mini|Ostfassade am Kiliansplatz (2011) mini|Blick in die Dauerausstellung des MAD (2019) Das Museum am Dom (MAD) ist ein im März 2003 unter dem Bischof Paul-Werner Scheele eröffnetes Kunstmuseum der Diözese Würzburg. Es befindet sich im Kilianshaus zwischen Dom und Neumünster.
Seit Mai 2026 wird das Kilianshaus saniert. Daher ist das MAD vorübergehend geschlossen. 2028 soll es wiedereröffnet werden.
Idee und Konzept Im Zentrum des bis 2026 präsenten Konzepts stand die Idee der Gegenüberstellung alter und neuer Kunst. In sieben Themenwelten konnten Besucherinnen sich unabhängig von Vorerfahrung und Kunstwissen inspirieren lassen. Themenhefte („Charakterwalks“) ermöglichten individuelle Wege durch die Ausstellung.
Die Kunstwerke in der Eingangshalle verweisen auf die menschliche Grundsituation zwischen Fall und Aufstieg, Licht und Dunkel, Hoffnung und Verzweiflung, Freude und Trauer, Himmel und Erde. Die Dauerausstellung umfasst ca. 300 Bilder und Plastiken aus dem 10. bis 21. Jahrhundert. Moderne und zeitgenössische Künstler (Ernst Barlach, Joseph Beuys, Willi Dirx, Otto Dix, Dina Draeger, Lars Käker, Käthe Kollwitz, Wolfgang Mattheuer, Werner Tübke, Andy Warhol) werden direkt der Themenbehandlung durch alte Meister gegenübergestellt (unter anderen Tilman Riemenschneider, Georg Anton Urlaub, Johann Peter Wagner, Johann Zick).
Lage und Umgebung Das Gebäude erstreckt sich über insgesamt vier Etagen des von 2001 bis 2003 generalsanierten und umgebauten Kilianshauses. Es liegt am Kiliansplatz zwischen Würzburger Dom und Neumünster in Würzburg.
Auf dem Platz zwischen Dom und Neumünster befand sich früher der Leichhof, der bis etwa Mitte des 16. Jahrhunderts als Domfriedhof für die Toten der Dompfarrei St. Kilian und der zu Neumünster gehörenden Häuser genutzt wurde. Ebenfalls zwischen Dom und Neumünster befand sich ein Salhof, dessen Brunnenschacht im 13. Jahrhundert zu einer Latrine umfunktioniert wurde. In dieser Abfallgrube wurden etliche Objekte gefunden, die über das Alltagsleben des Mittelalters Auskunft geben.Wolfgang Schneider: Volkskultur und Alltagsleben. In: Ulrich Wagner (Hrsg.): Geschichte der Stadt Würzburg. 4 Bände, Band I-III/2, Theiss, Stuttgart 2001–2007, Band 1 (2001): Von den Anfängen bis zum Ausbruch des Bauernkriegs. ISBN 3-8062-1465-4, S. 491–514 und 661–665, hier: S. 498 und 509–511.
Vergangene Sonderausstellungen In Ergänzung zur Dauerausstellung fanden in den letzten Jahren viele Sonderausstellungen statt. 1. Dezember 2017 bis 28. Januar 2018: Zur Krippe her kommet! Krippen aus fränkischen Klöstern 24. März bis 24. Juni 2018: Cäsar W. Radetzy: Die blaue Krone 20. Oktober 2018 bis 20. Januar 2019: Strahlkraft. Silberfiguren für die Heiligen 23. März bis 23. Juni 2019: Robert Höfling: Das hätte Jesus nicht gewollt! 30. November 2019 bis 4. Oktober 2020: Riemenschneider X Stoß – Schnittpunkt Münnerstadt 17. Februar bis 26. April 2023: The aesthetics of nonsense 28. Mai bis 30. Juli 2023: Der teure Mann 18. November 2023 bis 25. Februar 2024: Marco Wagner: leaving paradise 13. April bis 14. Juli 2024: Fritz Koenig: Schöpfungen. Das Domportal und sein Künstler 1. Oktober bis 8. Dezember 2024: Zwischen Anpassung und Rebellion. Ostdeutsche Künstler im Film 1. Februar bis 13. April 2025: Unendlichkeit – Werke von Sonja Edle von Hoeßle und Herbert Mehler 1. Februar bis 13. April 2025: Vier Würzburger Domherren-Portraits des 18. Jahrhunderts 10. Mai bis 14. September 2025: Ute Rakob: Spuren der Zeit 11. Oktober 2025 bis 25. Januar 2026: Mehr Künstlerinnen! Neue Werke für das MAD 1. Februar bis 17. Mai 2026: Bewegtes Blei. Günther Berger im Fokus 8. März bis 17. Mai 2026: Paloma Wolff: Mythos Mutter – Mutterwerden zwischen Ideal und Realität
Literatur Klaus Wittstadt: Kirche und Staat im 20. Jahrhundert. In: Ulrich Wagner (Hrsg.): Geschichte der Stadt Würzburg. 4 Bände, Band I-III/2, Theiss, Stuttgart 2001–2007; III/1–2: Vom Übergang an Bayern bis zum 21. Jahrhundert. 2007, ISBN 978-3-8062-1478-9, S. 453–478 und 1304 f., hier: S. 475–478: Die Entwicklung am Ende des 20. Jahrhunderts – die Amtszeit Bischof Paul-Werner Scheeles (1979–2003). S. 477 und 480 f. (Tafel 28).
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