mini|Wappen des Henman Meyer-Niessen Die Herren Meyer-Niessen (auch Meyer von Weiler oder Maiger von Wiler) waren ein Freiburger Adelsgeschlecht aus Weiler in der Gemeinde Stegen bei Freiburg im Breisgau.
Herkunft Die erste Erwähnung des Geschlechts der Meyer-Niessen geht auf eine Urkunde vom 6. August 1175 zurück. Darin erscheint unter anderen Edelleuten ein Lambertus villicus de Vilario als Zeuge einer Schenkung der Herren von Hasenburg an das Kloster St. Ursitz.J. Trouillat: Monuments de l'ancien eveche de Bäle. Band 1, Nr. 231. Inwiefern dieser Lambertus mit dem 1280 genannten Villicus dct. Niesse beziehungsweise dem 1284 erwähnten C. villicus de Wiler oder dem 1286 auftretenden Meiger Niesse im Rat von Freiburg im Breisgau verwandt ist, muss dahingestellt bleiben. Hefele spricht sich eindeutig dafür aus und nennt diverse Siegelvergleiche.vgl. Hefele: Freiburger Urkundenbuch, Bd. 1, Urk. Nr. 323 Fußnote 2
Nach Maurer sollen die Herren Meyer-Niessen aus der Freiburger Kaufmannsschicht hervorgegangen sein.Heinrich Mauerer: Ursprung des Adels in der Stadt Freiburg i. B. In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins. Bd. 5 NF, S. 500.
Verwandtschaftsverhältnisse Julius Kindler von Knobloch hält die Herren Meyer-Niessen für Stammes- und Wappengenossen der Herren Geben, eines alten Freiburger Adelsgeschlechts. Johann Daniel Schöpflin hält die Herren Meyer von Weiler (Meyer-Niessen) und die Herren Meyer von Hueningen als zwei Linien eines Geschlechts,Johann Daniel Schöpflin: Alsatia Illustrata. Bd. 2, S. 658. wofür ebenfalls die Ähnlichkeit der beiden Wappen spricht.
Geschichte mini|Schlachtbanner des Markgrafen von Baden bei der Schlacht bei Sempach und Wappen dessen Bannerträgers Henman Meyer-Niessen Heinrich Meyer-Niessen wird in den Jahren 1324, 1330, 1332, 1337 als Ratsmitglied genannt. 1343 machte er eine Vergabung an das Kloster St. Peter 1343 und kaufte 1344 Güter in Ebnet. Er war verheiratet mit Catharina von Munzingen. Heinrich Meyer-Niessen starb 1345. Ihm und seiner Gattin wurde am 23. Dezember im heiligen Geist-Spital in Freiburg gedacht.Anniversarienbuch des heiligen Geist-Spitals in Freiburg. Von ihren Töchtern waren Linsa, Katarina, Agnes und Elsa 1340 Klosterfrauen im Kloster Günterstal, Anna (erwähnt 1345) war 1357 die Gattin des Geben, genannt Blageben, der 1368 starb. Anna folgte ihm am 17. März 1391.Necrologium Güntersthalense - Necrologia Germania, Tomus I. S. 299
Mayer Berthold von Wiler, Bürger in Neuenburg, verkaufte 1320 Güter in Krotzingen an die Wilhelmiten in Freiburg. Das Necrologium der Johanniter in Neuenburg erwähnt unter dem 23. März: „† Bertholdus de Wiler, Anna, uxor sua, Burcardus et Johannes, filii, Mehtildis, filia eorum, uxor Petri Meiger, H. an dem Stalten, uxor sua. Bruder Johannes Meyer, laboriosus ac diligens scriba, qui circa annum 1341 antiquum urbarium diligenter scripsit“. Berthold wird 1348 als Siechmeister zu Thennenbach genannt. Er starb nach dem Necrologium dieses Klosters am 24. April.
Ein Streit einiger Ratsmitglieder mit der Stadt Freiburg führte 1356 zum Ausschluss einiger Geschlechter, darunter die Meyer-Niessen, aus dem Freiburger Rat. Davon betroffen waren u. a.: „der alt Meygerniesse sin süne, und irü kint; Hug Trösche; Hesse Münzmeister; her Egenolf Kücheli; und gemeinlich alle die da bi waren, den man sprach Löcheler und alle irü kinde.“Urkundenbuch der Stadt Freiburg, 1828, Band 1, S. 441.
Der Edelknecht Johannes Meyer-Niessen war verheiratet mit Agnes. Aus der Ehe gingen die Kinder Hennin († 1387 evtl. identisch mit dem am 20. März 1387 verstorbenen Edelknecht), Guta († vor 1387), Tyanne (Klosterfrau in Günterstal; † vor 1387), Gottfried (Kirchherr in Freiburg), Nesa (verheiratet mit Henni Küchlin) und Hans oder Hanmann hervor. Der Edelknecht Johans Meigererniesse, Henni Meigerniesse der iunger und Heinrich Meigernieß gehörten zu den Gründungsmitgliedern der 1370 gegründeten Freiburger Adelsgesellschaft „von dem Stern“. Am 15. Oktober 1387 vergabte Johannes dem Kloster Günterstal zu seinem und zum Seelenheil seiner Familie Güter und Zinseinkommen im Tal von Kirchzarten. Wie es scheint überlebte er eine Vielzahl seiner Kinder.
