Gleißbühl ist ein Stadtteil der kreisfreien Stadt Nürnberg und als statistischer Distrikt 020 ein Teil des Bezirks 2 Marienvorstadt in der Altstadt und engeren Innenstadt.

Lage Gleißbühl liegt in der Nähe des ehemaligen Marientors östlich der Stadtmauer in der Marienvorstadt von Nürnberg und wird von der Pegnitz tangiert.

Über Gleißbühl führten früher zwei Wege, welche die Lorenzer und Sebalder Stadt mit der Hadermühle verbanden. Auf dem weitläufigen Areal standen drei Häusergruppen: Am Südwesteck zum Viehmarkt hin die größte aus Wohn- und Wirtschaftsgebäuden, eine weitere an der Gasse von der Lorenzer Stadt zur Hadermühle und eine letzte Gruppe am Südosteck gegenüber dem Flaschenhof.

Geschichte 1357 wurde ein auf dem Gleißbühl stehender Stadel erwähnt. 1398 wurde das Anwesen „Gleißmuͤl“ genannt, wohl ein Schreibfehler, da ein Mühlbetrieb nicht bekannt ist und wegen der exponierten Lage auch gar nicht möglich ist. 1479 bestand das am Viehmarkt vor dem Frauentor gelegene „Gleÿspühel“ aus drei Häusern mit einem Point. Später entstand ein Herrenhaus. Dieses gehörte ab dem 16. Jahrhundert der Familie Scherl. Nach ihnen wurde im 18. Jahrhundert Gleißbühl auch „Scherleins-Garten“ genannt.D. Fastnacht: Nürnberg, S. 102ff.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Gleißbühl aus 5 Anwesen. Das Hochgericht übte die Reichsstadt Nürnberg aus, was aber von den brandenburg-ansbachischen Oberämtern Schwabach und Burgthann bestritten wurde. Grundherren waren der Nürnberger Eigenherr von Kreß (1 Herrenhaus, 2 Häuser und mehrere Gartenhäuser) und das Kriegsamt der Reichsstadt Nürnberg (1 Wachhaus).H. H. Hofmann: Nürnberg-Fürth, S. 149.

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Gleißbühl dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Gleißhammer und der im selben Jahr gegründeten Ruralgemeinde Gleißhammer zugeordnet. 1825 wurde Gleißbühl nach Nürnberg eingemeindet.H. H. Hofmann: Nürnberg-Fürth, S. 238 f.

1857 erwarb die Stadt die Grundstücke und es entstand hier die Marienvorstadt.http://www.nuernberg-aha.de/nuernberg-stadtteile/marienvorstadt.htmlSeite im Archiv Die ursprünglichen Häusergruppen wurden im Laufe des 19. und des frühen 20. Jahrhunderts im Zuge der Anlage der Marienvorstadt überbaut. 1930 hatten sich weder vom Herrensitz noch von den zugehörigen zahlreichen Gebäuden und Teilgärten irgendwelche Reste erhalten.

Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1824 1836 1840 Einwohner 37 37 51 51HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 und 1824 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1836 als Wohngebäude und 1840 als Häuser. 9 7 4 4Quelle Dort als Glaisbühl aufgelistet.

Religion Gleißbühl ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und war ursprünglich nach St. Lorenz (Nürnberg) gepfarrt, seit dem 19. Jahrhundert nach St. Peter (Nürnberg). Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind bis heute in die Frauenkirche (Nürnberg) gepfarrt.D. Fastnacht: Nürnberg, S. 102.

Infrastruktur Die Gleißbühlstraße verbindet den Rathenauplatz mit dem Hauptbahnhof. Der U-Bahnhof Wöhrder Wiese der Linien 2 und 3 befindet sich an dieser Straße, ebenso wie das Druckhaus der Nürnberger Zeitungsverlage.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Stadtteil von Nürnberg Kategorie:Statistischer Distrikt von Nürnberg Kategorie:Ersterwähnung 1357