mini|hochkant=1|Pfäffikersee, im Hintergrund Seegräben mini|hochkant=1|Pfahlbauer am Pfäffikersee mini|hochkant=1|Römisches Kastell Irgenhausen mini|Historisches Luftbild von 1919, aufgenommen von Walter Mittelholzer Pfäffikon ist eine politische Gemeinde und Hauptort des Bezirks Pfäffikon im Oberland des Kantons Zürich in der Schweiz.

Wappen Blasonierung: In Rot ein silberner Schrägbalken, belegt mit einem schreitenden roten Löwen

Geographie Pfäffikon liegt im Zürcher Oberland am Nord- und Ostufer des nach ihm benannten Pfäffikersees (nicht zu verwechseln mit Pfäffikon SZ am Zürichsee). Die Nachbargemeinden von Pfäffikon sind die Gemeinden Wetzikon, Bäretswil, Hittnau, Russikon, Fehraltorf, Bauma, Wildberg, Seegräben und Uster.

Zur Gemeinde Pfäffikon gehören die Aussenwachten Auslikon, Ober Balm, Unter Balm, Bussenhausen, Irgenhausen, Oberwil, Sulzberg, Hermatswil, Schür, Wallikon, Rick, Ravensbühl, Faichrüti und Ruetschberg, bei denen es sich meist um aufgehobene Zivilgemeinden handelt.

Geschichte Neolithische Seeufersiedlungen, im Volksmund «Pfahlbaudörfer», sind in Pfäffikon an mehreren Stellen nachgewiesen: In Irgenhausen-Bürglen, 400 m von der Seeufersiedlung «Weberwiesli» entfernt, wurde 1993 ein Steinbeil mit dem Dendrodatum 2765 v. Chr. gefunden. Die Untersuchungen 1997/1998 der pfynzeitlichen Siedlung Pfäffikon-Burg mit Beteiligung der Tauchequipe der Zürcher Stadtarchäologie ergaben eine dendrologische Zeitbestimmung von 3799 v. Chr. Archäologische Bestandsaufnahmen von 1991 und 1997 unter Beizug der Tauchequipe der Stadtarchäologie Zürich ergaben in der Datierung der Pfäffiker Fundstellen im Riet, in Pfäffikon-Burg und der bekanntesten von Wetzikon-Robenhausen übereinstimmende Resultate in die Zeit der Horgener Kultur von 3250–2800 v. Chr. Zwei 2003 Im Feld an der Kempttalstrasse freigelegte, spätbronzezeitliche Brandgruben waren 1,5 × 1 m grosse, mit Steinen ausgelegte Ovale und wurden in die Zeit von 1054–885 v. Chr. datiert.

Bevölkerung

Politik Gemeinderat Die Exekutive der Gemeinde ist der Gemeinderat, die Legislative die Gemeindeversammlung (mehrere Vorstösse zur Einführung eines Gemeindeparlaments aufgrund der stark gewachsenen Bevölkerung wurden jeweils deutlich abgelehnt).Gemeindeversammlung. Website der Gemeinde Pfäffikon ZH. + Mitglieder (Stand August 2026) Name Ressort Partei Marco Hirzel Gemeindepräsident, Behörden und Organisation, Freizeit und Sport, Kultur, Wirtschaft und Arbeit parteilos (früher SVP)Mel Giese Pérez: Nach 14 Jahren: Marco Hirzel verlässt die SVP. In: züriost. 30. November 2023. Stefan Gubler 1. Vizepräsident, Finanzen und Liegenschaften FDP Rajka Frei 2. Vizepräsidentin, Sicherheit und Einwohnerdienste SVP Lukas Weiss Bau und Umwelt GP Nicole Keller-Hochuli Schule FDP Alex Kündig Werke (Abfall, Abwasser, Energie, Wasser) EVP Marc Grosspietsch Gesellschaft (Soziales, Familie und Alter, Jugend und Integration, Gesundheit) SP Gemeindeschreiber ist Daniel Beckmann.Quelle: Gemeinde PfäffikonGemeinderat. Website der Gemeinde Pfäffikon ZH (Stand August 2026).

Nationale Wahlen Bei den Nationalratswahlen 2023 betrugen die Wähleranteile in Pfäffikon (in Klammern Veränderung in % gegenüber 2019): SVP 29,93 % (−0,83), SP 15,60 % (+1,81), glp 11,37 % (−0,77), FDP 10,45 % (−0,88), Mitte 9,57 % (+5,13), Grüne 8,72 % (−5,09), EVP 7,20 % (−2,24), EDU 2,35 (−0,16).

