Habsthal ist ein Teilort Weitharts, eine von acht Ortschaften der baden-württembergischen Gemeinde Ostrach; abgerufen am 9. Februar 2015 im Landkreis Sigmaringen.

Geographie Geographische Lage Habsthal liegt etwas mehr als sechs KilometerTop25 Viewer [Top. Karte 1:100000 Baden-Württemberg] nordwestlich vom Hauptort Ostrach. Im Süden grenzt Habsthal an den Ostracher Teilort Levertsweiler, im Westen an das Waldgebiet Weithart und Hausen am Andelsbach (zu Krauchenwies), im Norden an Rosna (zu Mengen) sowie im Osten an die Ostracher Teilorte Eimühle und Bernweiler.

Ausdehnung des Gebiets Nach Zusammenlegung der Gemarkungen, Neuvermessung und Feldwegregulierung umfasst die gesamte Markungsfläche Habsthals seit dem Jahr 1903 635 Hektar.

Schutzgebiete Biotope In Habsthal sind einige Biotope – bestimmte Lebensräume einer in diesem Gebiet vorkommenden Lebensgemeinschaft (Biozönose) – ausgewiesen, kleinste Einheiten der Biosphäre. Im Bereich des Naturschutzes und der Landschaftspflege werden Biotope aus pragmatischen Gesichtspunkten zu Biotoptypen zugeordnet. Der Biotopschutz ist eine Strategie innerhalb des Naturschutzes. Sein Ziel ist in der Regel die Erhaltung von Populationen gefährdeter und schutzwürdiger Tier- und Pflanzenarten durch besonderen Schutz und Erhalt ihrer Lebensräume.

Die folgende, noch unvollständige, sortierbare Liste führt die Biotope innerhalb Habsthals, Namen und Nummern entsprechen den amtlichen Bezeichnungen.

SG-Nr. Name Größe(ha) Höhe(ü NN) NR KO Erfassung Bemerkung/en Bild 180214370932 Feldhecke nordöstlich von Habsthal 0,0787 590bis610 DAP 17. August 199617. September 2011 Geschlossene, fünf Meter hohe von Schlehe und Hasel geprägte Feldhecke. 180214370933 Feldhecke an der K8240 nordöstlich von Habsthal 0,0173 587 DAP 17. August 199617. September 2011 2 Teilflächen.Geschlossene straßenbegleitende Feldhecke auf einer flachen ost-exponierten Böschung. 180214370935 Feldhecke II an der L286 nördlich bis östlich von Habsthal 0,3035 620bis627 DAP 17. August 199617. September 2011 6 Teilflächen.Gehölzartenreiche straßenbegleitende Feldhecken auf zum Teil sehr steilen Böschungen mit artenreicher Saumvegetation. zentriert|200x200px 180214370936 Feldhecke nordwestlich von Habsthal 0,0388 638 DAP 18. August 199617. September 2011 Lückige Feldhecke auf einer süd-exponierten Böschung entlang eines asphaltierten Wirtschaftswegs. zentriert|200x200px 180214370937 Hohlweg und Feldgehölz am nordwestlichen Ortsrand von Habsthal 0,6641 620bis635 DAP 18. August 199617. September 2011 Der Biotop ist ein Gebiet von lokaler Bedeutung und guter Ausprägung, der gut ausgeprägte, etwa zehn bis fünfzehn Meter tief eingeschnittene Hohlweg stellt ein Beispiel für eine historische Nutzungsform dar. zentriert|200x200px 180214370942 Feldhecke III östlich von Habsthal 0,0100 611 DAP 18. August 199617. September 2011 Dichte Feldhecke auf einer rund sechs Meter breiten und bis fünf Meter hohen, recht steilen ost-exponierten Böschung entlang eines asphaltierten Wirtschaftsweges an einem nordost-exponierten Hang. 180214370944 Feldgehölz westlich des Klosters Habsthal 0,3552 631 DAP 18. August 199617. September 2011 Geschlossenes, etwa 15 Meter breites Feldgehölz von prägender Bedeutung für das Landschaftsbild auf einer nordost-exponierten Böschung an einem ebenso exponierten Hang. 280214370051 Feuchtgebiet W Habsthal 0,2420 647 DAP 5. Februar 1990 Moorbereich und Feuchtbiotop. 280214370361 Buchenwälder NW Habstal 2,4675 620bis647 DAP 6. Mai 2000 2 Teilflächen.Seltene naturnahe Waldgesellschaft.

