miniatur|Wasserfall in der Rosenlaui-Schlucht Die Gletscherschlucht Rosenlaui ist eine enge, klammartige Schlucht im Rychenbachtal in den Berner Alpen. Durch sie fliesst der Wyssenbach, der manchmal auch Rosenlauibach genannt wird, in das Gebiet Rosenlaui hinunter und zum Rychenbach, einem Nebenfluss der Aare. Der für Besucher mit einem Felsenweg zugänglich gemachte Canyon liegt im Gebiet des UNESCO-Weltnaturerbegebiets Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch und zum Teil im Gletschervorfeld des Rosenlauigletschers, das durch das Bundesinventar der Auengebiete von nationaler Bedeutung geschützt ist.Objektblatt «Rosenlauigletscher» im Bundesinventar der Auengebiete von nationaler Bedeutung.

Lage Die Gletscherschlucht Rosenlaui befindet sich im mittleren Abschnitt des Rychenbachtals in der Gemeinde Schattenhalb. Durch die Schlucht erreicht der Wyssenbach vom hoch gelegenen Gletschervorfeld des Rosenlauigletschers den Talboden des Rychenbachtals beim Weiler Rosenlaui und der gleichnamigen Alpsennerei. Die Schlucht beginnt unter der Felskuppe «Gletscherhubel», 800 Meter südöstlich vom Hotel Rosenlaui, auf der Höhe von und endet nach einer Strecke von rund einem halben Kilometer und 150 Meter tiefer in der Nähe der Autostrasse bei Rosenlaui. Der Wyssenbach überwindet in der verwinkelten Schlucht den Höhenunterschied mit kleinen und grossen Wasserfällen. Auf beiden Seiten des Einschnitts ist der Berghang auf der rechten Seite des Rychenbachtals bewaldet. Die steilen Abhänge werden rechts vom Wyssenbach, im Nordosten, vom Rosenlouiwistock und auf der linken Seite, im Südwesten, vom Kleinen Wellhorn überragt. Im oberen Schluchtabschnitt überquert der Alpinwanderweg zur Dossenhütte und zur Engelhornhütte die Schlucht mit einer Brücke.

Tourismus Durch eine besonders eindrückliche Passage der Schlucht ist ein gesicherter Weg von 573 Metern Länge mit mehreren Tunnels und Treppen und einer Höhendifferenz von 155 Metern in den Fels gesprengt. Der kostenpflichtige Weg, der zu den bedeutenden Sehenswürdigkeiten des Berner Oberlands zählt, ist von Mitte Mai bis Mitte Oktober geöffnet.

Bereits im 19. Jahrhundert wurde die Rosenlauischlucht in Reisebüchern erwähnt. Damals führte eine einfache Holztreppe zur Schlucht hinunter. Im Jahre 1901 übernahm der Meiringer Hotelier Kaspar Brog die Rosenlaui-Liegenschaft und plante, den oberen Teil der wilden Schlucht zu erschliessen. Am 28. Oktober 1901 wurden die Bauarbeiten aufgenommen und am 6. Juni 1903 fand die Eröffnung statt.Christine Kehrli-Moser: Rosenlaui. 240 Jahre Tourismus- und Hotelträume an der Grossen Oberlandtour. Schattenhalb 2009.

Im Winter 1930/31 liessen die Nachkommen von Kaspar Brog den Schluchtweg auf die heutige Länge ausbauen. Später wurde der Weg renoviert und den heutigen Sicherheitsstandards angepasst. Die zwei längsten Tunnels sind in den letzten Jahren mit einer Solarlichtanlage ausgestattet worden.

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