mini|Regenbogenforelle, juvenile mit noch sichtbaren Seitenstreifen Die Regenbogenforelle (Oncorhynchus mykiss, Syn.: Parasalmo mykiss, Salmo gairdneri, S. irideus) ist ein aus Nordamerika stammender, raschwüchsiger Salmonide, der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in England als Speisefisch gezüchtet wurde. Spätestens ab 1885 gelang es, Eier der Regenbogenforelle nach Deutschland zu bringen. Diese wurden vom Deutschen Fischereiverein an diverse Fischzüchter verteilt.von dem Borne: "Die Fischzucht", 3. Aufl., Berlin 1885, S. 147.

In vielen Forellenbächen und -flüssen wird sie heute, auch mittels Gesetzesauflagen, wieder verfolgt, weil sie einheimische Arten wie die Bachforelle verdrängen kann.

Regenbogenforellen, die den Verbrauchern im ausgewachsenen Alter (wie auch andere Salmoniden mit rötlichem Fleisch) manchmal als Lachsforellen angeboten werden, sind meist Speisefische, die in künstlichen Teichwirtschafts-, Silo- und Rinnenanlagen vermehrt und gemästet werden. Speziell gezüchtete Regenbogenforellenrassen eignen sich für die Massenproduktion besser als einheimische Forellenarten (See- und Bachforelle), zumal sie mit ihrer hohen Wachstumsgeschwindigkeit in einer stressigen Umgebung wie den künstlichen Becken mit hoher Besatzdichte eine geringere Sterblichkeitsrate aufweisen, weniger natürliches Futter benötigen und auch höhere Wassertemperaturen vertragen (bis 25 °C).

Regenbogenforellen gehören zusammen mit bestimmten Karpfenzuchtformen (deren Aquakultur-Produktion überwiegend in Asien liegt), zu den züchterisch am längsten bearbeiteten, Biomar – The Future of Rainbow Trout Breeding Nutzfischen.

Taxonomie Der wissenschaftliche Name der Regenbogenforelle ist Oncorhynchus mykiss.Robert J. Behnke, Joseph R. Tomelleri (Ill.): Rainbow and Redband Trout. In: Trout and Salmon of North America. The Free Press, New York 2002, ISBN 0-7432-2220-2, S. 65–122. Diese Art wurde ursprünglich 1792 von dem deutschen Naturforscher und Systematiker Johann Julius Walbaum so benannt. Er untersuchte Fische von der Halbinsel Kamtschatka in Sibirien. Der Name der Gattung leitet sich vom griechischen Wort onkos (Haken) und rhynchos (Nase) ab und spielt auf den ausgeprägten Laichhaken der Milchner während der Laichzeit an. Ihren Namen verdankt die Regenbogenforelle ihren in vielen leuchtenden Farben schillernden Bändern, die an beiden Körperseiten verlaufen. Der britische Naturforscher Sir John Richardson nannte diese Art 1836 Salmo gairdneri, zu Ehren von Meredith Gairdner, einem Chirurgen der Hudson Bay Company, der ihm diese Fischart bei Fort Vancouver am Columbia River vorstellte.John Richardson, William Swainson, William Kirby: Fauna Boreali-Americana, or, The Zoology of the Northern Parts of British America: Containing Descriptions of the Objects of Natural History Collected on the Late Northern Land Expeditions, Under Command of Captain Sir John Franklin, R.N. (1829), Part Third: The Fish. Richard Bentley, London 1836, , S. 221. gesehen am 2. Januar 2014. William P. Gibbons, Kurator für Geologie und Mineralogie in der California Academy of Sciences, California Academy of Sciences. entdeckte eine andere Population und nannte sie Salmo iridia.iridius – der Regenbogen Der Typbeschreibung von Walbaum wurde aus Gründen der Konspezifität jedoch der Vorzug gegeben, man folgte damit der Prioritätsregel. 1989 entdeckte Ralph F. Stearley, ein Doktorand am Museum für Paläontologie (University of Michigan), dass die Forelle des Pazifischen Beckens den Pazifischen Lachsen (Oncorhynchus-Arten) näher steht als den Salmo-Arten wie der Bachforelle (Salmo trutta) oder dem Atlantischen Lachs (Salmo salar). Dies hatte zur Folge, dass auch andere Forellenarten des Pazifischen Beckens, wie die Cutthroat-Forelle, der Gattung Oncorhynchus zugeordnet wurden. Die bisherigen Artnamen wie S. irideus und S. gairdneri wurden den Unterarten der Küstenregenbogenforelle und der Columbia River Redband Forelle zugerechnet. Die anadromen Formen werden als Steelhead-Forellen bezeichnet. Über 170 Jahre galt die Regenbogenforelle als Salmo-Art, obwohl sie aus einem Gebiet stammt, in dem sonst nur Oncorhynchus vorkommt, und Johann Julius Walbaum sie auch richtig zugeordnet hatte. Walbaum war aber vorwiegend kompilatorisch tätig gewesen und verwendete eine eigenwillige Terminologie, so dass Cuvier den erneuerten Artedi Walbaums (1792) ablehnte (und damit auch dessen binäre Namen, die mithin in Vergessenheit gerieten). Die der Regenbogenforelle sehr ähnliche Cutthroat-Forelle (Oncorhynchus clarki) ist eine eigenständige Art.

