mini|Peter Löw, 2016 Peter Werner Maria Löw (* 21. Oktober 1960 in Ludwigshafen am Rhein) ist ein deutscher Investor und Autor.
Leben Peter Löw wurde 1960 in Ludwigshafen geboren. Er ging in Baden-Baden zur Schule und wurde dort Mitglied bei der PV Frankonia. Nach dem Abitur 1979 und Wehrdienst 1979/1980 als Fallschirmjäger in Calw studierte er von 1980 bis 1985 Rechtswissenschaften an der Universität Freiburg und legte 1985 das erste juristische Staatsexamen ab. Parallel begann er dort 1982 ein Geschichtsstudium, das er später an der Technischen Universität Berlin fortsetzte und 1989 abschloss. Während des Studiums in Freiburg wurde er Mitglied im Corps Rhenania, dem er bis 1986 angehörte.
Im Jahr 1985 gründete er mit Martin Vorderwülbecke einen Verlag in Baden-Baden, den er bis 2006 leitete. Von 1986 bis 1990 absolvierte er das Referendariat mit Stationen an der Deutschen Botschaft in Rom sowie in Bordeaux und New York. 1987 begann er eine geschichtswissenschaftliche Promotion beim Militärhistoriker Werner Hahlweg an der Universität Münster. Nach dessen Tode wurde er 1989 bei Eckardt Opitz an der Universität der Bundeswehr Hamburg mit einer Dissertation über das preußische Heer promoviert.
Löw legte 1990 das Assessorexamen ab. 1990/1991 war er Assistent bei Friedrich-Christian Schroeder an der Universität Regensburg. 1991 absolvierte er ein wirtschaftswissenschaftliches Studium (MBA) an der Insead. 1992 wurde er beim Staats- und Verwaltungsrechtler Franz-Ludwig Knemeyer an der Universität Würzburg mit einer Dissertation über die nationalsozialistische Gemeindeordnung von 1935 promoviert.
2012 wurde er Mitglied des Senats der Philosophisch-Theologischen Hochschule Heiligenkreuz. 2013 ernannte man ihn dort zum Honorarprofessor für Wirtschaftsphilosophie.
Löw ist wissenschaftlich und belletristisch als Autor tätig. Nach Recherchen des Manager Magazins gehörte Peter Löw im Jahr 2020 zu den 500 reichsten Deutschen (Rang 320). Löw sammelt Kunstwerke und Antiquitäten. Er ist als Fallschirmspringer Reserveoffizier der Bundeswehr im Rang eines Oberstleutnants. Er gilt als der Entdecker von Lars Windhorst, der als 15-jähriger Schüler für Löw zu arbeiten begann und für dessen Firma eine Computerinfrastruktur aufbaute. Ende 2014 überstand Löw einen Flugunfall mit einem Kleinflugzeug in Florida unverletzt.
2023 gründete Peter Löw eine Stiftung, die Stipendien für ausgewählte katholische Studierende der vom Opus Dei geführten IESE Business School in Spanien vergibt.
Peter Löw ist praktizierender Katholik und seit Mai 2022 Delegierter des neapolitanischen Zweigs des Konstantinordens für Deutschland. Im Sommer 2026 geriet er wegen der Zahlung von Taufprämien im Rahmen seiner Aktion „Starnberger Schutzengelchen“ in die Berichterstattung: Damit junge Familien nicht aus finanziellen Gründen auf die Taufe ihres Kindes verzichten, spendet er 40 Familien, die in der römisch-katholischen Pfarreiengemeinschaft Starnberg ansässig sein müssen, jeweils 500 Euro, wenn sie ihr Kind in Starnberg katholisch taufen lassen.
Löw ist achtfacher Vater und seit 2018 mit der österreichischen Sängerin und Songwriterin Clara Löw verheiratet. Er lebt in München und Starnberg sowie auf Schloss Hofhegnenberg.Altes Schloss mit neuem Besitzer. In: Augsburger Allgemeine. 16. August 2010.
Karriere 1991/1992 war Löw Consultant bei McKinsey & Company.
Seit 1992 übernahm Löw nach eigenen Angaben mehr als 300 Unternehmen oder Anteile daran.
Im Jahr 1993 gründete er das Unternehmen Systemkopie und erwarb mehrere Büromaschinenhändler. 1995 verkaufte er diese. Von 1995 bis 2001 erwarb er mit dem Unternehmen Certina mittelständische Industrieunternehmen, darunter Horn und Pruss. 2001 verkaufte er seine Anteile. Im darauf folgenden Jahr erwarb Löw mehrere Telekommunikationsgesellschaften unter anderem von ENBW, Telefonica und Completel. 2003 brachte er seine Beteiligung in Versatel ein. 2004 verkaufte er seine Anteile. 2003 erwarb er von Axel Springer den Weltkunst Verlag, den er 2005 an den Zeitverlag verkaufte.