Geschichte mini|hochkant=1.34|Habsthal auf einer Karte mit der „Beschreibung des ostrachischen Bezirks“ aus dem Jahr 1697

Erste Spuren im Gebiet des heutigen Habsthals fanden sich nordwestlich im Gewann „Fohrenstock“. 1854 wurden durch Carl Freiherr von Mayenfisch, seit 1846 Leiter der Fürstlich Hohenzollerischen Sammlungen und der Bibliothek in Sigmaringen, hier drei Grabhügel geöffnet, die Grabbeigaben konnten der späten Hallstattzeit um 500 v. Chr. zugeordnet werden.

Die Römer unterwarfen 15 v. Chr. die im Alpenvorland zwischen Bodensee und Inn siedelnde keltische Stämmegruppe der Vindeliker und kultivierten das Gebiet. Zwei Römerstraßen führten am heutigen Habsthal vorbei: eine von Altshausen über Ostrach, Wangen, Bernweiler, Habsthal und Krauchenwies nach Sigmaringen, eine andere von Pfullendorf über Mottschieß nach Mengen. 1894 wurde beim Habsthaler Wirtshaus ein aus Bronze gefertigter römischer Sporn (ursprünglich ‚Spieß‘, allgemein ‚ein Werkzeug zum Stoßen oder Stechen‘) gefunden.

Im Jahr 1259 schenkte Pfalzgraf Hugo von Tübingen den Ort an die Dominikanerinnen des Klosters Mengen, das wahrscheinlich unmittelbar danach nach Habsthal verlegt wurde und in der Folgezeit mit Rosna und Bernweiler eine eigene Herrschaft bildete.

1806 gelangten Habsthal und das Kloster durch die Rheinbundakte in das Eigentum der Herrschaft Hohenzollern-Sigmaringen. In den Jahren 1829 bis 1833 wurde die Leibeigenschaft der Bewohner Habsthals aufgehoben, zur Mitte des 19. Jahrhunderts die Zehnt abgelöst.

1903 legte man oberhalb des „Herrenbrünneles“ einen neuen Friedhof für die Gemeinden Rosna und Habsthal an. Der alte Friedhof an der Klostermauer seitlich des unteren Tors, der seit 1680 als Grablege gedient hatte, wurde geschlossen und 1966 eingeebnet. Heute befindet sich an der Stelle eine kleine Grünanlage mit zwei Kriegerdenkmalen (siehe unten).

Das im Jahr zuvor erbaute Schulhaus und sieben Anlieger bekamen 1907 Wasseranschlüsse. 1932 erhielt der Ort eine Kanalisation. Erst 1965 wurde Habsthal an die heutige Wasserversorgung mit einem Brunnen im Habsthaler Ried und einem Hochbehälter auf dem Habsthaler Spitz angeschlossen.

Im Zuge der Gebietsreform in Baden-Württemberg wurde die Gemeinde Habsthal mit dem Ort Bernweiler am 1. Oktober 1974 nach Ostrach eingemeindet und bildet seitdem zusammen mit Einhart und Levertsweiler die Ortschaft Weithart.

Ortsname Auf „thal“ endende Ortsnamen sind meist mit der Person der einstigen Besitzer verbunden, so ist Habsthal offenbar das alte Habuchestal. Habuccho oder Habech erinnert wahrscheinlich an das Anwesen des Habesch. Folgende Ortsnamen werden in den vergangenen Jahrhunderten genannt: Habuchotal (786), Habechental (1012), Habechesdal (1059), Habstal (1259), Habsthaal (1259), Habestal (1276), Hapstal (1302), Habchstal (1358), Hapchstal (1362), Habstall (1520) sowie Haabsthall, abgerufen am 3. Dezember 2015 (1740).

Einwohnerentwicklung In Habsthal wurden 1875 132 Einwohner gezählt, 1905 181Volkszählung 1905, 1961 waren es 220, 1992 100, 135 im Jahr 2010 und 123 im Jahr 2014.

1875 1905 1961 1970 1992 2010 2014 132 181 220 177 100 135 123

Politik Ortsvorsteher Ortsvorsteher Habsthals ist Alois Müller, sein Vertreter ist Dominic Osswald. Beide wurden im Mai 2014 vom Ortschaftsrat gewählt und bestätigt.