Steelhead Die Steelheadforelle (dt. Stahlkopfforelle) ist die anadrome Wanderform der Regenbogenforelle. Der Name kommt von der stahlblauen Kopf- und Rückenfärbung. Das natürliche Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Alaska bis Kalifornien. Die Steelhead-Forelle ist der offizielle Fisch des Bundesstaates Washington.Washington designated steelhead trout (Salmo gairdnerii) as the official state fish in 1969. Fishing is a major industry in Washington state (and steelhead trout is one of the most popular fish for recreational fishing). – 1969 wurde die Steelhead-Forelle zum offiziellen Fisch des Staates Washington erklärt. Die Fischerei und die Sportangelei gehört zu einer der größten Industrien in Washington und die Steelhead-Forelle gehört zu den beliebtesten Fischer der Freizeitangelei

Unterarten Die Unterarten von nach Robert J. Behnke: Geografische Gruppe Bezeichnung Wissenschaftlicher Name Verbreitung BildTyp-Unterart Kamtschatka-Regenbogenforelle (Walbaum, 1792) Westpazifik: Kamtschatka-Halbinsel, auch bei den Kommandeurinseln östlich von Kamtschatka gefunden, und sporadisch im Ochotskischen Meer und weiter südlich im Mündungsgebiet des Amur Küstenformen Küsten-Regenbogenforelle (Gibbons, 1855) Pazifischer Ozean Nebenflüsse von den Aleuten bis nach Alaska nach Süden bis ins südliche Kalifornien. Anadrome Formen werden als Steelhead, Süßwasserformen als Regenbogenforelle bezeichnet. 100px100pxMeeres- und Süßwasserformen der Küsten-Regenbogenforelle; auch bekannt als „Steelhead“O. m. irideus Beardslee-Forelle (keine echte Unterart, aber eine genetisch differenzierte, seebewohnende Varietät der Küsten-Regenbogenforelle) (Jordan, 1896) kommt isoliert nur im Lake Crescent, Bundesstaat Washington vor Redband-Forelle Columbia-River-Redband-Forelle(Richardson, 1836) kommt im Columbia River und seinen Nebenflüssen bis Montana, Washington und Idaho vor. Anadrome Formen werden als Redband Steelhead bezeichnet. Athabasca-Regenbogenforelle Behnke hält sie für eine Form von , jedoch der Biologe L. M. Carl vom Ontario Ministry of Resources, Aquatic Ecosystems Research Section, schätzt sie in seiner 1994 veröffentlichten Arbeit als separate Unterart ein Vorkommen im Athabasca-River-System in Alberta McCloud-River-Redband-Forelle (Jordan, 1894) endemisches Vorkommen im McCloud River, stromaufwärts von Middle Falls und in den Nebenflüssen im nördlichen Kalifornien, südlich des Mount Shasta. Sheepheaven-Creek-Redband-Forelle endemisch im Sheepheaven Creek, Siskiyou County, Bundesstaat Kalifornien. Sheepheaven Creek Redband-Forellen wurden 1972 in den Swamp Creek und 1977 in den Trout Creek eingebracht. Great-Basin-Redband-Forelle (Girard, 1859) endemisch im südöstlichen Oregon, Teilen von Kalifornien und Nevada an der Peripherie des Great Basin. Eagle-Lake-Forelle (Snyder, 1917) endemisch im Eagle Lake in Lassen County, Kalifornien. Kamloops-Regenbogenforelle (Jordan, 1892) endemisch in mehreren großen Seen der kanadischen Provinz British Columbia, speziell im Kamloops See und Kootenay Lake. Die Kamloops Regenbogenforellen sind bekannt für ihre Größen und werden daher speziell bei der Züchtung schwerer Regenbogenforellen verwendet. Kern-River-Goldforelle Goldforelle (Jordan, 1892) endemisch im Golden Trout Creek (Nebenfluss des Kern Rivers), Volcano Creek (Nebenfluss des Golden Trout Creek) und des South Fork Kern River. 100pxKern-River-GoldforelleO. m. aguabonita Kern-River-Regenbogenforelle (Jordan, 1894) endemisch im Kern River und seinen Nebenflüssen in Tulare County, Kalifornien. Ihr aktuelles Verbreitungsgebiet ist drastisch reduziert. Die Überreste der Population leben im Kern River oberhalb von Durrwood Creek, in den Oberläufen von Ninemile, Rattlesnake und Osa Creeks und möglicherweise auch im oberen Peppermint Creek. Little-Kern-Goldforelle (Evermann, 1906) endemisch im Umkreis von ca. 150 Kilometer des Little Kern River und seiner Nebenflüsse. Ihr aktuelles Verbreitungsgebiet ist begrenzt auf fünf Flussoberläufe im Kern River Becken (Wet Meadows, Deadman, Soda Spring, Willow, Sheep und Fish Creeks) und einer eingeführten Population im Coyote Creek, eines Nebenflusses des Kern River. Mexikanische Formen Mexikanische RegenbogenforelleRío Yaqui, Rio Mayo und Guzman-ForelleRio San Lorenzo und Arroyo la Sidra ForelleRio del Presidio-Forelle(Evermann, 1908) Manchmal als Nelson’s Forelle bezeichnet, kommt in drei unterschiedlichen geografischen Gruppen vor. Die Taxonomie dieser Forellen ist Untersuchungsgegenstand der aktuellen Forschung. Man geht davon aus, dass es eine signifikante Diversität bei den Formen in dieser Gruppe gibt. Mutationen Goldene RegenbogenforellePalomino-Forelle die so genannte Goldene Regenbogenforelle und Palomino-Forelle entstanden aus einer einzigen mutierten Farbvarietät von , welche 1955 aus einer Zuchtanlage in West Virginia entstammte. Goldene Regenbogenforellen sind vornehmlich von gelblicher Färbung. Dafür fehlen der grüne Untergrund und die schwarzen Punkte, die für Regenbogenforellen typisch sind. Der diffuse rote Seitenstreifen jedoch bleibt erhalten. Die Palomino-Forelle ist eine Kreuzung aus Goldener und Gemeiner Regenbogenforelle und besitzt eine Mischfarbe. Die Goldene Regenbogenforelle ist nicht zu verwechseln mit der natürlich vorkommenden Unterart , der Kern River Goldforelle aus Kalifornien. 100pxGoldene Regenbogenforelle

