Die Liste von Filmen mit Bezug zu Lissabon enthält in alphabetischer Reihenfolge Filme, bei denen die Stadt Lissabon Gegenstand der Aufmerksamkeit oder wesentlicher Teil der Filmhandlung ist. Nicht aufgeführt sind Filme, in denen Lissabon nur Drehort war oder keine wesentliche Bedeutung hatte. Auch die zahlreichen „Lissabonner Komödien“ der 1930er bis 1950er Jahre sind nicht mit aufgelistet (hierzu siehe auch entsprechende Beispiele unter Portugiesischer Film).
Spielfilme mini|Ascensor da Bica, 2002 A Bela e o Paparazzo („Die Schöne und der Paparazzo“, 2010), R: António-Pedro Vasconcelos, mit Soraia Chaves, Marco D’Almeida, Nicolau Breyner u. a. – Die romantische Komödie um einen Fernsehstar, einen Paparazzo und die unerbittlich-trügerische Boulevardpresse inmitten der malerischen alten Gassen und einiger moderner Referenzbauten Lissabons ist auch eine Liebeserklärung an die Stadt. Agentenfalle Lissabon, auch Lissabon – 3 Gräber für Agent 077 („Misión Lisboa“, 1965), R: Federico Aicardi und Tulio Demicheli, mit Brett Halsey, Marilù Tolo, Fernando Rey, Alfredo Mayo u. a. – Der Geheimagent 077 wird nach Lissabon geschickt, um eine elektromagnetische Formel von Dr. Kelstern zu suchen, welche auch andere Agenten begehren. A Janela („Das Fenster“, 2001), R: Edgar Pêra, mit Lúcia Sigalho, Manuel João Vieira, Nuno Melo, José Wallenstein u. a. – Schräge Kriminal-Parodie aus dem Bica-Viertel rund um den Ascensor da Bica. Alice (2005), R: Marco Martins, mit Nuno Lopes, Beatriz Batarda u. a. – Ein verzweifelter junger Vater irrt seit 193 Tagen täglich aufs Neue durch das Gewühl der Lissabonner Unterstadt auf der Suche nach seiner dort verloren gegangenen kleinen Tochter. Der Film mit Musik von Bernardo Sassetti gewann viele Preise von Cannes und Berlin bis Mar del Plata und Raindance. Alla rivoluzione sulla due cavalli (2001), R: Maurizo Sciarra, mit Adriano Giannini, Andoni Gracia, Gwenaëlle Simon u. a. – Drei Freunde aus Studienzeiten fahren von Italien nach Lissabon in ihrer Ente 2CV, als dort die Nelkenrevolution die Diktatur beendet. Aspern (1982), R: Eduardo de Gregorio, mit Jean Sorel, Bulle Ogier, Alida Valli u. a. – Ein französischer Verleger sucht in Lissabon unbeirrbar nach dem unveröffentlicht gebliebenen, letzten Roman des amerikanischen Autors Jeffrey Aspern aus den 1930er Jahren, den er bei dessen Muse vermutet, und bei der er sich daher einquartiert. Belarmino (1964), R: Fernando Lopes – Das sozialkritische, halbdokumentarische Porträt eines Amateurboxers zeigt das mondäne und das einfache Lissabon der Swinging Sixties. Ein Hauptfilm des Novo Cinema. Bella Block: Für immer und immer (2014), R: Christian von Castelberg, mit Hannelore Hoger, Henry Hübchen, Hansjürgen Hürrig, aber auch portugiesischen Schauspielern wie Ana Padrão, Albano Jerónimo oder Teresa Madruga – 35. Folge der ZDF-Krimireihe Bella Block. Cabaret Maxime (2018), R: Bruno de Almeida, mit Michael Imperioli, Ana Padrão, David Proval, John Ventimiglia, Mike Starr, Drena De Niro u. a. – Ein traditioneller Nachtklub im Lissabonner Ausgehviertel Cais do Sodré versucht der Gentrifizierung und der harten Prostitution zu widerstehen; atmosphärischer Gangster- und Cabaretfilm in freier Anlehnung an das tatsächliche Cabaret Maxime. mini|Bronzestatue von Fernando Pessoa vor dem Café A Brasileira Conversa Acabada („Ein beendetes Gespräch“, 1982), R: João Botelho – Verfilmung der freundschaftlichen Beziehung von Fernando Pessoa und Mário de Sá-Carneiro im Lissabon des frühen 20. Jh. Crónica dos Bons Malandros (1984), R: Fernando Lopes, mit João Perry, Lia Gama, Paulo de Carvalho, Nicolau Breyner u. a. – Kriminalkomödie um eine Gruppe chaotischer Kleinkrimineller in Lissabon, die einen Kunstraub im Museu Calouste Gulbenkian planen. Das Wasser – Der letzte Kopfsprung („O Último Mergulho“, 1992), R: João César Monteiro, mit Fabienne Babe, Canto e Castro und Francesca Prandi u. a. – Ein Selbstmörder und ein alter Seemann