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mini|300px|Der Untermarkt in Wolfratshausen

Ensembles Ensemble Wohnsiedlung Alpenstraße/Schießstättstraße mini|225px|Schießstättstraße 34–36 mini|225px|Alpenstraße 10 Das Ensemble umfasst die 1936–38 für Angestellte der Sprengstoffwerke Geretsried/Gartenberg errichtete Wohnsiedlung. Sie erstreckt sich südöstlich des Ortskerns von Wolfratshausen entlang der Schießstättstraße und der parallel geführten Alpenstraße.

Dabei wurden zwei Grundtypen von zweigeschossigen Wohnhäusern verwendet: Die einzeilige Bebauung an der Nordseite der Schießstättstraße und im westlichen Abschnitt der Alpenstraße besteht aus aneinandergereihten giebelständigen Doppelhäusern, der östliche Teil der Alpenstraße in größeren Abständen mit langgestreckten, traufständigen Satteldachbauten (mit jeweils bis zu vier Wohneinheiten) bebaut. Innerhalb der Giebelhauszeilen wird einer monotonen Reihung gleichartiger Baukörper durch leichtes Einschwingen der Baulinie an der Schießstättstraße sowie durch versetzte Anordnung der „Kopfbauten“ (Schießstättstraße 18–28, Alpenstraße 16/18) entgegengewirkt, während die Folge der Traufseitbauten an der Alpenstraße durch erdgeschossige Nebengebäude bzw. verbindende hölzerne Schupfen rhythmisiert ist.

In gestalterischer Hinsicht ist die Adaption regionaler historischer Bauformen im Sinne eines „alpenländischen Heimatstils“ charakteristisch. Zu den einheitlichen Flachsatteldächern mit weitem Dachüberstand treten einzeln Fassadenmotive wie asymmetrisch gesetzte Erker, barockisierende Tür- und Fensterdetails oder Imitationen von Giebelbundwerk. Zum ursprünglichen Siedlungskonzept gehören auch die Vorgärten sowie die rückwärtigen, parzellenweise getrennten Nutzgärten. Der von den Häuserreihen Schießstättstraße 14–56 und Alpenstraße 1, 3/3a, 5, 7/7a, 9 eingefasste Gartenbereich wird durch ein Wegkreuz erschlossen, die Querachse ist straßenseitig durch einen geschweiften Torbogen (zwischen Schießstättstraße 36 und 38) akzentuiert. mini|150px|links|Durchlass-Tor Innerhalb des nationalsozialistischen Wohnungs- und Siedlungsbaus entspricht das Raumangebot der hier errichteten Werkswohnhäuser einem gehobenen Standard. Die gestalterische Orientierung an traditionellen landschaftstypischen Formen, die nicht zuletzt den in der Rüstungsindustrie tätigen ursprünglichen Bewohnern eine ländlich-kleinstädtische „Heimatlichkeit“ suggerieren sollte, lässt den ideologischen Hintergrund solcher Architekturen erkennen.

Nicht zum Ensemble gehören die Häuser Alpenstraße 11–29 (ungerade Nummern) bzw. Schießstättstraße 58–70 (gerade Nummern), die nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden sind, aber die Parzellenstruktur des ursprünglichen Siedlungskonzeptes fortschreiben.

Aktennummer: E-1-73-147-2

Ensemble Altstadt Wolfratshausen mini|Der Obermarkt in Wolfratshausen Das Ensemble erstreckt sich auf den historischen, langgezogenen Straßenmarkt zwischen linkem Loisachufer und bewaldetem Steiluferhang. Die Gestalt der Marktsiedlung wird bestimmt durch diese topografische Situation. Der 1280 erstmals erwähnte Marktort entfaltete sich südlich der Burg der Grafen von Wolfratshausen, eines mächtigen mittelalterlichen Adelsgeschlechts, dessen Herrschaftsmittelpunkt die ehemalige Burg war.

Durch Herzog Rudolf von Bayern erhielt der Ort 1312 Marktfreiheit. Von der mittelalterlichen Bebauung ist infolge der Zerstörungen im Dreißigjährigen Krieg mit Ausnahme der barockisierten Stadtpfarrkirche nichts erhalten; auch Oberes und Unteres Tor sowie die südliche und nördliche Befestigung des Marktes sind abgegangen. Die älteren erhaltenen Häuser stammen meist aus dem 17./18. Jahrhundert und sind dem Tölzer Bürgerhaus ähnliche Giebelhäuser mit flachen Satteldächern. Die jüngeren Gebäude wurden meist Mitte des 19. Jahrhunderts errichtet und sind häufig Traufseitbauten.

Die Marktstraße gliedert sich in Obermarkt, Marienplatz und Untermarkt, ersterer südlich, letzterer nördlich des Marienplatzes, der sich als kleiner Rechteckplatz ostwärts von der Hauptachse absetzt und weitgehend durch die Stadtpfarrkirche überbaut ist. Er bildet den Mittelpunkt der Stadt. Der Obermarkt ist an der Einmündung der Johannisgasse gelenkartig versetzt; im nördlichen Teil zeichnet er sich durch größere Geschäfts- und Gasthäuser aus. Am Untermarkt bilden die Häuser Nr. 25, 27, 29, 31 eine gestaffelte Reihe von Giebelhäusern mit flachen Satteldächern. Zahlreiche Häuser besitzen moderne Bemalung.

Beherrscht wird das Ensemble von der spätgotischen, um 1680 barockisierten Stadtpfarrkirche. Der westlich vom Ensemblebereich befindliche, bewaldete Steiluferhang mit seiner Kalvarienberganlage und den beiden Kapellen bestimmt wesentlich das Bild des Ensembles.

Aktennummer: E-1-73-147-1

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Siehe auch Liste der Bodendenkmäler in Wolfratshausen

Anmerkungen

Literatur

Weblinks

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