Verbreitung mini|Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet der Regenbogenforelle mini|Verbreitungsgebiet der Steelheadforelle mini|Natürliches Verbreitungsgebiet der Regenbogenforelle in den USA Die Steelheadengl. Stahlkopfforelle-Forelle ist die anadromelebt im Pazifischen Ozean und laicht im Süßwasser ab Wanderform der Küsten-Regenbogenforelle (Oncorhynchus mykiss irideus) und der Redbandengl. Rotbandforelle-Regenbogenforelle. Ursprünglich in kalten, sauerstoffreichen Gewässern des Nordwestens der USA (z. B. Columbia River), des Westens Kanadas (z. B. Mackenzie River und Peace River), Alaskas und der Kamtschatka-Halbinsel in Russland heimisch, ist die Regenbogenforelle seit 1882 auch in Europa verbreitet. Regenbogenforellen kommen heutzutage in mindestens 45 Ländern der Welt auf allen Kontinenten mit Ausnahme der Antarktis vor und gehören damit zu den am weitesten verbreiteten Salmonidenarten – über die Verbindung der Beaufort-See gelangte sie möglicherweise auch ins Arktische Meer/Nordpolarmeer.

Seit Ende des 19. Jahrhunderts wurden Laich und junge Fische weltweit exportiert und angesiedelt. Sie leben in Flüssen und Seen, bevorzugen allerdings schnellfließende und klare Gebirgsbäche. Die Einführung in Südeuropa, Australien und Südamerika (Chile und Argentinien) hat sich negativ auf die heimische Fischfauna ausgewirkt. Aufgrund ihres Jagdverhaltens können sie endemische Forellenarten verdrängen. Eine Vermischung mit autochthonen Forellenarten wie zum Beispiel der Bachforelle ist ebenfalls möglich. Auch ist die Regenbogenforelle für die Verbreitung der Erreger der Whirling Disease (Myxobolus cerebralis) verantwortlich.

Die Art zählt zu den 100 gefährlichsten Neobiota weltweit.

Gefährdung Eine Reihe lokaler Populationen und bestimmter Unterarten gelten mancherorts als bedroht und sind im Endangered Species Act aufgeführt.

Merkmale Regenbogenforellen werden bis zu 80 cm lang und 10 kg schwer.