Alexander Alexandrowitsch Murski (; * 1. November 1869 in Sankt Petersburg, Russisches Kaiserreich; † April 1943 in Toulouse, Frankreich) war ein russischer Schauspieler.

Leben und Wirken Murski spielte bereits seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert an überwiegend kleinen russischen Bühnen. Von 1901 bis 1903 ist er an Moskaus Maly-Theater nachweisbar. Infolge der Revolutionswirren 1917 kam Murski mit einem Tross zahlreicher anderer zaristischer Bühnenkünstler nach Deutschland. Im Februar 1922 ging er mit einer russischen Theatertruppe auf Tournee mit Ferenc Molnárs Der Teufel und gelangte so erstmals nach Frankreich (Paris).

Zur selben Zeit begann Murski im Berlin der frühen 20er Jahren intensiv zu filmen. Erfolge feierte er vor allem in Rollen als Honoratior und Respektsperson: Er war 1925 ein Richter in Die Insel der Träume, 1926 ein Oberstaatsanwalt in Staatsanwalt Jordan, 1927 ein Ministerpräsident in Die Geliebte des Gouverneurs, 1928 ein Direktor in Zwei rote Rosen sowie 1929 ein Bankier in Die Flucht in die Fremdenlegion und Sir Charles Baskerville in Der Hund von Baskerville. Häufig setzte man Murski aber auch als Russen in literarischen, dramatischen und historischen Stoffen ein, etwa wie in Pique Dame, Rasputins Liebesabenteuer, Spielereien einer Kaiserin, Der weiße Teufel, So lang‘ noch ein Walzer vom Strauß erklingt, Im Geheimdienst, Der Fall des Generalstabs-Oberst Redl und Das Flötenkonzert von Sans-souci.

Von den Nationalsozialisten als Volljude disqualifiziert, floh Murski infolge Hitlers Machtantritt nach Frankreich, wo er seit 1939 wieder in Paris nachweisbar ist. Im selben Jahr wurde er mehrfach in Aufführungen exilrussischer Theaterschaffender eingesetzt und inszenierte auch Stücke, so etwa Alexander Nikolajewitsch Ostrowskis Wölfe und Schafe. Noch bis März 1940 sind Murskis künstlerische Aktivitäten im Rahmen sogenannter kreativer Abende im Kreise exilrussischer Kulturveranstaltungen, abgehalten im Russischen Konservatorium, in Paris nachweisbar.

Mit dem Einmarsch deutscher Truppen in Frankreich ist er vermutlich abgetaucht. Alexander Murski starb 1943 im südfranzösischen Toulouse.

Filmografie 1923: Im Schatten der Moschee 1923: Zaida, die Tragödie eines Modells 1924: Michael 1924: Komödie des Herzens 1924: Zwei Kinder 1925: Die Insel der Träume 1925: Die Prinzessin und der Geiger 1925: Die freudlose Gasse 1925: Die gefundene Braut 1925: Das Fräulein vom Amt 1925: Der Kampf gegen Berlin 1926: Herrn Filip Collins Abenteuer 1926: Liebe macht blind 1926: Sein größter Fall 1926: Staatsanwalt Jordan 1926: Dagfin 1926: Der Sohn des Hannibal 1927: Ein Mordsmädel 1927: Mata Hari 1927: Die Lindenwirtin am Rhein 1927: Gehetzte Frauen 1927: Pique Dame 1927: Die heilige Lüge 1927: Draga Maschin 1927: Heimweh 1927: Die berühmte Frau 1927: Der falsche Prinz 1927: Die Geliebte des Gouverneurs 1927: Die glühende Gasse 1927: Luther – Ein Film der deutschen Reformation 1928: Parisiskor 1928: Die geheime Macht 1928: Manege 1928: Zwei rote Rosen 1928: Eva in Seide 1928: Rasputins Liebesabenteuer 1928: Die Republik der Backfische 1929: Der Mann mit dem Laubfrosch 1929: Fräulein Else 1929: Die Zirkusprinzessin 1929: Der Leutnant Ihrer Majestät 1929: Flucht in die Fremdenlegion 1929: Der Mann, der nicht liebt 1929: Der Hund von Baskerville 1929: Es flüstert die Nacht … 1929: Der Günstling von Schönbrunn 1930: Spielereien einer Kaiserin 1930: Der weiße Teufel 1930: Madonna im Fegefeuer 1930: Cyankali 1930: Die Jagd nach dem Glück 1930: Das Flötenkonzert von Sans-souci 1930: Der Fall des Generalstabs-Oberst Redl 1931: Im Geheimdienst 1931: Der ungetreue Eckehart 1931: Jeder fragt nach Erika 1931: So lang’ noch ein Walzer vom Strauß erklingt 1932: Rasputin 1933: Tausend für eine Nacht

Literatur Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 5: L – N. Rudolf Lettinger – Lloyd Nolan. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 597.

Weblinks Alexander Murski in dommuseum.ru

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