mini|Fanny und Richard Harlfinger, 1905 mini|Plakat für die Ausstellung der Wiener Secession, 1912. mini|Soldatenfriedhof in Slowiki Nowa, 1918. Richard Harlfinger (* 17. Juli 1873 in Mailand; † 12. September 1948 in Wien) war ein österreichischer Landschafts- und Kriegsmaler, Buchillustrator und Kunsterzieher.
Leben und Werk Richard Harlfinger wurde als Sohn des Lehrers Richard Harlfinger und seiner Frau Berta, geborene Kießlich, 1873 in Mailand geboren. Wenig später übersiedelte die Familie nach Wien, hier besuchte der Sohn das Gymnasium und studierte vorerst Mathematik und Physik. In den Jahren von 1892 bis 1894 war Harlfinger Schüler der privaten Malschule Strehblow in Wien. In weiterer Folge studierte er an der Akademie der bildenden Künste in München bei Nikolaus Gysis und Carl von Marr.
Ab etwa 1900 wirkte Harlfinger in Mödling, wo er unter anderem Karl Theodor von Goren, Direktor der Landwirtschaftlichen Lehranstalt Francisco-Josephinum, sowie 1905 den Bürgermeister Jakob Thoma porträtierte. Er malte weiters Figurenbilder wie Walpurgismorgen und Seiltänzer, wandte sich aber bald der Landschaftsmalerei zu. Seine bevorzugten Motive waren Alpenlandschaften. Er war ab 1905 mit der Malerin und Kunstpädagogin Fanny Zakucka verheiratet. Ab 1913 gab Harlfinger Mal- und Zeichenkurse in der Privatschule Olga Mayr in Mödling.
1906 trat Harlfinger der Wiener Secession bei und wurde in den Jahren 1918 und 1919 deren Präsident. Ab 1917 lebte er in Wien und unterrichtete an der Wiener Frauenakademie, wo er bis zur Auflösung der Institution 1939 tätig war. Diese Auflösung war Teil der nationalsozialistischen Umstrukturierungen, bei denen die Frauenakademie in das Kulturamt eingegliedert wurde.Heinrich Fuchs: Die österreichischen Maler des 19. Jahrhunderts. Wien 1979, Band 2, S. K 44.
Während der Zeit des Ersten Weltkriegs war Harlfinger als Kriegsmaler in der Kunstgruppe des k.u.k. Kriegspressequartiers tätig. Einige der dort entstandenen Werke wurden dem damaligen k.k. Heeresmuseum (heute: Heeresgeschichtliches Museum) zugewiesen, in dessen Gemäldesammlung sich die Bilder noch heute befinden.
Nach seinem Tod in Wien fand Harlfinger seine letzte Ruhestätte im Familiengrab in Mödling.
Ausstellungen 1904 Künstlerhaus, Wien, sowie in Mödling (Herzoggasse 1) zusammen mit Fanny Zakucka 1910 Internationale Jagdausstellung, Wien 1911, 1912, 1913, 1923, 1930 Secession, Wien 1847 I. Große Österreichische Kunstschau, Künstlerhaus, Wien 1988 The Modern Poster, MoMA, New York 2005 Personale, Kunsthandel Hieke, Wien 2023 Kunstausstellung zum 150. Geburtstag von Fanny und Richard Harlfinger, Museum Mödling
Werke Arbeiten Harlfingers sind heute in mehreren Sammlungen vertreten, darunter im Belvedere Wien, im Bezirksmuseum Bielitz-Biala, im Heeresgeschichtlichen Museum Wien, in der Landessammlung Niederösterreich, im Museum Mödling, im Museum der Stadt Wien, in der Secession Wien und im Technischen Museum Wien. Ausgewählte Werke: Der Soldatenfriedhof in Slowiki Nowa, 1918, Öl auf Leinwand, ca. 505 × 40 cm, Heeresgeschichtliches Museum, Wien Landschaft bei Altaussee, 1940, Öl auf Leinwand, 84 × 109 cm, Österreichische Galerie Belvedere, Wien
Auszeichnungen
1918: Ritterkreuz des Franz Joseph-Ordens 1930: Österreichischer Staatspreis für bildende Kunst
Literatur
Heinrich Fuchs: Die österreichischen Maler des 19. Jahrhunderts, Wien 1979, Band 2, S. K 44. Christian Matzner: Katalog zur Ausstellung Fanny & Richard Harlfinger, Museum Mödling, Mödling 2023. Ingrid Holzschuh, Sabine Plakolm-Forsthuber: Auf Linie. NS-Kunstpolitik in Wien. Hrsg.: Wien Museum, Basel 2021, ISBN 978-3-0356-2426-7.
Weblinks
Einzelnachweise
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