Wirtschaft 1882 wurde in Pfäffikon die Aktiengesellschaft R.+E. Huber gegründet. Diese produzierte Telegrafendrähte und Kabel, aber auch Gummi- und Guttapercha-Waren. 1969 fusionierte das Unternehmen mit der Suhner & Co. AG in Herisau zu Huber+Suhner. Das Fabrikgelände im Dorfzentrum an der Tumbelenstrasse wurde 2011 verkauft und mit Wohn- und Gewerbehäusern neu bebaut; Huber+Suhner betreibt aber weiterhin das Werk Witzberg im Westen der Gemeinde. auf der Website von Huber+Suhner; , Medienmitteilung von Huber+Suhner, 21. Dezember 2010; .

Seit 1961 ist Minelli im Maschinenbau tätig und stellte zwischen 1998 und 2001 auch Automobile her.

Kirchen mini|hochkant=1|Reformierte Kirche mini|hochkant=1|Kirchgemeindezentrum und Pfarrhaus, der ehemalige Amtssitz von Bernhard Hirzel 2010 gehörten 44,81 Prozent der Bevölkerung zur evangelisch-reformierten Kirche und 23,67 Prozent zur römisch-katholischen Kirche; 31,52 % hatten eine andere oder keine Religionszugehörigkeit.Gemeindeporträts. Pfäffikon ZH, Konfession. Statistisches Amt des Kantons Zürich, abgerufen am 10. September 2023.

Im Mittelalter wurde erstmals eine Kirche in Pfäffikon am 11. August 811 urkundlich erwähnt. Damals wurden in der Vorhalle der Benignuskirche umfangreiche Schenkungen zugunsten des Klosters St. Gallen notiert. Am 16. Mai 960 kam die Kirche Pfäffikon durch den späteren Kaiser Otto den Grossen an das Kloster Disentis. Im 13. Jahrhundert wurden Kirche und Hof an das Kloster St. Gallen abgetreten. 1275 war Hugo von Breitenlandenberg Verwalter dieser Güter.Bernhard A. Gubler: Geleitwort. In: Peter Jezler: Der spätgotische Kirchenbau in der Zürcher Landschaft. Die Geschichte eines «Baubooms» am Ende des Mittelalters. Buchverlag der Druckerei Wetzikon AG, Wetzikon 1988, ISBN 3-85981-150-9, S. 7. 1488 wurde eine Pfarrkirche mit neuem Chor und Schiff gebaut.Peter Jezler: Der spätgotische Kirchenbau in der Zürcher Landschaft. Die Geschichte eines «Baubooms» am Ende des Mittelalters. Buchverlag der Druckerei Wetzikon AG, Wetzikon 1988, ISBN 3-85981-150-9, S. 129. Nach der Reformation in Zürich ab dem Jahr 1523 wurde auch in den zürcherischen Untertanengebieten die Reformation durchgeführt und die mittelalterliche Kirche fortan für den reformierten Gottesdienst verwendet. An die mittelalterliche Kirche wurde 1890 der heutige, 52 Meter hohe Kirchturm errichtet.

Die römisch-katholische Kirche St. Benignus wurde in den Jahren 1962 bis 1963 an der Stelle eines Vorgängerbaus aus dem Jahr 1925 errichtet. Das Patrozinium an den hl. Benignus greift die Weihe der mittelalterlichen Kirche von Pfäffikon auf.Website der Pfarrei St. Benignus, abgerufen am 10. September 2023.

In Pfäffikon gibt es zudem die Kirche Neuhof der Evangelischen TäufergemeindeWebsite der Kirche Neuhof, abgerufen am 10. September 2023. und die Viva Kirche (ehemals Chrischona-Gemeinde).Website der Viva Kirche Pfäffikon ZH, abgerufen am 10. September 2023.

Verkehr Zugsverkehr Die Gemeinde ist seit dem 3. Mai 1876 mit der Eröffnung der Bahnstrecke Effretikon–Hinwil durch die Eisenbahngesellschaft Effretikon–Pfäffikon–Hinwiel (EH) durch den Bahnhof Pfäffikon an das schweizerische Eisenbahnnetz angeschlossen.

Der Bahnhof Pfäffikon wird heute durch die der S-Bahn Zürich im Halbstundentakt bedient. Während der Hauptverkehrszeiten verkehrt seit dem 13. Dezember 2015 zusätzlich die bis nach Pfäffikon. Am Wochenende fährt im ZVV-Nachtnetz auch die .

