U 6 war ein U-Boot der deutschen Kaiserlichen Marine.

Bau und Indienststellung U 6 war ein sogenanntes Zweihüllenboot, als Hochseeboot vom U-Boot-Konstrukteur Hans Techel konzipiert. Es lief am 18. Mai 1910 bei der Germaniawerft in Kiel vom Stapel und wurde am 12. August 1910 unter dem Kommandanten Oberleutnant zur See Stoß in Dienst gestellt.Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. Erlangen: Karl Müller Verlag, 1993, ISBN 3-88199-687-7, S. 67.Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. Erlangen: Karl Müller Verlag, 1993, ISBN 3-88199-687-7, S. 45.

Technik Das Boot war 57,3 m lang und 5,6 m breit und hatte einen Tiefgang von 3,55 m sowie eine Verdrängung von 505 Tonnen über und 636 Tonnen unter Wasser. Die Besatzung bestand aus 28 Mann, davon vier Offiziere. Es waren zwei Körting Petroleummotoren mit Sechszylinder-Zweitakt und zusammen 662 kW (900 PS) eingebaut; andere Quellen nennen einen Achtzylinder-Zweitakt-Petroleummotor. Für die Unterwasserfahrt war ein SSW-Elektromotor eingebaut, welcher eine Leistung von 765 kW (1040 PS) hatte. Über Wasser wurde eine Höchstgeschwindigkeit von 13,4 kn und unter Wasser eine von 10,2 kn erreicht. Der Aktionsradius betrug bis zu 3.300 NM bei Überwasserfahrt. Bei getauchter Fahrt mit 5 kn Marschgeschwindigkeit wurden maximal 80 NM erreicht. Die maximale Tauchtiefe betrug 30 Meter. Die Bewaffnung bestand aus jeweils zwei Torpedorohren am Bug und Heck mit sechs Torpedos. Bis Ende 1914 war hinter dem Turm eine 3,7-cm-Revolverkanone montiert, die 1915 durch ein zusätzliches 5-cm-Geschütz ergänzt wurde.Ulf Kaack: Die deutschen U-Boote Die komplette Geschichte, GeraMond Verlag GmbH, München 2020, ISBN 978-3-96453-270-1, S. 20.Eberhard Möller/Werner Brack: Enzyklopädie deutscher U-Boote Von 1904 bis zur Gegenwart, Motorbuch Verlag, Stuttgart 2002, ISBN 3-613-02245-1, S. 22.

Einsätze und Verbleib Auf insgesamt elf FeindfahrtenBodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. Erlangen: Karl Müller Verlag, 1993, ISBN 3-88199-687-7, S. 123. erzielte das Boot 13 Versenkungen von Handelsschiffen der Entente und neutraler Staaten mit einer Gesamttonnage von 4.654 BRT.Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. Erlangen: Karl Müller Verlag, 1993, ISBN 3-88199-687-7, S. 101. Nach anderen Quellen versenkte das Boot 16 Schiffe mit einer Gesamttonnage von 9.614 BRT. Drei Schiffe mit 2.337 BRT wurde als Prise aufgebracht.U 6 auf uboat.net Versenkungsliste von U 6, abgerufen am 27. Juli 2024U 6 auf uboat.net englisch, abgerufen am 5. August 2024.

Am 15. September 1915 befand sich U 6 vor der norwegischen Küste westlich von Stavanger. Wegen der kalten Luft waren die Abgase der Verbrennungsmotoren weithin sichtbar. Das britische U-Boot E16 unter Kommandant E. Talbot sichtete U 6 und schoss aus knapp 500 Metern Entfernung querab beide Bugtorpedos auf das deutsche Boot ab. Einer der Torpedos traf U 6 unterhalb des Kommandoturms. Daraufhin sank U 6 auf folgender Position . Von den 28 Besatzungsmitgliedern überlebten nur fünf. Auch Oberleutnant zur See Reinhard Lepsius befand sich unter den Toten.Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. Erlangen: Karl Müller Verlag, 1993, ISBN 3-88199-687-7, S. 89.Paul Kemp: Die deutschen und österreichischen U-Boot Verluste in beiden Weltkriegen, Urbes Verlag Hans Jürgen Hansen, Gräfelfing vor München 1998, ISBN 3-924896-43-7, S. 15.

Versenkte Schiffe (Auswahl) Die folgende Liste enthält alle verifizierten Schiffe, welche von U 6 versenkt wurden:

Kommandanten + Kommandanten von U 6uboat.net, englisch, abgerufen am 10. Oktober 2023. Dienstgrad Name von bis Oberleutnant zur See Alfred Stoß 12.8.1910 4. August 1914 Oberleutnant zur See Wilhelm Friedrich Starke 5. August 1914 28. September 1914 Oberleutnant zur See Otto Steinbrinck 29. September 1914 4. November 1914 Oberleutnant zur See Reinhard Lepsius 5. November 1914 5. Januar 1915 Oberleutnant zur See Otto Steinbrinck 6. Januar 1915 21. Januar 1915 Oberleutnant zur See Reinhard Lepsius 22. Januar 1915 15. September 1915

Weblinks

Gedenktafel für die Gefallenen von U 6 am U-Boot-Ehrenmal Möltenort

Einzelnachweise

Kategorie:Militär-U-Boot (Kaiserliche Marine) Kategorie:U-Boot im Ersten Weltkrieg Kategorie:Schiffsverlust im Ersten Weltkrieg Kategorie:Schiffsverlust 1915 Kategorie:Militärschiff (Germaniawerft)