mini|Georg Heinrich Busse 1840 in Rom, gezeichnet von Franz Ittenbach
Georg BusseWilhelm Rothert (Hrsg.): Busse, Gg. In ders. Hannoversche Biographie. Band 2: Im alten Königreich Hannover 1814–1866. Hannover: Adolf Sponholtz Verlag, 1914, S. 534 (vollständiger Name Georg Heinrich Busse; geboren 17. Juli 1810 in Bennemühlen; gestorben 26. Februar 1868 in Hannover) war ein deutscher Zeichner, Maler, Hof- und Bibliotheks-Kupferstecher und Radierer.
Leben mini|Ruinen von San Massimo, der ehemaligen Kathedrale von Forcona in der Provinz L’Aquila, 1839 mini|Gartenlandschaft mit angelnden Kindern am Bach, 1867
Georg Busse wurde während der sogenannten „Franzosenzeit“ im Jahr 1810 in Bennemühlen geboren als Sohn des dort tätigen Amtszimmermeisters H. Busse.Andreas Andresen (Bearb.): Georg Busse. In ders.: Die deutschen Maler-Radirer (Peintres-Graveurs) des neunzehnten Jahrhunderts nach ihren Leben und Werken. Band 3, Verlag von Rudolph Weige, Leipzig 1869, S. 230–267 (books.google.de). Als Georg Heinrich Busse wurde er in jungen Jahren Waise und daraufhin von dem Bissendorfer Pfarrer Meyer an den Maler Burchard Giesewell vermittelt, der an der Königlichen Hofschule in Hannover und der Neustädter Knabenschule in der Calenberger Neustadt unterrichtete.Bernhard Dörries, Helmut Plath: Alt-Hannover 1500–1900 … S. 54 f., 92 f., 120, 137 f., insbesondere S. 141. Ab 1829Hugo Thielen: Busse, Georg Heinrich. In: Hannoversches Biographisches Lexikon. S. 82. studierte Busse mit finanzieller Unterstützung aus dem Welfenhaus an der Akademie der Bildenden Künste Dresden, wo er unter Professor Christian Friedrich Stölzel das Kupferstechen erlernte. Vier Jahre später erhielt er 1833 in Dresden jedoch ein „erstes Ehrenzeugniss“ für Landschaftszeichnungen, 1834 dann auch einen ersten Preis der Akademie für seine Kupfersticharbeiten.
Die Dresdner Akademie setzte sich beim hannoverschen Königshaus so für ihren Schüler ein, dass Busse mit einem Stipendium 1835 zu Studienzwecken nach Italien reisen konnte. Neun Jahre verbrachte Georg Busse in Italien und ließ sich dort in seiner künstlerischen Entwicklung beeinflussen, in Rom insbesondere bei Joseph Anton Koch. Der Ponte-Molle-Gesellschaft zugehörig wurde Busse als Präsident der „Cervaro-Feste“ der XXV. und XXVI. Olympiaden in Rom auf einer Porträtzeichnung des Nazareners Franz Ittenbach festgehalten. In Italien lernte er auch seine spätere Ehefrau kennen: Antonie Eckermann aus Hamburg.
Als Busse 1844 nach Hannover zurückkam, wurde er dort – mit einer Sinekure von jährlich 400 Talern – als „Bibliothekskupferstecher“ angestellt in der Königlichen Bibliothek (früher „Königlich öffentliche Bibliothek“ im Gebäude des Hauptstaatsarchivs;Hugo Thielen: Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek. In: Stadtlexikon Hannover. S. 227. heute großteils Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek – Niedersächsische Landesbibliothek).
In Hannover wurde Busse Mitglied des Hannoverschen Künstlervereins. Hatte er sich bisher „nur“ mit Zeichnungen, Kupferstichen sowie zum Beispiel 1846 in Hannover mit seinen achtzehn „Malerischen Radierungen verschiedener Gegenden Italiens“ hervorgetan, die zu den besten Blättern Busses gezählt werden, schuf er seit 1849 auch Ölgemälde, die er beinahe jährlich auf Kunstausstellungen präsentierte. Nach seiner Heirat mit Antoine Eckermann 1849 kaufte Georg V., seinerzeit noch Kronprinz des Königreichs Hannover, 1850 seine „Ruinen der Kaiserpaläste zu Rom“.
1857/58 ging Busse auf eine längere Reise nach Algier, Malta und wieder nach Italien. Nachdem seine erste Frau Antonie nach nur wenigen Ehejahren gestorben war, heiratete Busse 1858 Johanne Selle aus Gittelde, mit der er dann zwei Kinder hatte.