Auf dem Streckenabschnitt zwischen Pfäffikon und Fehraltorf geschah am 12. September 1982 eines der schwersten Eisenbahnunglücke der Schweiz: Ein Reisebus, in dem Mitglieder des Turn- und Sportvereins Schönaich (Deutschland) unterwegs waren, wurde auf dem Bahnübergang an der Kempttalstrasse am nördlichen Dorfrand von einem Regionalzug erfasst. Die Barrieren wurden damals noch von Hand bedient; aufgrund einer Verspätung des Zuges hatte die Barrierenwärterin den Bahnübergang irrtümlich bereits wieder freigegeben. Insgesamt starben 39 Passagiere des Busses.. In: Stuttgarter Zeitung. 1. September 2007.

Buslinien Es existieren folgende Buslinien, die durch die Postauto AG bedient werden: Bahnhof Pfäffikon – Russikon – Madetswil – Wildberg – Turbenthal Bahnhof Pfäffikon – Russikon – Theilingen Bahnhof Pfäffikon – Wermatswil – Bahnhof Uster Bahnhof Pfäffikon – Russikon – Rumlikon – Fehraltorf Bahnhof Bahnhof Pfäffikon – Hermatswil – Schalchen – Wila Bahnhof Bahnhof Pfäffikon – Hittnau – Saland – Juckern – Bahnhof Bauma Bahnhof Pfäffikon – Hittnau Bahnhof Pfäffikon – Auslikon – Kempten – Bahnhof Wetzikon

Strassen Pfäffikon liegt an der Hauptstrasse Hinwil–Wetzikon–Winterthur, an der Kreuzungsstelle der Querverbindung nach Uster im Glatttal und über Hittnau nach Saland im Tösstal. Nächstgelegene Autobahnanschlüsse sind Uster Nord an die A15 Oberlandautobahn und Effretikon an die A1.

Sehenswürdigkeiten

Römerkastell Irgenhausen Museum am Pfäffikersee (bis 2010: Heimatmuseum) der Antiquarischen Gesellschaft Pfäffikon Schreibmaschinenmuseum Beck Museum Eva Wipf im alten Gerichtsgebäude

Kultur Seit 2004 findet direkt am See das Reeds-Reggae-Openair statt, welches über die Region hinaus viele Leute anzieht.

2007 wurde das Pfäffiker Kammerorchester «Amici dell’arte» durch den Dirigenten Marcel Blanchard gegründet. Seither führte das Orchester drei klassische Konzerte pro Jahr durch. 2019 wurde das Orchester nach dem Abgang von Blanchard aufgelöst.Webpage von «Amici dell’arte» auf Facebook, 28. März 2019.

Vom 20. bis 22. Mai 2011 fand das grosse Pfäffikerwält-Fest im Zentrum Pfäffikons statt. Die ganze Schule und über 50 Vereine feierten 1200 Jahre Pfäffikon und das alle zehn Jahre stattfindende Jugendfest.

Seit 2002 hat der Walti Bräm Verlag als einer der führenden Unterstufen-Lehrmittelverlage der Schweiz seinen Sitz in Pfäffikon.

Persönlichkeiten (Auswahl) Eduard Suter (1820–1891), Jurist und Politiker Johann Caspar Bosshardt (1823–1887), Kunstmaler Albert Kündig (1838–1908), Unternehmer und Politiker Jakob Heusser-Staub (1862–1941), in Irgenhausen geborener Industrieller Emil Hardmeier (1870–1935), in Wallikon geborener Lehrer und Nationalrat Alex Crisovan (1919–2012), Schachjournalist, -autor und -funktionär, wohnte und verstarb in Pfäffikon Hansjörg Erny (1934–2019), Fernsehmoderator und Schriftsteller, wohnte und verstarb in Pfäffikon Ruth Kruysse-Morof (1942–1992), Textilkünstlerin und Malerin Roland und Matthias Portmann (* 1976), Comedy-Duo Die Zwillinge (Comedy) Jonas Gruber (* 1977), Schauspieler Jan-Andrea Bard (* 1981), Jazzmusiker Pascal Schmuki (* 2004), Unihockeyspieler

Literatur Hans Martin Gubler: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich. Band 3: Die Bezirke Pfäffikon und Uster (= Die Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 66). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (GSK). Bern 1978, ISBN 3-7643-0991-1, S. 14–56 (Digitalisat).

Weblinks

Offizielle Website der Gemeinde Pfäffikon ZH Statistische Daten der Gemeinde Pfäffikon ZH

Museum am Pfäffikersee / Chronikstube Pfäffikon. Website der Antiquarischen Gesellschaft Pfäffikon auf zuerioberland-kultur.ch (PDF; 279 kB)

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Kanton Zürich Kategorie:Schweizer Gemeinde Kategorie:Ortsbild von nationaler Bedeutung im Kanton Zürich