Von 2002 bis 2007 war Löw Vorstand von Arques Industries. 2007 verkaufte Löw seine Anteile und schied kurz darauf aus der Gesellschaft aus. Während seiner Tätigkeit als Vorstand und Hauptaktionär wurden von Arques eine Reihe von Unternehmen erworben und wieder verkauft, darunter Schaltbau, der Kinderwagenhersteller Teutonia, Golfhouse, Fritz Berger und SKW Metallurgie. Die Holding Arques übernahm 2005 Druckbetriebe und brachte sie in Arquana International Print & Media ein. 2006 wurde das Unternehmen verkauft, 2007 schied Löw aus dem Unternehmen aus. Löw gründete 2007 das Goldhandelsunternehmen 24k Trading Partners und stellte das Geschäft ein Jahr später wieder ein. Von 2008 bis 2013 betrieb er die Beteiligungsgesellschaft bluO.
Im Jahr 2010 stieg Löw erneut als Aktionär bei Arques ein und wurde 2010 zum Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt. Nach der Bestellung eines neuen Vorstands und einer Kapitalerhöhung legte er das Amt wieder nieder. Von 2010 bis 2012 war Löw Miteigentümer der Nachrichtenagentur dapd und dort ab 2011 Aufsichtsratsvorsitzender. Löw kam mit der Insolvenz der dapd in die Schlagzeilen.
2013 gründete Löw die Livia Group. Zu ihr gehören unter anderem das Unternehmen Alzchem,Peter Löw: Väter in den Augen ihrer Söhne, J. P. Bachem Verlag, 2018, S. 168. das 2017 in der AlzChem Group aufgingAlzChem Group AG Unternehmenswebsite, aufgerufen am 11. Januar 2018. und 2024 in den SDAX aufstieg.
Im Januar 2014 nahm die Finanzmarktaufsicht Ermittlungen gegen Peter Löw wegen Verstoß gegen die Stimmrechtsmitteilung der Deutschen Börse im Zusammenhang mit dem Verkauf von Aktien der Gigaset AG auf. Die Ermittlungen blieben jedoch ohne Ergebnis. Nachdem er presserechtlich erfolglos gegen Berichterstattungen vorgegangen war, beauftragte er die Münchner Anwaltskanzlei Bub, Gauweiler & Partner mit einer Privatklage gegen mehrere Handelsblatt-Journalisten (u. a. Sönke Iwersen) wegen Beleidigung, übler Nachrede und Verleumdung. Die Klage blieb jedoch ohne Erfolg.
Sonstige Investitionen Recycling Löw gehört die Münchner Tubis AG, die mit einem Pyrolyseverfahren gemischte Kunststoffabfälle zu Rohöl verarbeitet. Die erste Anlage in Plauen ging im Juni 2025 in Betrieb, im August 2025 begann der Bau einer zweiten in Nobitz. In Maharashtra in Indien ist Löw Mehrheitsgesellschafter von Orgatreatments, die eine Anlage zur Umwandlung von Orangenschalen in Futtermittel und Peptide betreibt. Sein Unternehmen FermaFuel verwertet Biogasreste.
Landwirtschaft Löw ist Eigentümer mehrerer landwirtschaftlicher Betriebe. Dazu gehören das Weingut Schloss Frankenberg am Steigerwald und das Weingut Vergenoegd Löw in Stellenbosch. In Italien baut er Oliven und Zitronen an.
Gastronomie In Wien betreibt Löw seit 2018 im Haus Zur kleinen Dreifaltigkeit das Restaurant Feinkosterei. 2021 eröffnete Löw zusammen mit dem österreichischen Sternekoch Heinz Hanner und dem Küchenchef Marco Gatterer das Restaurant Berggericht in Kitzbühel, das von Gault & Millau mit vier Hauben und 17 Punkten zum besten Neueinsteiger 2023 gekürt wurde und 2025 mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet wurde. 2023 eröffnete er in Kitzbühel ein weiteres Restaurant. Weiter eröffnete Löw zusammen mit Sternekoch Steffen Szabo im Schloss Frankenberg das Restaurant Amtshaus sowie das Fine-Dining-Restaurant Le Frankenberg, das mittlerweile mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet wurde. In Südafrika eröffnete er 2021 mit dem Koch Bertus Basson die Restaurants Geuwels und Clara’s Barn. Clara’s Barn wurde bei den Eat Out Woolworths Restaurant Awards 2022 erstmals mit einem Stern und 2025 mit zwei Sternen ausgezeichnet. Seit Mitte 2025 betreibt das Weingut die Gastronomie in eigener Regie.
Hotellerie In Stellenbosch betreibt Löw seit 2022 ein Hotel auf einem Weingut sowie ein Hotel im Schloss Frankenberg.
