zentriert|350px|Goebbels besucht die Ausstellung In München wird die nationalsozialistische Propagandaausstellung Entartete Kunst eröffnet. zentriert|350px|Weltfachausstellung Paris 1937 In Paris findet die Weltfachausstellung 1937 statt.
mini|links|hochkant=1.4|Lageplan der Pariser Weltausstellung: 190 Pavillons, zusammengefasst in Abteilungen, waren zwischen der Spitze der Île aux Cygnes und der Place de la Concorde beiderseits der Seine angeordnet. Der Hauptzugang (Porte d’Honneur) erfolgte vom Trocadéro. Zusätzliche Standorte befanden sich auf dem Boulevard Kellermann, bei der Porte de Saint-Cloud und der Porte Maillot; sie waren mit Straßenbahnlinien angebunden (Archiv der Zeitschrift L’Illustration) Im Jahr 1937 findet in Paris die Weltfachausstellung 1937 statt, die dem Thema Kunst und Technik im modernen Leben gewidmet ist und von 34 Millionen Menschen besucht wird. Dabei werden zahlreiche Goldmedaillen vergeben, unter anderem an Boris Michailowitsch Iofan, Anna Mahler, Marija Prymatschenko, Leni Riefenstahl, Lucien Simon, Albert Speer und Wilhelm Stoll.
Im nationalsozialistischen Deutschland werden die Reichsausstellung Schaffendes Volk und die Große Deutsche Kunstausstellung sowie die beiden Propaganda- und Schandausstellungen Entartete Kunst und Der ewige Jude eröffnet. Die beiden letzteren werden anschließend als Wanderausstellung in mehreren Städten gezeigt.
Als Reaktion auf die Vergabe des Friedensnobelpreises an Carl von Ossietzky stiftet Adolf Hitler überdies den Deutschen Nationalpreis für Kunst und Wissenschaft. Gleichzeitig wird allen Deutschen „für alle Zukunft“ untersagt, einen Nobelpreis anzunehmen.
In Kalifornien wird mit der Golden Gate Bridge bei San Francisco die zu diesem Zeitpunkt längste Hängebrücke der Welt eröffnet.
Ereignisse Weltfachausstellung in Paris
mini|links|Postkarte der Expo In Paris findet von 25. Mai bis 25. November die Weltfachausstellung 1937 statt. Die Ausstellungsfläche beträgt 101 Hektar und umfasst den Champ de Mars, den Trocadéro und das Seineufer. Die Ausstellung wird von 34 Millionen Menschen besucht. Die täglich von 9 bis 24 Uhr geöffnete Ausstellung ist dem Thema Kunst und Technik im modernen Leben gewidmet. Aus diesem Anlass wird das Palais du Trocadéro zum Palais de Chaillot umgebaut und das Museum für Vorgeschichte und Anthropologie (Musée de l’Homme) gegründet. Am 24. Mai werden auch im nahe gelegenen Palais de Tokyo das staatliche und das kommunale Museum moderner Kunst (Palais des Musées d’Art Moderne) eröffnet. Zahlreiche Festlichkeiten und Veranstaltungen ergänzen die Ausstellung. Es werden viele Goldmedaillen vergeben, unter anderem an Boris Michailowitsch Iofan, Anna Mahler, Marija Prymatschenko, Leni Riefenstahl, Lucien Simon, Albert Speer und Wilhelm Stoll.
mini|Paris während der Weltausstellung: rechts der Pavillon der Sowjetunion mit der Plastik, links gegenüber der Pavillon des Deutschen Reiches
Auf dem sowjetischen Pavillon der Weltausstellung in Paris befindet sich die Skulptur Arbeiter und Kolchosbäuerin von Wera Muchina im Stil des Sozialistischen Realismus. Nach der Ausstellung wird sie nach Moskau gebracht.
Der US-amerikanische Bildhauer Alexander Calder baut für den spanischen Pavillon einen Quecksilberspringbrunnen zum Gedenken an die Todesopfer des Quecksilberabbaus.
Im norwegischen Pavillon verarbeitet Hannah Ryggen die italienische Invasion in Äthiopien und den vergeblichen Appell des äthiopischen Kaisers Haile Selassies an den Völkerbund auf einem gewebten Wandteppich. Um die Italiener nicht zu brüskieren, wird ein Teil des Exponats Etiopia zensiert.
Nach dem Luftangriff auf Gernika am 26. April malt Pablo Picasso für die Weltausstellung in Paris das Gemälde Guernica. Das Bild wird am 12. Juli im spanischen Pavillon enthüllt.
