mini|Emerita Pansowová, 2012 Emerita Pansowová, geborene Molnárová (* 1946 in Vrakúň, Tschechoslowakei) ist eine deutsch-slowakische Bildhauerin.

Leben mini|Emerita Pansowowa und die Kustodin Bärbel Zausch in der Quevedo-Ausstellung der Galerie der Berliner Graphik-Presse am 5. Dezember 2000 Bis zum 21. Lebensjahr wuchs Emerita Pansowová in der Tschechoslowakei, bei ihren Eltern in Bratislava, auf. Von 1962 bis 1966 studierte sie an der Kunstgewerbeschule in Bratislava Holzbildhauerei. Ihre Lehrer waren Ludwik Korkoš (1928–1992) und Anton Drexler. 1964 begegnete sie dem Grafiker Jürgen Pansow, heiratete ihn 1966, und das Paar übersiedelte nach Ost-Berlin. Ihr Sohn Till Pansow (* 1967), ist ebenfalls Bildhauer. Die Ehe wurde später geschieden.

Von 1967 bis 1972 studierte sie bei Karl-Heinz Schamal und Arnd Wittig an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Von 1974 bis 1977 war sie Meisterschülerin von Ludwig Engelhardt an der Akademie der Künste der DDR. Seitdem ist sie als freischaffende Bildhauerin tätig, in Berlin und seit 1981 in Prenden, das 1991 auch ihr Wohnort wurde. Sie arbeitet in Stein, mit Bronze und experimentiert auch mit anderen Materialien. In der Zeit der DDR schuf sie zahlreiche Auftragswerke. Sie ist u. a. mit Wieland Schmiedel und Heidrun Hegewald befreundet. 1980 begegnete sie Gabriele Mucci und dessen Freundeskreis.

Emerita Pansowová war bis 1990 Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR und hatte in der Zeit der DDR im In- und Ausland eine bedeutende Zahl von Einzel- und Gruppenausstellungen, u. a. von 1977 bis 1988 die VIII. bis X. Kunstausstellung der DDR in Dresden.

1992 gründete sie, u. a. mit Marguerita Blume-Cárdenas, Elli Graetz, Annet Gröschner, Gisela Kurkhaus-Müller, Nuria Quevedo und Ursula Strozynski, die Künstlerinnen-Initiative Xanthippe e. V.

2011 nahm sie in Bernau am Bildhauersymposium Steine ohne Grenzen VIII. teil. Dabei schuf sie aus Muschelkalk nach einer eigenen Vorlage aus Gneis eine grob strukturierte menschliche Figur.Bildhauersymposion Steine ohne Grenzen mit Details zu Im Werden, abgerufen am 17. Januar 2012

Werke Emerita Pansowová befinden sich u. a. in der Neuen Nationalgalerie Berlin.

Auszeichnungen, Förderungen, Wettbewerbsteilnahmen 1975: Gustav-Weidanz-Preis für Plastik der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle 1977: Studienaufenthalt in der Aserbaidschanischen SSR, zusammen mit Malwine Hörisch, Lutz Friedel und Lusici 1985: Will-Lammert-Preis der Akademie der Künste 1989: Kunstpreis der Gewerkschaften; 1. Preis beim Wettbewerb für Foyergestaltung der Kleist-Gedenkstätte Frankfurt/Oder 1991: Förderstipendium des Senatsverwaltung für Kultur, Berlin 1992: Arbeitsstipendium der Stiftung Kulturfonds 1994: Bildhauersymposium in Remschutz-Saalfeld 2003: zusammen mit Winfried Ebner Realisierungswettbewerb des Brunnens für den Stralsunder Alten Markt und den Steintorplatz in Bernau bei Berlin 2009: Brandenburgischer Kunstpreis für Plastik der Märkischen Oderzeitung

Werkbeispiele 1971: Kleine Stehende, Statuette, Bronze 1978: Hockendes Mädchen, Sandstein, Standort Humannplatz in Berlin-Prenzlauer BergGesamtverzeichnis Kunst im öffentlichen Raum, Position 103 bei Kulturamt Pankow 1980: Schreitende: Bronze, 180 cm groß, Standort Allee der Kosmonauten in Marzahn im Heinz-Graffunder-ParkKunst in der Großsiedlung. Kunstwerke im öffentlichen Raum in Marzahn und Hellersdorf. Eine Dokumentation; Hrsg. BA Marzahn-Hellersdorf; Seite 75 und Seite 182; ISBN 978-3-00-026730-7Abbildung (Detail) der Plastik auf flickr 1982: Stillleben. Gedeckter Tisch, ein Tröpfelbrunnen aus Bronze, 160 cm groß, Standort Allee der Kosmonauten 58