begegnen sich am Tejo-Ufer und feiern nochmal zwei Tage durch Lissabon, danach erleben beide unerwartete Wendungen. Der Fremdenführer von Lissabon (1956), R: Hans Deppe, mit Vico Torriani, Inge Egger, Gunnar Möller, Mare Lane u. a. – Unbeschwerter Unterhaltungsfilm aus der Wirtschaftswunderzeit. Derivas („Drifts“, 2013), R: Ricardo Costa, mit dem Regisseur in einer Doppelrolle – Zwei unangepasste ältere Brüder streifen durch Lissabon, treffen alte Freunde und unbekannte Menschen und begegnen dabei den eigenen menschlichen Schwächen und denen der Mitmenschen. Der Lissabon-Krimi (seit 2018), Fernsehserie der ARD (Das Erste), mit Jürgen Tarrach, Vidina Popov, Christoph Schechinger, Katharina Pichler, André Gago u. a. – Der Rechtsanwalt Eduardo Silva und seine junge Assistentin Márcia Amaya ermitteln in den malerischen Kulissen Lissabons. Der Ring der Verschworenen („The Conspirators“, 1944), R: Jean Negulesco, mit Hedy Lamarr, Paul Henreid, Sydney Greenstreet, Peter Lorre u. a. – Der holländische Widerstandskämpfer Vincent Van Der Lyn flüchtet vor den Nazis ins neutrale Lissabon, wo er sich einer Untergrundgruppe anschließt, um einen Nazi-Spion unter ihnen zu enttarnen. Der Stand der Dinge (1982), R: Wim Wenders, mit Patrick Bauchau, Allen Garfield, Rebecca Pauly u. a. – Ein US-amerikanisches Filmteam kann ihren Science-Fiction an der Atlantikküste nicht weiter drehen und vergnügt sich teilweise im nahen Lissabon. Die Geheimnisse von Lissabon („Mistérios de Lisboa“, 2010), R: Raúl Ruiz, mit Adriano Luz, Maria João Bastos, Ricardo Pereira, Clotilde Hesme u. a. – Ein Waisenjunge im Lissabon des frühen 19. Jahrhunderts erfährt von seiner lebenden Mutter und gerät in die intrigante Welt der Aristokratie. Prämierte Verfilmung der gleichnamigen Erzählung von Camilo Castelo Branco. Die Nacht von Lissabon (1971), R: Zbyněk Brynych, mit Martin Benrath, Erika Pluhar, Vadim Glowna, Horst Frank, Charles Regnier u. a. – Verfilmung des Emigrantenromans von Erich Maria Remarque. Die Schwächen der Frauen („Elles“, 1997), R: Luís Galvão Teles, mit Miou-Miou, Carmen Maura, Marthe Keller, Marisa Berenson, Guesch Patti, Joaquim de Almeida u. a. – Die turbulenten Geschichten sehr unterschiedlicher Freundinnen in Lissabon in einer nachdenklich-heiteren Liebeskomödie. Donzela Guerreira (2020), R: Marta Pessoa, mit Anabela Brígida, Dina Félix da Costa, Joana Bárcia u. a. – Im Lissabon des Jahres 1959 verkleidet sich eine Frau als Mann, um sich den gesellschaftlichen Zwängen der Zeit zu entziehen und einen eigenen Weg zu gehen. Ein Sommer in Portugal (2013), R: Michael Keusch, mit Gesine Cukrowski, Paulo Pires, Bernhard Schir u. a. – Eine Liebesgeschichte, eingebettet in die malerische Schönheit Portugals und Lissabons. Erstausstrahlung 29. September 2013 im ZDF. Erinnerungen an das gelbe Haus („Recordações da Casa Amarela“, 1989), R: João César Monteiro – Der kontroverse, tragisch-komische Film spielt in den alten Gassen, Tavernen und Plätzen, der liebevoll eingefangene Charme der alten Häuser, seiner Menschen und untergehenden Traditionen kontrastiert mit der bisweilen absurden, zynischen Handlung. Erklärt Pereira („Sostiene Pereira“, 1995), R: Roberto Faenza, mit Marcello Mastroianni, Marthe Keller, Joaquim de Almeida, Daniel Auteuil, Stefano Dionisi, Nicoletta Braschi, Teresa Madruga, Nicolau Breyner – Die ruhige, atmosphärische Verfilmung von Antonio Tabucchis Roman spielt 1938 in Lissabon und war einer der letzten Filme Mastroiannis. Fado (2016), R: Jonas Rothlaender, mit Golo Euler, Luise Heyer, Albano Jerónimo u. a. – Drama um einen Arzt, der seiner ausgewanderten Ex-Freundin nach Lissabon nachreist und obsessiv ihre frühere Beziehung wiederbeleben möchte. Die Stadt Lissabon ist nicht nur Kulisse, sondern Hauptdarsteller in einer zunehmend durch krankhafte Eifersucht zerstörten Beziehungsgeschichte. Fado Blues („Tudo isto é Fado“, 2004), R: Luís Galvão Teles, mit Ângelo Torres, Danton Mello, Ana