Immobilien Ab 2000 erwarb Löw eine Reihe von Baudenkmälern und ließ diese sanieren. Träger der Projekte ist die 2019 in München gegründete Gesellschaft The European Heritage Project SE, die 2020 ihren Sitz nach Wien verlegte.Handelsregister des AG München, HRB 249901.Firmenbuch der Republik Österreich, FN 534080 m. Löw ist ihr Gründer und Kurator. Einige Architekturdenkmäler im Portfolio der Gesellschaft liegen in Gebieten, die sich auf der Liste des UNESCO-Welterbe befinden (darunter zwei Palazzi am Canal Grande, die auf dem Gebiet der Welterbestätte „Venedig und seine Lagune“ (1987) liegen, sowie mehrere Häuser in Baden-Baden, das zu den 2021 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes eingetragenen Kurstädten Europas gehört).
Zu den Projekten zählen unter anderem: Schloss Hofhegnenberg bei AugsburgNeue Schlossherren in Hofhegnenberg. In: Augsburger Allgemeine, 2. März 2009.Ein Zaun muss reichen für Schlosshegnenberg. In: Augsburger Allgemeine, 30. März 2010. Schloss Frankenberg am Steigerwald, das er 2014 erwarb (und wo Löw seine Clara geheiratet hat)Schloss Frankenberg hat einen neuen Besitzer. In: Main-Post, 11. September 2016. Klosteranlage in Italien Haus zur Kleinen Dreifaltigkeit in Wien Palazzo Tron und Palazzo Belloni-Bataglia am Canal Grande, beide in Venedig Bauernhof bei Limone am Gardasee zwölf historische Gebäude in Baden-Baden (Stand 2026), darunter das Großherzogliche Amtshaus, der frühere Deutsche Hof, das Treusch-Haus und die Villa Kettenbrücke Altes Finanzamt („Berggericht“) in Kitzbühel Brough Lodge auf der schottischen Insel Fetlar Palazzo Nari in Rom nahe dem Pantheon Palais Seinsheim in München, ein Stadtpalais im Stil des späten Rokoko, erworben 2025 das Herrenhaus des Hugstetter Schlosses in March bei Freiburg samt Park, 2025 in einem Bieterverfahren erworben der frühere Bayerische Hof in Starnberg, ein Hotelbau von 1864/65, im Dezember 2025 von der Stadt Starnberg erworben
In der Altstadt von Lauffen bei Bad Ischl erwarb Löw fünf mittelalterliche Salzfertigerhäuser. Insbesondere für die Restaurierung des ehemaligen Gasthauses zu den drei Mohren und des ehemaligen Marktrichter- und Salzfertigerhauses wurden sowohl Löw selbst als auch sein European Heritage Project mit der Österreichischen Denkmalschutzmedaille 2023, vergeben vom Bundesdenkmalamt gemeinsam mit dem Kunst- und Kulturministerium, ausgezeichnet.
Auszeichnungen 2001: Ehrenkreuz der Bundeswehr in Gold Komturkreuz (2004), Großkreuz (2011) des päpstlichen Silvesterordens 2013: Großkreuz Pro Merito Melitensi des Souveränen Malteserordens 2017: Flüchtlingsmedaille der Malteser 2023: Österreichische Denkmalschutzmedaille an Peter Löw und an seine The European Heritage Project SE 2025: Silbernes Verdienstzeichen des Landes Oberösterreich 2026: Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst
Schriften
Fluffs. Confessions of a Corporate Raider. Osburg Verlag, Hamburg 2022, ISBN 978-3-95510-298-2 (380 S.).
Boyish. The Tale of a Young Man Who Set Out to Learn the Meaning of Fear. Osburg Verlag, Hamburg 2022, ISBN 978-3-95510-299-9 (180 S.). Das eine Evangelium – Evangelienharmonie, Auf der Grundlage der Evangelienharmonie des Tatian (Hrsg.). Verlag Herder, Freiburg 2024, ISBN 978-3-451-38555-1 (256 S.). Die Wolke – Eine Vormittagsnovelle. Osburg Verlag, Hamburg 2024, ISBN 978-3-95510-361-3 (70 S.). Jesus von Nazareth – Das eine Evangelium. 2. Aufl., Verlag Herder, Freiburg 2025, ISBN 978-3-451-02955-4 (176 S.).
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Einzelnachweise
Kategorie:Unternehmer (Deutschland) Kategorie:Investor Kategorie:Verleger (20. Jahrhundert) Kategorie:Verleger (21. Jahrhundert) Kategorie:Philosoph (21. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Heiligenkreuz) Kategorie:Ehrensenator der Philosophisch-Theologischen Hochschule Benedikt XVI. Kategorie:Wirtschaftsjurist Kategorie:Oberstleutnant (Heer der Bundeswehr) Kategorie:Fallschirmjäger (Bundeswehr) Kategorie:Träger des Verdienstordens Pro Merito Melitensi (Großkreuz) Kategorie:Träger des Ehrenkreuzes der Bundeswehr in Gold Kategorie:Träger des Silvesterordens (Großkreuz)