1984: Der arbeitende Mensch: Porträtbüste, Bronze; Auftrag des Magistrats von Berlin; auf der X. Kunstausstellung der DDR 1985: An Gret Palucca. Statuette, Bronze, Höhe 40 cm; Auftrag des Bundesvorstands des FDGB; auf der X. Kunstausstellung der DDR; Neue Nationalgalerie Für den Berliner Bezirk Mitte formte Pansowová danach eine lebensgroße Plastik. Auf Initiative der Kunststiftung Poll und mit finanzieller Hilfe des DGB wurde diese im Januar 2012 auf dem Garnisonkirchplatz aufgestellt.Ingeborg Ruthe: Fliegen lernen. Der Garnisonkirchplatz in Mitte hat jetzt eine Palucca-Bronze der Bildhauerin Emerita Pansowová. In: Berliner Zeitung vom 17. Januar 2012; S. 21; Die Skulptur wurde anschließend als Leihgabe an die neu gegründete Palucca-Stiftung gegeben und auf dem Universitätscampus in Dresden errichtet., auf Freie Presse, 25. Mai 2012; abgerufen am 2. Juli 2012

1989: Erben der Spartakuskämpfer: Sandstein, zwei Einzelfiguren und ein Relief an der Möllendorffstraße in Berlin-Lichtenberg,Sylvia Brösicke-Istok, Gabriela Ivan, Romy Köcher, Hans Schlegel: Plastiken, Denkmäler, Brunnen in Berlin; Lichtenberg; Katalog 1993, Luisenstädtischer Bildungsverein e. V., ISBN 3-89542-012-3; Möllendorffstraße: S. 26 1994: Vater und Sohn: Bronze, 160 cm groß, Standort Trusetaler Straße/Schleusinger Straße in Marzahn 1995: Hockende, eine Skulptur aus Bronze, 135 cm groß 1997: Am Strand, eine Skulptur aus Bronze, 23 cm groß 2003: Stehendes Mädchen, eine Skulptur aus Gips, 75 cm groß 2006: Geschwister, ein Relief aus Sandstein, 120 × 70 × 40 cm groß 2011: Mutter mit Kind, Sandsteinfigur, vor dem Eingang zur Kirche in Biesenthal; die 250 kg schwere Skulptur ist Bestandteil eines neuen Skulpturenweges. 2011: Im Werden (Kindheit).

Ausstellungen seit der deutschen Wiedervereinigung (unvollständig) 1991: Galerie Dr. Christiane Müller, Berlin 1995: Galerie Bernau 1997: Galerie Ribnitz-Damgarten 1998: Galerie Mitte, Berlin 2000: Der Torso, Galerie am Wasserturm, Berlin 2001: Greifen-Galerie, Greifswald 2002: TU Berlin, Mathematische Fachbibliothek 2003: In eigener Sache – Malerinnen, Graphikerinnen, Bildhauerinnen: Galerie im Kunsthof Hintersdorf, Berlin 2004: Galerie unter dem Wasserturm, Neuenhagen; Galerie Slowakisches Institut in Berlin 2005: Prenden, Dorfkirche 2006: EBE-Galerie Parchim; Roter Turm, Jenauer Kunstverein 2010: Mitten im Raum – Plastiken von Emerita Pansowova, Kunstparkhaus EWE, Strausberg 2011: Offenes Atelier, Barnim; Kunst-Stadt-Landschaft, Galerie im Rathaus Biesenthal 2021: Berlin, Salongalerie „Die Möwe“ (mit Vera Schwelgin und Wolfgang Reinke) 2026: Bernau, mehrere Orte (anlässlich des 80. Geburtstages)

Literatur Jens Semrau: Emerita Pansowová. In: Bildende Kunst, Berlin, 1979, S. 188–180 Pansowová, Emerita. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin, 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 688 Katrin Arrieta u. a.: Emerita Pansowova. Plastik und Zeichnungen, 2009, DKB Stiftung für gesellschaftliches Engagement, Löwenberger Land, ISBN 978-3-9807972-9-0

Weblinks

Werke von Emerita Pansowová (bei der Galerie Poll) Emerita Pansowová in der Salongalerie „Die Möwe“ auf Youtube

Einzelnachweise

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