Der Sender Säntis ist ein 123 Meter hoher Sendeturm aus Stahlbeton auf dem Säntis. Der Turm dient dem Unternehmen Swisscom Broadcast zur Verbreitung von Radio- und bis 2019 auch von Fernsehprogrammen in der gesamten Nordostschweiz und ist für die Öffentlichkeit normalerweise nicht zugänglich – Führungen sind auf Voranmeldung möglich. Darüber hinaus übernimmt der Turm Richtfunkverbindungen für Fernsehprogrammzuführung, Betriebsfunk und Dienste für GSM und dient dem Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie als Messstation.. Swisscom (PDF; 633 kB).
Lage Der Sendeturm Säntis steht auf dem gleichnamigen Berg auf einer Höhe von auf dem Gebiet der Gemeinden Hundwil, Schwende-Rüte und Wildhaus. Der Turm selbst befindet sich auf Wildhauser Gebiet.Karte auf Geoportal.ch. Benachbart ist die Bergstation der Luftseilbahn Schwägalp–Säntis.
Geschichte mini|links|Der erste Sender 1958
Der Bundesrat ersuchte 1955 den Nationalrat und Ständerat, für die Erstellung eines Fernmeldegebäudes einen Kredit über 890'000 Schweizer Franken zu genehmigen. Der Vorgängerbau des heutigen Sendeturms auf dem Säntis wurde 1956 durch die PTT erbaut, hatte eine Höhe von 18 Metern und wurde 1958 offiziell eingeweiht. 1957 erfolgte die Inbetriebnahme des ersten UKW-Radiosenders (DRS 2). Nach einem Wettbewerb wurde 1968 der Projektauftrag für Erweiterungen erteilt, und nach zweijährigen Vorarbeiten wurde 1971 mit dem Bau begonnen, da der alte Sendeturm aus dem Jahr 1955 aufgrund der extremen Wetterverhältnisse mehrfach saniert werden musste. 1975 wurde das neue Sendezentrum in Betrieb genommen. Zu dieser Zeit war es das grösste Bauwerk dieser Art in Europa. Die Fernsehprogramme der französisch- und italienischsprachigen Schweiz wurden 1976 neu ausgestrahlt.
Die erste Bauprojekteingabe «Säntis 2000», welche die Ausweitung der Südkaverne, den Bau eines neuen Antennenturms und die Renovation des Wetterwarthauses bezweckte, wurde 1992 eingereicht. 1995 konnte mit den Arbeiten für das Projekt begonnen werden. So wurde 1997 der alte Turm abgebrochen und der neue, 123 Meter hohe Antennenturm in Betrieb genommen. Am 17. Juni 1998 fand die Eröffnungsfeier statt.
Im Rahmen der Umstrukturierung des Swisscom-Konzerns im Jahr 2002 wurde die Tochtergesellschaft Swisscom Broadcast AG Eigentümerin der Sendeanlage. Nachdem 2007 die Ausstrahlung des digitalen Fernsehens (DVB-T in der Schweiz) aufgenommen worden war, schaltete man das analoge Fernsehprogramm ab. Am 3. Juni 2019 wurde die Abstrahlung digitaler Fernsehprogramme beendet. Am 31. Dezember 2024, um Mitternacht, wurde die UKW-Ausstrahlung der SRG-Programme eingestellt.
Bauwerk Die Antenne des neuen Sendeturms ist von glasfaserverstärktem Kunststoff umhüllt und kann beheizt werden, um herabfallendes Eis auf die darunterliegende Besucherterrasse zu vermeiden.
Die Gesamthöhe des Turms beträgt 123,55 Meter, der Durchmesser des 4164 Tonnen schweren Mastfusses ist 5,49 Meter, und der Durchmesser der Turmspitze misst 1,82 Meter.
Nutzung Von diesem Sender wird ein Grossteil der Zentral- und der Ostschweiz versorgt. Auch in weiten Teilen Süddeutschlands und benachbarter Länder kann der Sender empfangen werden. Bei hervorragenden Bedingungen kann der Sender sogar bis in das deutsche Bundesland Hessen teilweise rauschfrei empfangen werden. Des Weiteren besteht unter anderem eine Richtfunkverbindung zum Sender Pfänder in Österreich. Der Säntisturm strahlt fünf Radioprogramme ab.
Analoges Radio (UKW) Alle Frequenzen wurden am 31. Dezember 2024 abgeschaltet
Frequenz(MHz) Programm Senderlogo RDS PS RDS PI Regionalisierung ERP(kW) Antennendiagrammrund (ND)/gerichtet (D) Polarisationhorizontal (H)/vertikal (V) 101,5 Radio SRF 1 75px SRF_1_SG,_SRF_1__ 49B1 (regional),43B1 Ostschweiz 60 D (220–110°) H 95,4 Radio SRF 2 Kultur 75px _SRF_2__ 43B2 – 60 D (220–350°) H 105,6 Radio SRF 3 75px _SRF_3__ 43B3 – 60 D (220–340°) H 99,9 RTS La Première 75px RTS-1ERE 43D1 – 60 D (220–350°) H 107,8 Rete Uno 75px RETE_UNO 43E1 – 60 D (220–340°) H
Digitales Radio (DAB) DAB wird in vertikaler Polarisation und im Gleichwellenbetrieb mit anderen Sendern ausgestrahlt.
Block Programme ERP(in kW) Antennendiagrammrund (ND),gerichtet (D) Gleichwellennetz (SFN) 7D SMC_D02 (SUI0001F) DAB-Block der SwissMediaCast: 28,5 D (0°) 12C SRG SSR D01 (SUI0006A) DAB-Block der SRG SSR: 41,7 D (30°)
Digitales Fernsehen (DVB-T) Bis zum 3. Juni 2019 abgestrahlte Programme: Kanal Frequenz (in MHz) Multiplex Programme im Multiplex ERP (in kW) Antennen-diagrammrund (ND) /gerichtet (D) Polarisationhorizontal (H) /vertikal (V) 34 578 SRG D01 SRF 1 SRF zwei SRF info RTS Un RSI LA 1 4 D V
Analoges Fernsehen (PAL) Vor der Umstellung auf DVB-T diente der Sendestandort weiterhin für analoges Fernsehen:
Kanal Frequenz (MHz) Programm ERP(kW) Sendediagrammrund (ND)/gerichtet (D) Polarisationhorizontal (H)/vertikal (V) 7 189,25 SF1 57 D H 31 551,25 SF zwei 59 D H 34 575,25 TSI 1 62 D H 69 855,25 TSR 1 11 D H
Sonstiges Der Sender Säntis ist europaweit der Fernsehturm mit der höchsten Anzahl an Blitzeinschlägen: Vom Sommer 2010 bis Juni 2011 wurden etwa 50 Einschläge registriert. Mit Ausnahme des 84 Meter hohen Antennenturms überragt kein Gebäudepunkt die Gipfelhöhe, um die allseitig freie Sicht zu gewährleisten.
Siehe auch Liste der höchsten Fernseh- und Fernmeldetürme in der Schweiz
Weblinks
UKW-Frequenzen des Senders Säntis
Einzelnachweise
Kategorie:Hundwil Kategorie:Schwende-Rüte Kategorie:Wildhaus-Alt St. Johann Kategorie:Bauwerk im Kanton Appenzell Ausserrhoden Kategorie:Bauwerk im Kanton Appenzell Innerrhoden Kategorie:Bauwerk im Kanton St. Gallen Santis Kategorie:Erbaut 1997