Ursula Dittmann (* 27. Mai 1921 in Halle (Saale); † 2. Juli 2014https://www.dacs.org.uk/licensing-works/artist-search/artist-details.aspx?ArtistId=ARTS039826r a p p o r t d ’ a c t i v i t é – e x e r c i c e 2 0 1 4, S. 44) war eine deutsche Malerin, Grafikerin und Collagistin.

Biografie Ursula Dittmann wuchs in einem bürgerlich kaufmännischen Elternhaus auf. Ihre Schwester war die Ballettmeisterin Erika Wolf-Dittmann. 1923 erfolgte der Umzug nach Erfurt, wo sie das Königin-Luise-Gymnasium besuchte. Von 1946 bis 1948 absolvierte sie ein Studium an der Meisterschule für angewandte Kunst in Erfurt. 1949 zog sie nach Frankfurt am Main. Von 1950 bis 1955 studierte sie an der Staatlichen Hochschule für bildende Künste – Städelschule in Frankfurt am Main bei Professor Franz Karl Delavilla und als Meisterschülerin bei Professor Ferdinand Lammeyer. Ein Stipendium führte sie von 1955 bis 1956 zu einem weiterführenden Studium an der Accademia di Belle Arti nach Florenz. 1958 heiratete sie den Maler Karl Degener. Seit 1962 war sie zusammen mit ihm und 6 weiteren Künstlern wie z. B. Hermann Krupp, Ev Grüger und Hermann Haindl und der Unterstützung der Malerin und Sammlerin Hanna Bekker vom Rath Mitglied der Hofheimer Gruppe. Dem Verein Hofheimer Gruppe stand Dittmann von 1966 bis 1989 als Geschäftsführerin vor. Seit 1976 war sie Gründungsmitglied der Maler- und Bildhauervereinigung Frankfurter Kreis und seit 1990 Mitglied der Frankfurter Künstlergesellschaft.

Werk Innerhalb 60 intensiver Malerjahre bewegte sich Dittmann vom „naturbelassenen“ Abbild über expressive Aussagen, Materialbilder und Collagen zum Zeichen und Signet. Ihre frühen Werke zeigen konventionelle Formen wie Stillleben und Landschaften in festen Konturen mit meist flächig aufgetragenen, apart abgestimmten Farben und Kontrasten gegenstandsgroßzügig und nur leicht abstrahierend. Die abstrakte Phase Dittmanns begann in den 1960er Jahren mit gruppen- und konglomeratartigen, hintergründig phantastischen und technischen Gebilden und entwickelte sich in den 1970er Jahren hin zu gezeichneten und collagierten, Science-Fiction-artigen Maschinenmonumenten. Zum Ende der 1980er Jahre setzte sich Dittmann in ihrem Œuvre in einem phantastischen Raum der Zeichen, Sinnbilder und mythischen Symbole mit einem Übergangsbereich zwischen Wirklichkeit und Irrealität auseinander. Sie bewegte sich dabei eigenwillig und mit unverwechselbarer Handschrift im wechselreichen Stilwandel der Moderne vom Expressionismus und Surrealismus bis hin zum Informel. In den 1990er Jahren wurde für Dittmann eine Pinselführung mit graphischer Wirkung immer bedeutungsvoller. Sie sah im abstrakten Zeichen ein bestimmendes Element des Bildes und verwendete in ihren Werken an japanische Kalligraphie erinnernde breit aufgetragene Farbstränge. Dittmann löste dabei die Themen ihrer Bilder von realen Motiven und die figürlichen Andeutungen traten im Zusammenklang von Graphik und Malerei zurück. Die anschließenden Werke bis 2007 zeigen überwiegend sowohl Ruhiges als auch Pulsierendes, Tanzendes, Widerspiel und Komplementarität von Formen und Farben. Bei der Interpretation ihrer Bilder und Übersetzungen ließ Dittmann dem Betrachter stets viel Freiraum hinsichtlich der Beziehungserkenntnisse und Deutungen.Dittmann, Ursula. - Siegmar Tyroff (Einl.). Ursula Dittmann - Retrospektive 1952 - 2001 zum 80. Geburtstag. Katalog zur Ausstellung im Rathaus Hofhaim am Taunus

Preise und Stipendien 1955–1956 Accademia di Belle Arti Florenz (Stipendium) 1967 Studienpreis der Heussenstamm-Stiftung Frankfurt am Main 1993 Kulturpreis der Stadt Hofheim mit HOFHEIMER GRUPPE 1994 Stipendium der Künstlerhilfe Frankfurt am Main