Ehrungen, Museen Die 1962 in Groß-Buchholz angelegte Bussestraße erinnert mit ihrer Namensgebung an den Maler und Hofkupferstecher. Das Richard-Brandt-Heimatmuseum in Bissendorf erinnert mit Exponaten an Busse.Richard-Brandt-Heimatmuseum auf hannover.de
Werke (Auswahl) Nachdem Busses Frühwerke unter dem Einfluss von Joseph Anton Koch standen, wurden seine späteren Werke realistischer und detailgetreuer, oft sogar fast wissenschaftlich exakt, jedoch mit romantischen Zügen. Joseph Hellers Handbuch für Kupferstichsammler (siehe Literatur) führt einen Großteil der Arbeiten Busses auf.Joseph Heller, Andreas Andresen, Joseph Edward Wessely: Handbuch für Kupferstichsammler… S. 209 f.
Arbeiten von Busse finden sich heute vor allem in Hannover im Niedersächsischen Landesmuseum sowie in Köln im Wallraf-Richartz-Museum.Hugo Thielen: Busse, Georg Heinrich. In: Stadtlexikon Hannover. S. 102.
1832 „angekauft vom Sächsischen Kunstvereine“:Die Bilder-Chronik des Sächsischen Kunstvereins. S. 158. Tiroler See nach Bernhard Stange, Kupferstich im Auftrag von Kaufmann Leonhardt, Dresden Abenddämmerung nach Georg Heinrich Crola, Kupferstich im Auftrag Frau Chaussee-Inspektor Bormann 1847: Caroline Herschel, RadierungFranz Rudolf Zankl: Caroline Herschel …. In ders. (Hrsg.): Hannover Archiv. Band 5, Blatt p61
Siehe auch Liste hannoverscher Hoflieferanten
Literatur
Andreas Andresen (Bearb.): Georg Busse. In ders.: Die deutschen Maler-Radirer (Peintres-Graveurs) des neunzehnten Jahrhunderts nach ihren Leben und Werken, mit einer ausführlichen Biographie und einem Werkverzeichnis, Band 3, Leipzig: Verlag von Rudolph Weige, 1869, S. 230–267 (books.google.de). Joseph Heller, Andreas Andresen, Joseph Edward Wessely: Georg Busse. In: Handbuch für Kupferstichsammler oder Lexicon der Kupferstecher, Maler, Radirer und Formschneider aller Länder und Schulen nach Massgabe ihrer geschätztesten Blätter und Werke. Auf Grundlage von Heller's pract. Handbuch für Kupferstichsammler, neu bearbeitet und um das Doppelte erweitert von Dr. phil. Andreas Andresen. Erster Band, T. O. Weigel, Leipzig 1870, S. 209 f. (books.google.de). Busse, Georg. In: Robert Edmund Graves, Sir Walter Armstrong (Hrsg.): Bryan’s Dictionary of Painters and Engravers. 1886–1889.
Georg Kaspar Nagler: Neues allgemeines Künstler-Lexicon oder Nachrichten aus dem Leben und den Werken der Maler, Bildhauer, Baumeister, Kupferstecher, Formschneider, Lithographen, Zeichner, Medailleure, Elfenbeinarbeiter, etc. Band 15, S. 339. Wilhelm Rothert (Hrsg.): Busse, Gg. In ders.: Hannoversche Biographie. Band 2: Im alten Königreich Hannover 1814–1866. Hannover: Adolf Sponholtz Verlag, 1914, S. 534. Hugo Thielen: Busse, Georg Heinrich. In: Dirk Böttcher, Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein, Hugo Thielen: Hannoversches Biographisches Lexikon. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2002, ISBN 3-87706-706-9, S. 82. Hugo Thielen: Busse, Georg Heinrich. In: Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein (Hrsg.) u. a.: Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2009, ISBN 978-3-89993-662-9, S. 102.
Weblinks
Georg Heinrich Busse auf Europeana.eu Georg Heinrich Busse im Bildarchiv Foto Marburg
Einzelnachweise
Kategorie:Grafiker (Deutschland) Kategorie:Kupferstecher (Deutschland) Kategorie:Maler (Deutschland) Kategorie:Bildender Künstler (Rom) Kategorie:Königlich Hannoverscher Hoflieferant Kategorie:Bildender Künstler (Dresden) Kategorie:Bildender Künstler (Hannover) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1810 Kategorie:Gestorben 1868 Kategorie:Mann Kategorie:Hofkupferstecher