John Friedrich „Joe“ Strassner, kurz Joes Strassner, auch Joe Straßner (* 28. April 1898 in Berlin-Charlottenburg;Landesarchiv Berlin, Geburtsregister Standesamt Berlin-Charlottenburg I, Nr. 423/1898 † um den 14. März 1970 in New York City, New York, Vereinigte Staaten), war ein deutscher Modeschöpfer und Kostümbildner, der bedeutendste Vertreter seiner Zunft im deutschen Film vor 1933.

Leben John „Joe“ Strassner begann seinen beruflichen Werdegang am Theater in München. Später kehrte er nach Berlin zurück und eröffnete auf dem Kurfürstendamm einen eigenen Modesalon. Seit Mitte der 20er Jahre begann der Kinofilm an Bedeutung in Strassners Karriere zu gewinnen. Beim Stummfilm war er vor allem für die Eichberg-Film, die Produktionsfirma des Regisseurs Richard Eichberg, aktiv. Zu dieser Zeit lernte er Eichbergs Protegé Lilian Harvey kennen, für die er zu Beginn des Tonfilmzeitalters besonders intensiv arbeiten sollte.

Im Oktober 1929 gründete er mit Renate Harttung die Joe Strassner GmbH und eröffnete in Berlin, Kurfürstendamm 233, einen eigenen Modesalon.Handelsregister Berlin HRB Nr. 43349

Strassners Entwürfe zeichneten sich durch großen Chic, Eleganz und Glamour aus. Seine Kostüme und Anzüge wurden von den bedeutendsten Stars jener Jahre getragen, darunter Hans Albers, Heinz Rühmann, Käthe von Nagy, Elisabeth Bergner, Willy Fritsch, Emil Jannings und Anna Sten. Zahlreiche Leinwand-Prominente ließen sich von Strassner auch privat einkleiden. Gemeinsam mit Lilian Harvey folgte Strassner zum Jahresbeginn 1933 einem Angebot aus Hollywood, wo er zunächst die Kostüme zu zwei wenig erfolgreichen US-amerikanischen Harvey-Filmen entwarf. Angesichts mangelnder Anschlussangebote verließ Strassner die USA wieder, konnte aber als Jude in das mittlerweile nationalsozialistisch gewordene Deutschland nicht mehr heimkehren.

Joe Strassner ließ sich 1934 in London nieder und avancierte bis in die frühen 1940er Jahre hinein zum führenden Kostümier des britischen Kinos. Strassner war an einer Reihe zentraler Produktionen der Regisseure Paul Czinner und Alfred Hitchcock beteiligt. Anfang 1937 kündigte Strassner in London die Eröffnung eines eigenen Modesalons an. Seine Firma ‘Strassner Ltd., Haute Couture‘ bestand bis Frühjahr 1941. Zu dieser Zeit, inmitten der Luftschlacht um England, verließ der Jude Strassner das ihm unsicher werdende Großbritannien und übersiedelte in die USA. Strassner ließ sich in Los Angeles nieder und nahm die amerikanische Staatsbürgerschaft an. Aktivitäten in den USA sind kaum nachzuweisen; beim Film und am Theater arbeitete er nicht mehr. Zuletzt lebte Joe Strassner in New York.

Filmografie 1925: Luxusweibchen 1925: Leidenschaft 1926: Die keusche Susanne 1928: Schmutziges Geld 1930: Hokuspokus 1930: Einbrecher 1930: Die Drei von der Tankstelle 1930: Ein Burschenlied aus Heidelberg 1930: Der Mann, der seinen Mörder sucht 1930: Ihre Majestät die Liebe 1930: Der Mörder Dimitri Karamasoff 1930: Ariane 1931: Ihre Hoheit befiehlt 1931: Die große Attraktion 1931: Salto Mortale 1931: Nie wieder Liebe 1931: Bomben auf Monte Carlo 1931: Sein Scheidungsgrund 1931: Ronny 1931: Stürme der Leidenschaft 1932: Zwei Herzen und ein Schlag 1932: Der Sieger 1932: Zigeuner der Nacht 1932: Das Mädel vom Montparnasse 1932: Der Rebell 1932: Wenn die Liebe Mode macht 1933: The Best of Enemies 1933: Die Schule der Liebe (My Weakness) 1933: Meine Lippen lügen nicht (My Lips Betray) 1934: Struensee – Mein Herz der Königin (The Dictator) 1935: Verlaß mich niemals mehr (Escape Me Never) 1935: Der rote Sultan (Abdul the Damned) 1935: Die 39 Stufen (The 39 Steps) 1935: Bulldog Jack 1935: Car of Dreams 1935: First a Girl 1935: The Clairvoyant 1935: The Tunnel 1935: Stormy Weather 1936: Tudor Rose 1936: Rhodes of Africa 1936: Geheimagent (Secret Agent) 1936: Sabotage 1936: East Meets West 1936: Everything is Thunder 1936: Head over Heels 1936: Wie es euch gefällt (As You Like It) 1937: Träumende Augen (Dreaming Lips) 1937: Take My Tip 1937: Action for Slander 1938: We’re Going to be Rich 1938: Stolen Life 1939: French Without Tears 1940: Under Your Hat 1941: Jeannie 1941: He Found a Star

Einzelnachweise

Literatur Kay Weniger: „Es wird im Leben dir mehr genommen als gegeben …“. Lexikon der aus Deutschland und Österreich emigrierten Filmschaffenden 1933 bis 1945. Eine Gesamtübersicht. ACABUS Verlag, Hamburg 2011, ISBN 978-3-86282-049-8, S. 492.

Weblinks – dort komplett falsche Daten – dort unvollständige und zum Teil falsche Daten

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