Ehemalige Bürgermeister 1875 war Anton Burkart Bürgermeister und Standesbeamter, Gemeinderat und -rechner E. Frick sein Stellvertreter. Nachdem die Stelle des Bürgermeisters zuvor sieben Jahre nicht besetzt war, wurde Schmiedemeister Franz Burkhart 1902 in das Amt gewählt. Burkhart wohnte im Haus der ehemaligen Klosterschmiede beim alten Gottesacker.Otto H. Becker: Möchte doch Habsthal wieder ein Gotteshaus werden!. In: Hohenzollerischer Geschichtsverein (Hrsg.):

Wappen

Kultur und Sehenswürdigkeiten Bauwerke mini|Kloster Habsthal

Das Kloster Habsthal, eigentlich Benediktinerinnenkloster Unserer Lieben Frau Habsthal, ist ein von Benediktinerinnen genutztes Kloster. Es ist ein wenig bekanntes barockes Kleinod in Oberschwaben. Die Klosterkirche St. Stefan birgt eine Menge künstlerischer Schätze und verdeutlicht in den Kunstwerken die Marienverehrung, die im Mittelpunkt ihrer fast 600 Jahre ansässigen Theologie stand. Dies widerspiegelt sich heute noch in der barocken Ausstattung der Kirche. Die 1776 erbaute ehemalige Zehntscheuer ist die größte Baden-Württembergs, die im Originalzustand erhalten ist. Das auch „Fruchtkasten“ oder „Roßbau“ genannte Gebäude bot dem Forstwart ab 1892 eine Dienstwohnung und diente unter anderem der Gemeinde Habsthal bis 1962 als Feuerwehrschuppen.Walter Kempe: Beitrag zur Geschichte Habsthals. In: Hohenzollerischer Geschichtsverein (Hrsg.): , S. 58–60. Heute steht es unter Denkmalschutz, ist in Privatbesitz und wird zum Teil als Wohngebäude genutzt.

Denkmale Zwischen Ziegelbühl und Klosterstraße stehen zwei Kriegerdenkmale. Das eine, aus einem Granit-Findling hergestellt, erinnert an die „bis zum Jahr 1903 Verstorbenen und im Kriege 1870/71 Gefallenen der Gemeinden Habsthal-Rosna“, das andere wurde „den Gefallenen und Vermissten von 1914–1918 und 1939–1945“ errichtet.

Infrastruktur und Tourismus Verkehr Habsthal befindet sich mit Ostrach im Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau (NALDO) und seit dem 1. Januar 2009 auch im Bodensee-Oberschwaben Verkehrsverbund (bodo).

Tourismusrouten und Pilgerwege Habsthal ist eine Station der Oberschwäbischen Barockstraße.

Neben einigen von der Gemeinde Ostrach ausgeschilderten lokalen Wanderwegen verlaufen durch Habsthal die „Schleife 2“ und die „Schleife 3“ des Oberschwäbischen Pilgerwegs sowie der „Habsthaler Jakobsweg“, eine Etappe des Via Beuronensis.

Persönlichkeiten Franz Xaver Mezler (1756–1812), Mediziner, eröffnete 1807 eine „Erziehungsanstalt für bürgerliche Mädchen“ in Habsthal Karl Ruggaber (1886–1936), SPD-Landtagsabgeordneter, Opfer des Nationalsozialismus Tutilo Gröner (1899–1977), Benediktiner und Maler der Beuroner Kunstschule

Literatur Max Binder: Hohenfels, Wald und Habstal als Gebiete württembergischer und badischer Okkupationsabsichten 1805/06. In: Hohenzollerische Jahreshefte 7, 1940, S. 57–61. Walter Kempe: Beitrag zur Geschichte Habsthals. In: Hohenzollerischer Geschichtsverein (Hrsg.): Hohenzollerische Heimat, 42. Jahrgang, Nr. 2/Juni 1992 (S. 43–47) und Nr. 3/September 1992 (S. 58–60) Jürgen Schmidt: Der Wald Weithart aus forstwirtschaftlicher Sicht, gestern und heute. In: Hohenzollerischer Geschichtsverein (Hrsg.): Hohenzollerische Heimat, 39. Jahrgang, Nr. 3/September 1989 (S. 43–46; PDF; 5,2 MB) und Nr. 4/Dezember 1989 (S. 52–53; PDF; 5,2 MB)

Weblinks

Der Teilort Habsthal bei der Ortschaft Weithart auf der Internetseite der Gemeinde Ostrach

Einzelnachweise

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