei Jahre lang flächendeckend recherchiert, verlorene und gefährdete Denkmale gesammelt, kategorisiert und aufgearbeitet. Die Publikation erscheint jährlich.

Denkmalverluste und ihre Ursachen wurden im ersten Schwarzbuch anhand von rund 40 Beispielen für verlorene oder aktuell gefährdete Denkmale in Deutschland dargestellt und eine Bilanz gezogen. Ergänzt wird die Darlegung der Missstände durch konstruktive Lösungsansätze an positiven Fallbeispielen und allgemeine Informationen rund um das Thema Denkmalpflege.

Am 19. August 2025 stellte die DSD in Berlin ihr Schwarzbuch der Denkmalpflege erstmals der Öffentlichkeit vor. Über 1000 Presseberichte in wenigen Tagen nahmen die Nachricht auf. Begleitet wurde die Präsentation von einer plakativen Kundgebung vor dem Brandenburger Tor.Monumente Nr. 5 | Oktober 2025, S. 56/57

Ortskuratorien 85px|links

Die bundesweit mehr als 85 Ortskuratorien der Deutschen Stiftung Denkmalschutz organisieren Ausstellungen, Vorträge, Führungen und Konzerte, informieren über die Arbeit der Stiftung und unterstützen Denkmale durch Benefizveranstaltungen.

Die über 500 ehrenamtlichen Mitglieder der Ortskuratorien leisten so einen bedeutenden Beitrag zur bundesweiten Stiftungstätigkeit der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.Die Ortskuratorien der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. In: denkmalschutz.de

Förderprojekte Rund 600 Projekte fördert die Stiftung jährlich mit rund 20 Millionen Euro, ermöglicht durch die Spenden von über 200.000 Förderern. Insgesamt konnte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bisher über 7.500 Denkmale mit mehr als eine drei viertel Milliarde Euro in ganz Deutschland unterstützen.