Ausstellungen (Auswahl) 1954 „Ursula Dittmann & Gerhard Hintschich“ Galerie Fahrig Braunschweig mit Gerhard Hintschich 1957/1958 „Ursula Dittmann“ Galerie F.A.C. Prestel Frankfurt am Main 1961 „Ursula Dittmann - Ölbilder“ Galerie Walldorf Frankfurt am Main 1962 „Karl Degener, Ursula Dittmann, Gerhard Wittner“ Universahaus Nürnberg 1962 „Malerei und Grafik“ (mit Studio Haindl) Schwanenhalle im Römer (Frankfurt am Main) am Main 1963 „Frankfurter Sezession – 10. Jahresausstellung“ Steinernes Haus (Frankfurt am Main) am Main 1963 „Ursula Dittmann – Ölbilder und Mischtechniken“ Galerie Defet, Nürnberg 1965 „Ausstellung 65 Amsterdam-Berlin-Frankfurt“ Haus des Deutschen Kunsthandwerks Frankfurt am Main 1966 „Internationalismus in der Kunst“ mit der Heussenstamm-Stiftung Norrbotten-Museum/Schweden 1966 „Kunst im Austausch zwischen Luleå und Frankfurt am Main“ Länsmuseum Luleå/Schweden 1966 „Malerei U. Dittmann / K. Degener“ Studio Kaluza Bad Homburg 1967 „Ursula Dittmann / Thomas Zach“ Galerie der Heussenstamm-Stiftung Frankfurt am Main 1969 „Bilder + Collagen“ Globetrotter Destillen-Galerie Frankfurt am Main 1972 „Ursula Dittmann – Bilder und Siebdrucke“ Studio Kaluza Bad Homburg 1972 „Kunst der Gegenwart“ Rheinisches Landesmuseum Bonn 1973 „U. Dittmann - Ölbilder“ Galerie Apfelbaum Karlsruhe 1975 „U. Dittmann – Neue Bilder“ Studio Kaluza Bad Homburg 1976 „Der Frankfurter Kreis – Maler und Bildhauer“ Galerie im Technischen Rathaus Frankfurt am Main 1977 „Der Frankfurter Kreis – Maler und Bildhauer“ Refektorium des Karmeliterklosters Frankfurt am Main 1978 „Ursula Dittmann – Spielfiguren - technisch travestiert“ Amtsgericht Bad Vilbel 1978/79 „Themen – Titel – Untertitel“ Jahrhunderthalle Hoechst Frankfurt am Main 1979 „90. Salon de la Société Lyonnaise des Beaux Arts – Frankfurter Kreis e.V.“ Lyon/Frankreich 1979 „Der Frankfurter Kreis – Maler und Bildhauer“ Paulskirche Frankfurt am Main 1982 „Der Frankfurter Kreis – Maler und Bildhauer“ Paulskirche Frankfurt am Main 1985 „Das große Pandämonium“ Galerie im Stadthaus Bad Homburg 1987 „Neue Bilder“ Galerie der Heussenstamm-Stiftung Frankfurt am Main 1987 „Pandämonium-Noire“ Studio Kaluza Bad Homburg v. d. Höhe 1988 „Kunst in Frankfurt 88“ Römer (Frankfurt am Main) am Main 1991 „Transfigural – Bilder und Zeichen 88-91“ Rathaus Hofheim am Taunus 1992 „135 Jahre Frankfurter Künstlergesellschaft – 1857-1992“ Römer (Frankfurt am Main) am Main 1995 „Ursula Dittmann – Malerei“ Galerie Scherer Miltenberg 1996 „Bilder und Zeichen 1991 - 1996“ zum 75. Geburtstag, Rathaus Hofheim am Taunus 1997 „140 Jahre Frankfurter Künstlergesellschaft“ Galerie Leinwandhaus Frankfurt am Main 1999 „Alpha und Omega“ Galerie Hellhof Kronberg 2000 „Frankfurter Künstlergesellschaft - heute“ Historisches Museum Frankfurt am Main 2001 „Bilderwelten – die 90er Jahre“ Galerie Leonardis Oberursel 2001 „Frankfurter Kunst zur Zeit von Walter Kolb 1946-1956“ Galerie der Heussenstamm-Stiftung 2001 „Retrospektive 1952 - 2001“ zum 80. Geburtstag, Rathaus Hofheim am Taunus 2001 „Ursula Dittmann – Bilder der letzten 10 Jahre“ Galerie Das Bilderhaus Frankfurt am Main 2002 „Vier Jahrhunderte Frankfurter Stillleben“ 1822-Stiftung/Frankfurter Sparkasse Frankfurt am Main 2003/04 „Die Frankfurter Sezession 1953 – 1966“ 1822-Stiftung/Frankfurter Sparkasse Frankfurt am Main 2004 „Frankfurter Künstlergesellschaft - heute“ Museum Giersch Frankfurt am Main 2006 „Frankfurter Künstlergesellschaft“ Museum Giersch Frankfurt am Main 2011 „Frankfurter Künstlergesellschaft“ Museum Giersch Frankfurt am Main

Werke in öffentlichen Sammlungen Kunstmuseum Städel, Frankfurt am Main Museum Wiesbaden, Wiesbaden Museum Giersch, Frankfurt am Main

Literatur S. Tyroff, U. Dittmann: Ursula Dittmann – Retrospektive 1952–2001. Ausstellungskatalog, Hofheimer Druck und Verlag Friedrich Müller, Hofheim am Taunus 2001 F. A. Wagner, U. Dittmann: Ursula Dittmann – Transfigural. Bilder und Zeichen 88–91. Ausstellungskatalog, Hofheimer Druck- und Verlagsanstalt, Hofheim am Taunus 1991 J. Pick, U. Dittmann: Ursula Dittmann – Bilder und Zeichen 1991–1996. Ausstellungskatalog, Hofheimer Druck- und Verlagsanstalt, Hofheim am Taunus 1996 Sabine Schulze (Hrsg.), Stephan Mann (Bearbeiter): Das 20. Jahrhundert im Städel. Verlag Gerd Hatje, Ostfildern-Ruit 1998, ISBN 3-7757-0707-7, S. 41–42 Heussenstamm-Stiftung (Hrsg.), Wilfried Ehrlich: Fünfzig Jahre Treue um Treue – Die Geschichte der Heussenstamm’schen Stiftung. Druck: E. Imbescheidt KG, Frankfurt am Main , S. 110–111 Stadt Frankfurt am Main, Kulturdezernat, Amt für Wissenschaft und Kunst: Die bildenden Künstler in Frankfurt am Main. Druck: Grafis KG, Frankfurt am Main, S. 70

Einzelnachweise

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