Archäologie
8. März: Der römische Tempelschatz von Mauer an der Url wird entdeckt.
Architektur
30. Januar: Adolf Hitler verfügt mittels Führererlass die Einrichtung eines Generalbauinspektors für die Reichshauptstadt für Albert Speer und seinen Stab, um den Umbau Berlins und anderer deutscher Städte zu planen. Am 4. Oktober wird als juristische Grundlage das Gesetz für die Neugestaltung deutscher Städte beschlossen.
mini|Eröffnung der Golden Gate Bridge 28. April: Nach vierjähriger Bauzeit wird die Golden Gate Bridge bei San Francisco fertiggestellt, eine Hängebrücke am Eingang zur Bucht von San Francisco über das Golden Gate in Kalifornien. Sie ist das Wahrzeichen der gesamten Bay Area und gilt für viele heute neben der Freiheitsstatue von New York ein Symbol für die Vereinigten Staaten. Sie ist bei ihrer Eröffnung mit einer Hauptstützweite von 1280 Metern die längste Hängebrücke der Welt. Juni: Der im Stil des Art déco errichtete Zentralmarkt in Phnom Penh wird fertiggestellt. Die Streamline-Moderne, ein später Zweig des Art déco, erlebt ihren Höhepunkt. Das im typischen Stil des italienischen Faschismus erbaute Postgebäude in Tarent wird nach zweijähriger Bauzeit fertiggestellt.
Bildhauerei
Käthe Kollwitz beginnt mit der Arbeit an der Plastik Mutter mit totem Sohn, die ihrem im Krieg gefallenen Sohn Peter Kollwitz gewidmet ist.
Malerei
Salvador Dalí fertigt unter anderem die Gemälde Die Metamorphose des Narziss, Das Rätsel Hitlers, Die Erfindung des Ungeheuers und Schwäne spiegeln Elefanten. Max Ernst malt den Hausengel unter dem Eindruck des Spanischen Bürgerkriegs.
mini|links|hochkant|Paul Klee: Revolution des Viadukts, 1937, Hamburger Kunsthalle Paul Klee malt unter dem Eindruck des Faschismus die Revolution des Viadukts. René Magritte malt die Werke La Reproduction interdite, Hegels Ferien: Der Therapeut und Das rote Modell. Joan Miró malt in Paris das Stillleben mit altem Schuh.
Zeichnung und Comic
mini|hochkant|Vater und Sohn, die letzte Bildergeschichte: Abschied (Das größte Abenteuer) Dezember: Nach drei Jahren erscheint in der Berliner Illustrirten Zeitung im Ullstein Verlag die letzte Folge der Bildergeschichten Vater und Sohn von Erich Ohser alias e.o.plauen.
Künstlervereinigungen
In Mexiko wird Taller de Gráfica Popular gegründet, ein Zusammenschluss internationaler Künstler.
Lehre und Forschung
Heinz Reimann gründet in London die Reimann School and Studios, eine private Kunst- und Kunstgewerbeschule, als Zweigstelle der Schule Reimann in Berlin-Schöneberg. Die praxisorientierte Ausbildung umfasst verschiedene Fachbereiche, darunter Gebrauchsgrafik, Mode und Schneiderei, Fotografie, Innenarchitektur und Allgemeine Studien. Die Abteilung für Ausstellungsgestaltung ist die erste ihrer Art an einer englischen Kunstschule. Den Studierenden wird größtmögliche Freiheit bei der Wahl ihrer Kurse gegeben, was einen radikalen Bruch mit der traditionellen künstlerischen Ausbildung in England darstellt. Die „Studios“ genannten angeschlossenen Werkstätten arbeiten eng mit Industrie und Handel zusammen und die Studierenden können über das integrierte Studio bereits während ihrer Ausbildung mit Kunden in Kontakt treten. Damit nimmt sie eine Vorreiterrolle gegenüber den Londoner Kunsthochschulen wie dem Royal College of Art ein. Während ihres kurzen Bestehens bringt die Schule eine Reihe produktiver Künstler – sowohl Lehrende als auch Studierende – zusammen, die das britische Design nachhaltig prägen.
Museen und Ausstellungen
8. Mai: In Düsseldorf wird die Reichsausstellung Schaffendes Volk eröffnet. Darin werden neben „neuer deutscher Kunst“ auch „neues deutsches Wohnen“ und „neues deutsches Arbeiten“ vorgeführt. In Düsseldorf entsteht mit der Ausstellung ein völlig neuer Stadtteil, von dem heute nur noch der Nordpark erhalten ist.
miniatur|hochkant|Adolf Hitler während seiner Ansprache zur Eröffnung der 1. Großen Deutschen Kunstausstellung 18. Juli: In München wird das von Paul Ludwig Troost entworfene und von seiner Witwe Gerdy Troost unter Mithilfe von Leonhard Gall verwirklichte Haus der Deutschen Kunst eröffnet. Die darin gezeigte Große Deutsche Kunstausstellung ist als Verkaufsausstellung konzipiert und repräsentativ für die Kunst im Nationalsozialismus. 19. Juli: Die nationalsozialistische Propagandaausstellung Entartete Kunst wird in München eröffnet. Sie dauert bis November und wird anschließend als Wanderausstellung in mehreren Städten gezeigt. Die Ausstellung gehört mit der am 8. November eröffneten Ausstellung Der ewige Jude zum Zyklus der „Schandausstellungen“. Entartete Kunst ist während der nationalsozialistischen Diktatur in Deutschland der offiziell propagierte Begriff für die mit rassentheoretischen Begründungen diffamierte moderne Kunst.