Cristina de Oliveira, João Lagarto u. a. – Zwei Kleinkriminelle kommen aus Rio de Janeiro nach Lissabon und suchen ihren Lieblings-Krimiautor, um in dieser heiter-geheimnisvollen Komödie einen Kunstraub zu planen. Fado majeur et mineur (1994), R: Raúl Ruiz, mit Jean-Luc Bideau, Melvil Poupaud, Ana Padrão, Jean-Yves Gautier, Arielle Dombasle, Bulle Ogier – Der Fremdenführer Pierre verliert plötzlich sein Gedächtnis während der Arbeit. Man bringt ihn nach Hause, wo er einen jungen Mann trifft, der ihm von seinem Leben erzählt. Filme do Desassossego („Film der Unruhe“, 2010), R: João Botelho, mit Cláudio da Silva, Pedro Lamares, Ana Moreira, Rita Blanco u. a. – Literaturverfilmung vom „Buch der Unruhe“ von Fernando Pessoa, im Lissabon des frühen 20. Jh. Fluchtpunkt („O Fio do Horizonte“, 1993), R: Fernando Lopes, mit Claude Brasseur, Andréa Ferréol, Ana Padrão u. a. – Ein Lissabonner Gerichtsmediziner sucht in den Gassen und Straßen seiner Stadt nach der Identität einer unidentifizierten Leiche, die aussieht wie er selbst. mini|hochkant=1.5|Blick auf die Alfama vom Miradouro de Santa Luzia Geheimzentrale Lissabon („Lisbon“, 1956), R: Ray Milland, mit Maureen O’Hara, Claude Rains, Yvonne Furneaux u. a. – Ost-West-Agentenabenteuer im Lissabon der 50er. Gli uomini sono nemici (1948), R: Ettore Giannini, mit Viviane Romance, Clément Duhour, Valentina Cortese u. a. – In Lissabon, der Agentenmetropole im Zweiten Weltkrieg, arbeitet der Sänger Mario für die Alliierten. Er ist Schuld am Tod eines Italieners, dessen Frau sich nun rächen will, sich jedoch in Mario verliebt. Imagine (2012), R: Andrzej Jakimowski, mit Edward Hogg, Alexandra Maria Lara, Francis Frappat, João Lagarto u. a. – Poetische Geschichte über einen blinden Lehrer für räumliche Orientierung, der mit seinen ungewöhnlichen Methoden an eine Lissabonner Blindenschule kommt und dort die scheue Patientin Eva für sich gewinnt. Im Schatten von Lissabon („Lisboa“, 1999), R: Antonio Hernández, mit Sergi López, Carmen Maura, Federico Luppi u. a. – Thriller im Stil eines Roadmovies über eine spanische Frau auf dem Weg nach Lissabon, um dort einen Geschäftspartner ihres Mannes zu treffen, mit dem sie eine Affäre hat. In der weißen Stadt („Dans La Ville Blanche“, 1983), R: Alain Tanner, mit Bruno Ganz, Teresa Madruga, José Wallenstein u. a. – Dieser feinfühlige Film gewann den César 1984 für den besten Film. Kommen und Gehen („Vai e Vem“, 2003), R: João César Monteiro – Ein eigenwilliger Witwer und seine festen Routinen in Lissabon. Abschiedsfilm des Regisseurs. La gamine (1992), R: Hervé Palud, mit Johnny Hallyday, Maïwenn, Jean-François Stévenin u. a. – In dieser Komödie arbeiten der ehemalige Polizist Franck und sein Freund Georges in einem kleinen Flugzeugbetrieb. Ihr ruhiges Leben wird durch das turbulente Leben der Tochter von Georges durcheinander gewirbelt, und Franck fliegt mit ihr nach Lissabon. L’homme des foules (2001), R: John Lvoff, mit Jerzy Radziwiłowicz, Maria de Medeiros, Danuta Stenka u. a. – Psychodrama um einen Touristen, der in Lissabon das Stendhal-Syndrom erleidet und sich dort einer Ärztin anvertraut. Er sieht sich als Opfer, während die Ärztin ihn zunehmend als Mörder sieht, und die Grenzen dazwischen zu verschwimmen scheinen. Lisbon Story (1994), R: Wim Wenders, mit Patrick Bauchau, Rüdiger Vogler, Tereza Salgueiro u. a. – Auf Einladung der Stadt Lissabon zur Kulturhauptstadt Europas 1994 gedreht, ist der Film nicht nur eine Liebesklärung Wenders’ an Lissabon, sondern auch eine Widmung an 100 Jahre Kino, durch die Handlung und durch den Gastauftritt Manoel de Oliveiras. Der internationale Bekanntheitsgrad der Gruppe Madredeus erhöhte sich nach ihrem Mitwirken und vor allem ihrer Filmmusik beträchtlich. Lissabonner Requiem (1998), R: Alain Tanner, mit Francis Frappat, André Marcon, Alexandre Zloto, Cécile Tanner, Raul Solnado u. a. – Vielschichtige, ruhige Verfilmung des gleichnamigen Romans von Antonio Tabucchi.