Seloi Malere (Malere) ist ein osttimoresischer Suco im Verwaltungsamt Aileu (Gemeinde Aileu). Der Name Seloi stammt aus dem Mambai und bedeutet „wählen“, im Sinne von nur das Gute auswählen.
Geographie
mini|links|Landschaft in Seloi Malere
Seloi Malere reicht vom Zentrum bis in den Norden des Verwaltungsamts Aileu. Nordwestlich liegt der Suco Seloi Craic, nordöstlich der Suco Aissirimou, südöstlich die Sucos Fahiria und Lausi, südlich der Suco Liurai und westlich der Suco Hurai-Raco,Direcção-Geral de Estatística: . der mit den Aldeias Maurusa und Taratihi am 23. Dezember 2024 von Seloi Malere abgetrennt wurde. An der Grenze im Südosten fließen die Flüsse Mumdonihun und Manolane. Der Fluss Liurai entspringt im Westen. Die Flüsse gehören zum System des Nördlichen Laclós. Im Nordwesten reicht Seloi Malere bis an den Lago Seloi.
Der Suco hatte bis zur Abspaltung von Hurai-Raco eine Fläche von 28,05 km². Nun teilt er sich noch in die vier Aldeias Cotbauru, Hularema, Kabasfatin (Cabas Fatin) und Malere. (portugiesisch; PDF; 323 kB)
Durch den Osten des Sucos verläuft die Überlandstraße nach Dili, die vom Ort Aileu, der Gemeindehauptstadt im Südosten von Seloi Malere, weiter nach Maubisse und an die Südküste Timors führt. Stadtteile von Aileu sind Aileu Vila, Malere, Ercolobere, Slorhum und Kabasfatin. Im Nordosten liegt das Dorf Quinta de Portugal (Hularema).
Einwohner links|mini|Mann in Seloi Malere (2016)
2025 lebten in Seloi Malere 2.736 Menschen, davon waren 1.405 Männer und 1.331 Frauen. 2022 wohnten 2.218 der Einwohner in einer urbanen Umgebung.Institutu Nasionál Estatístika Timor-Leste: Final Main Report Census 2022, abgerufen am 18. Mai 2022.
Über 97 % der Einwohner geben Tetum Prasa als ihre Muttersprache an. Knapp 2 % sprechen Mambai.Ergebnisse des Zensus 2010 für den Suco Seloi Malere (Tetum; PDF; 8,3 MB)
Geschichte mini|Reisfelder in Aileu mini|Der Suco Seloi Malere vor der Abspaltung von Hurai-Raco 2024
1903 scheiterte in Aileu ein Aufstand gegen die Kolonialherren. Im Januar 1912 diente der Ort als Basis der Portugiesen bei der Niederschlagung der Rebellion von Manufahi.Geoffrey C. Gunn: Technische Universität Lissabon (PDF-Datei; 805 kB)
Zwischen 1942 und 1945 besetzten die Japaner Portugiesisch-Timor. Am 20. August 1942 wurde der Ort Aileu von 300 Colunas Negras, timoresischen Verbündeten der japanischen Invasoren, besetzt. Am 31. August töteten sie fünf portugiesische Soldaten und vier weitere Portugiesen, Beamte und Missionare. Japan schob diesen, wie auch andere Vorfälle, auf „eine Gruppe Westtimoresen“, die sich im Osten ansiedeln wollten und von Portugiesen misshandelt worden wären.Kisho Tsuchiya: Indigenization of the Pacific War in Timor Island: A Multi-language Study of its Contexts and Impact, S. 13, Journal War & Society, Vol. 38, No. 1, Februar 2018.
Aileu war bereits im Bürgerkrieg in Osttimor 1975 eine Hochburg der FRETILIN. Hierher zog sich auch die Führung nach der indonesischen Invasion von Dili zurück, bis auch Aileu am 31. Dezember 1975 von den Indonesiern überrannt wurde. Zuvor hatte die FRETILIN etwa 22 Gefangene aus dem Bürgerkrieg exekutiert.„Part 3: The History of the Conflict“ (PDF; 1,4 MB) aus dem „Chega!“-Report der CAVR (englisch)
In Aileu gab es Ende 1979 ein indonesisches Lager für Osttimoresen, die zur besseren Kontrolle von den Besatzern umgesiedelt werden sollten. (PDF; 1,3 MB) aus dem „Chega!“-Report der CAVR (englisch) 1980 wurde der Suco Seloi Malere durch Abtrennung der Aldeias Cotbauru, Taratihi und Hurai-Raco von Seloi Craic geschaffen. Der Suco Hurai-Raco wurde später von Seloi Malere abgetrennt, 2004 aber wieder an Seloi Malere angegliedert. Seit 2024 ist Hurai-Raco wieder eigenständig. (PDF; 1,2 MB)
Anfang September 1999 wurden während der indonesischen Operation Donner Einwohner verschiedener Sucos der Region von der AHI-Miliz (Aku Hidup dengan Integrasi/Indonesia) aus ihrem Heim vertrieben. Der Suco Seloi Malere wurde am 6. September systematisch zerstört, Nutzvieh getötet und die Häuser niedergebrannt.
Ende 1999 gab es zeitweise Pläne, Aileu zur neuen Hauptstadt eines unabhängigen Osttimors zu machen. Diese wurden aber wieder verworfen. (PDF; 63 kB) Kämpfer der osttimoresischen Widerstandsbewegung FALINTIL wurden in Aileu von 2000 bis Februar 2001 kaserniert, nachdem die Vereinten Nationen die Verwaltung im Land übernommen hatten. Später begannen 600 der Kämpfer hier mit einer Ausbildung zu Soldaten der neuen Verteidigungskräfte Osttimors.
Politik Bei den Wahlen von 2004/2005 wurde Fernando Morão de Jesus zum Chefe de Suco gewählt. Bei den Wahlen 2009 gewann Jacinto Ribeiro Dias und wurde 2016 bestätigt. 2023 wurde António dos Santos Loco zum Chefe de Suco gewählt.Konsellu Suku Seloi Malere: Seloi Malere, 9/04/2026, abgerufen am 8. März 2026.
Weblinks
(Tetum; PDF; 8,3 MB) (tetum; PDF;) Seeds of Life: Suco information sheets Aileu Vila (Tetum)
Einzelnachweise
Kategorie:Suco in Aileu (Gemeinde) Kategorie:Aileu (Verwaltungsamt)