Die Berijew Be-12 Tschaika (Möwe, , NATO-Codename: Mail) ist ein großes militärisches Amphibienflugboot, das auf dem Wasser starten und landen kann und auch ein einziehbares Fahrwerk für Starts und Landungen auf festem Untergrund hat. Entwickelt wurde es als Seeaufklärer zur See- und Küstenüberwachung, zur Suche nach Bodenschätzen, zur U-Boot-Jagd und zur Seenotrettung. Einige Be-12 wurden zu Löschflugzeugen umgebaut.
Geschichte mini|Berijew Be-12 im August 1990 Die Entwicklung der Be-12 begann nach einem Regierungsbeschluss vom März 1956. Wie beim Vorgänger Be-6 wurde ein Knickflügel gewählt. Anders als die Be-6 verfügt sie über ein einziehbares Fahrwerk und Turbinen anstelle von Kolbenmotoren. Die Be-12 flog erstmals im Oktober 1960 und wurde ein Jahr später auf der Luftparade in Moskau-Tuschino der Öffentlichkeit vorgeführt. Ab 1965 wurde sie bei den sowjetischen Seefliegerkräften eingegliedert und ersetzte dabei die Be-6. Ein visuelles Merkmal ist der lange MAD-Heckstachel, der zur Ortung getauchter U-Boote diente. Insgesamt sind 143 Maschinen gebaut worden. Im Zentralen Museum der Luftstreitkräfte der Russischen Föderation in Monino kann eine Be-12 besichtigt werden.
Vom 23. bis 27. Oktober 1964 wurden von einer Be-12 mit einer Besatzung unter M. Michailow insgesamt sechs Höhenweltrekorde mit verschiedenen Nutzlasten erflogen.Karl-Heinz Eyermann, Wolfgang Sellenthin: Die Militärluftfahrt der UdSSR. Zentralvorstand der Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft, 1967, S. 42.
Nach der Auflösung der Sowjetunion wurden einige Flugzeuge zu Löschflugzeugen Be-12P umgerüstet. Pläne dazu existierten unter der Bezeichnung Be-18 schon seit den 1960er-Jahren. Vier ehemalige Marineflugzeuge wurden in der ersten Hälfte der 1990er-Jahre solchermaßen umgebaut. Die militärische Ausrüstung wurde, bis auf das Radar, entfernt und durch insgesamt fassende Wassertanks im Rumpf ersetzt. Die Wasseraufnahme erfolgt auf dem Wasser gleitend in 25 bis 30 Sekunden, kann aber auch an Land durchgeführt werden. Die erste dieser Maschinen („Gelbe 40“, Werknummer 9601504) absolvierte am 27. April 1992 in Taganrog ihren Erstflug. Bis zum Jahr 2000 warfen diese Be-12 bei Waldbränden im gesamten russischen Gebiet 17.188 Tonnen Wasser ab. Am 14. Juli 1993 ging die Gelbe 40 bei einem Einsatz verloren. mini|Löschflugzeug Be-12P-200 (RA-00046, 2001) Eine weitere umgerüstete Maschine mit der Werknummer 8601301 (Kennzeichen RA-00046) flog am 9. August 1996 unter der Bezeichnung Be-12P-200 erstmals. Durch ein modernisiertes System ist sie in der Lage, die Wasseraufnahme in nur noch 20 Sekunden durchzuführen.Erich Strobl, Francois Nôtre, Ulrich Unger: Europas fliegende Feuerwehren – Der Wasserbomber Be-12P. In: Fliegerrevue Extra Nr. 9, Möller, 2005, , S. 99.
Die Ukraine griff 2025 eine Be-12-Basis an. Die russischen Flugboote seien zum Aufspüren ukrainischer Marinedrohnen eingesetzt worden.Spezialflugzeuge der Russen offenbar von der Ukraine zerstört – das steckt dahinter Das führte zur ersten Zerstörung einer Be-12 in einem Krieg.Ukraine Destroys Two Rare Russian Be-12 Chaika Amphibious Aircraft in a Historic First. What Is This Soviet Relic? Um den 21. Februar 2026 wurden nochmals Be-12 angegriffen.
Nutzerstaaten Aktuelle Nutzer – Januar 2018 befanden sich 4 Be-12 im Dienst der Seekriegsflotte. – Januar 2018 waren die Seestreitkräfte im Besitze zweier Be-12, die allerdings als nicht einsatzbereit galten.
Ehemalige Nutzer – Nach der Auflösung wurden die verbliebenen Flugzeuge der Seefliegerkräfte an die Nachfolgestaaten verteilt. – Spätestens bis zum Januar 2018 aus den Luftstreitkräften ausgemustert. – Spätestens bis zum Januar 2018 aus den Luftstreitkräften ausgemustert.
Technische Daten Kenngröße Daten Besatzung 5 Länge 30,17 m Spannweite 29,71 m Höhe 7,0 m Flügelfläche 105 m² Flügelstreckung 8,4 Leermasse 19.500 kg Startmasse max. 29.500 kg Triebwerk zwei Propellerturbinen Iwtschenko AI-20D Leistung je 3.125 kW (4.190 WPS) Höchstgeschwindigkeit 610 km/h in 3.050 m Höhe Marschgeschwindigkeit 547 km/h in 4.570 m Höhe Patrouillengeschwindigkeit 320 km/h in 300 m Höhe Dienstgipfelhöhe 11.280 m Reichweite 4.000 km Aktionsradius ≈ 600 km Bewaffnung bis zu 5.000 kg im Rumpfschacht und an den Tragflächen(zielsuchende Torpedos, Wasserbomben, Minen, Raketen, Bomben (Sonarbojen sind im Heck gelagert))
Literatur
Weblinks
Aeroflight: Beriev Be-12 ‘Mail’
Einzelnachweise
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