Als Hamburger-Shift, benannt nach Hartog Jakob Hamburger, wird in der Physiologie der Anionenaustausch in Erythrozyten mittels eines Cl−/HCO3−-Antiporters bezeichnet. Das in der Körperperipherie aus dem Gewebe in die Blutkapillare und dann in den Erythrozyten diffundierte Kohlenstoffdioxid (CO2) reagiert mit Wasser (H2O), katalysiert durch die Carboanhydrase, gemäß der folgenden Gleichung:
Das HCO3− verlässt über den Hamburger-Shift den Erythrozyten, durch die nun erhöhte intrazelluläre Konzentration von Wasserstoffionen (H+) kommt es zu einer leichten Ansäuerung des Erythrozyten und der pH-Wert nimmt ab. In Zusammenwirkung mit der vermehrten CO2-Konzentration kommt es zu einer Rechtsverschiebung der Sauerstoffbindungskurve und damit zu einer Abnahme der O2-Affinität des Hämoglobins (Bohr-Effekt). Der Sauerstoff wird leichter an das Gewebe abgegeben.
Siehe auch
Haldane-Effekt
Einzelnachweise
Kategorie:Atmung Kategorie:Herz-Kreislauf-Physiologie Kategorie:Biologischer Prozess