Das Doerner Institut zur Betreuung der Bestände der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen wird gegründet. Die Solomon R. Guggenheim Foundation wird vom US-amerikanischen Kunstmäzen Solomon R. Guggenheim und der deutschen Malerin Hilla von Rebay gestiftet.
Preisverleihungen
30. Januar: Als Reaktion auf die Vergabe des Friedensnobelpreises an Carl von Ossietzky stiftet Adolf Hitler den Deutschen Nationalpreis für Kunst und Wissenschaft. Gleichzeitig wird allen Deutschen „für alle Zukunft“ untersagt, einen Nobelpreis anzunehmen. Die Entwürfe der Urkunden von Gerdy Troost werden am 7. Dezember vorgelegt. Die Verkündung der ersten Preisträger erfolgt bereits drei Monate früher, am 7. September. Ernst Eck, Franz Elsner, Maximilian Florian, Oskar Laske, Max Neuböck, Ekke Ozlberger, Robert Philippi, Igo Pötsch, Oswald Roux, Hans Ruzicka-Lautenschläger, Wolfgang Schaukal und Franz Windhager werden mit dem Julius-Reich-Preis ausgezeichnet.
Geboren Januar bis März 2. Januar: Reinhold Wittig, deutscher Geologe, Künstler und Spieleautor († 2026) 14. Januar: Horst Becking, deutscher Maler 16. Januar: Klaus Ensikat, deutscher Grafiker und Illustrator 18. Januar: Hans Hödl, österreichischer Bergsteiger und Fotograf 22. Januar: Ludwig Rotthowe, deutscher Fotograf († 2017) 24. Januar: Wilfried Wiegand, deutscher Journalist und Kunsthistoriker 25. Januar: Karsten Harries, deutsch-US-amerikanischer Philosoph und Kunsttheoretiker 29. Januar: Gerald Ferguson, US-amerikanisch-kanadischer Maler und Konzeptkünstler († 2009)
5. Februar: Joachim Schmettau, deutscher Bildhauer 11. Februar: Norbert Werner, deutscher Kunsthistoriker († 2019) 14. Februar: Mechthild Homberg, deutsche Malerin und Grafikerin († 2025) 15. Februar: Gretel Stadler, deutsche Künstlerin 23. Februar: Tamis Wever, niederländischer Maler und Theologe († 2004) 26. Februar: Eduardo Arroyo, spanischer Maler, Grafiker, Bühnenbildner und Schriftsteller († 2018)
1. März: Lore Heuermann, deutsch-österreichische Bildende Künstlerin, Grafikerin und Zeichnerin († 2025) 2. März: Melchior Frommel, deutscher Bildender Künstler 3. März: Eduard Arkadjewitsch Steinberg, russisch-sowjetischer Maler († 2012) 5. März: Kamran Diba, iranischer Architekt und Städteplaner 5. März: Peter Sylvester, deutscher Maler und Grafiker († 2007) 9. März: Peter Vogel, deutscher Objektkünstler († 2017) 15. März: Niele Toroni, Schweizer Maler 25. März: Ulf Zimmermann, deutscher Architekt 29. März: Christian Tümpel, deutscher Kunsthistoriker († 2009)
April bis Juni 6. April: Richard Heß, deutscher Künstler († 2017) 10. April: Reinhard Liess, deutscher Kunsthistoriker 10. April: Heiner Zametzer, deutscher Kulturhistoriker und Kulturwissenschaftler († 2006) 15. April: Hans Baschang, deutscher Maler, Zeichner und Bildhauer († 2017) 17. April: James Licini, Schweizer Bildhauer und Plastiker († 2025) 18. April: Barbara Bredow, deutsche Künstlerin 18. April: Tim Scott, britischer Bildhauer 19. April: Otto Weisser, Schweizer Fotograf 21. April: Jorge La Guardia, spanischer Künstler 24. April: Francis Bertrand, belgischer Comiczeichner († 1994) 29. April: Hiromi Akiyama, japanischer Bildhauer († 2012)
2. Mai: Thomas Billhardt, deutscher Fotograf und Publizist († 2025) 2. Mai: Manfred Hermann, deutscher römisch-katholischer Pfarrer und Kunsthistoriker († 2011)