Der 1349 als Edelknecht und 1368 als Ritter bezeichnete Heinrich Meyer war wohl der Bruder des vorgenannten Johannes. Er war verheiratet mit Claranna, der Tochter des Edelknechts Berhold von Neuenfels. Wie es scheint, entsprang dieser Ehe eine Tochter namens Claranna, die mit Burkard von Keppenbach verheiratet war, sowie Hermann, der 1388 als Klosterbruder in der Johanniter-Komtur in Freiburg, später in Neuenburg, dann in Heitersheim lebte, wo er als Statthalter am 10. März 1405 verstarb.
In den Gefallenenlisten der Schlacht bei Sempach erscheinen ein Henmann Meyer-Niessen, Bannerträger des Otto von Hachberg, sowie ein Walter Mayer, welcher von Heinrich Schreiber als Mayer von WeilerHeinrich Schreiber: Geschichte der Stadt und Universität Freiburg im Breisgau. Wangler, Freiburg. , sonst aber als Walter Mayer von Hüningen erwähnt wird. Wie diese in die Ahnenreihe der Herren Meyer eingeordnet werden sollen, ist nicht klar ersichtlich. Mit vorgenanntem Henmann Meyer-Niessen ist wohl der Henmannus Meiger im Jahrzeitbuch des Stifts St. Leonhard in Basel für die „am 7. Juli 1386...bei Sempach Getöteten“ gemeint.Theodor v. Liebenau: Die Schlacht bei Sempach. Gedenkbuch zur fünften Säcularfeier. Im Auftrage des h. Regierungrathes des Kantons Luzern. 1886 online Adolf Poinsignon geht in seinem 1886 geschriebenen Aufsatz mit dem Titel „Wappentafel der bei Sempach gefallenen Angehörigen des Breisgauischen Adels“ davon aus, dass der „erwähnte Hanman Maigernies wohl identisch mit Hanman Meiger von Wiler, ein Stücki von Waldkirch“, ist.Schau-ins-Land, Datengeber: Universitätsbibliothek Freiburg online
Der Sohn des Johannes Meyer-Niessen, Hans oder Hanmann, wird 1387 als Edelknecht bezeichnet. Er wird 1389 und 1419 als Bürgermeister bezeichnet und 1392 sowie 1418 als Ratsmitglied genannt. Er war mit Ursula von Tanneck verheiratet. Aus dieser Ehe entstammten Johannes, Elisabeth, Ennelin, Ursula, Suselin und Hans Ulrich Meyer von Wyler. Hans verkaufte 1393 der Kirche in Waldshut einen Hof in Wutöschingen und wird als Pfleger des Spitals noch 1415 und 1417 genannt. Sein ältester Sohn Johannes bekam am 13. Juni 1412 das Meyerthum in Weiler vom Kloster St. Peter zu Lehen. Ob dieser identisch ist mit Hans Meyer dem Jungen, welcher 1420 und 1425 im Rat saß, und dem 1423 sowie 1434 genannten Hanmann M. und Junker Hans Meyer von Willer 1445, kann nicht zweifelsfrei geklärt werden. Seine Schwester Elisabeth war 1417 Klosterfrau im Kloster Günterstal. Ursula war verheiratet mit dem Junker Rotlieb Rot. Ihr jüngster Bruder Hans Ulrich Meyer von Wyler wird 1426 und 1459 als Ratsmitglied von Freiburg erwähnt, 1445 und 1464 gar als Bürgermeister der Stadt. Am 11. November 1436 wurde er von Herzog Friedrich dem Älteren in die Gesellschaft Sankt Jörgenschild und St. Wilhelm Schild aufgenommen, deren Statuten er nachzukommen versprach. Er durfte 1442 das Meyertum in Weiler verkaufen, wurde 1459 mit den von Falkenstein wegen der Wildbänne im Kirchzarter Thale verglichen, mit welchen er von den Herzogen von Österreich 1467 und 1478 belehnt wurde. Im Jahre 1460 besaß Hans Ulrich Meyger das Haus zur Weylersburg in der Herrenstraße in Freiburg. Er starb am 16. September 1480 als der Letzte seines Namens. Seine Witwe Margaretha Rot, welche das Bürgerrecht in Freiburg erworben hatte, vermählte sich mit Hans von Reischach, der 1501 von den Erzherzogen nach dem Erlöschen der Meyer von Weiler mit dem Meyerthum in Weiler belehnt wurde. — Anniversarium domicelli hans vdalrici meygers de wiler, hamanni meygers, patris ejus, Domine Ursule de Tannek, matris ejus, Domine Ursule de Tannek, sororis ejus, Johannis Rottlieb, filii ejus, Burkhardi Meygers de Aystetten, Domine Anne meygerin, uxoris ejus, omnium liberorum et antecessoruin.Münsterpfarrei Freiburg; Gef. Mitth. des Freiherrn C. von Althaus.
Wie die Verwandtschaftsverhältnisse der 1411 als Äbtissin des Klosters Günterstal genannten Thinanna Meigerin und der am 9. September 1418 verstorbenen Anna Meigerin quondam abbatissaNecrologium des Klosters Günterstal. einzuordnen sind, ist nicht klar, ebenso wenig für Anna Meyerin von Wile, Gattin des Heinrich von Heudorf zu Eistetten 1446.
Laut Christian Wurstisen fiel in der Schlacht am Bruderholz am 22. März 1499 auf österreichischer Seite ein Hans Ulrich Meier.Christian Wurstisen: Basler Chronik. Bd. 4, Kapitel 19.
Wappen Schild: Im gold gerandeten blauen Schilde ein silberner Schrägrechtsbalken.
Decken und Helmzier je nach Familienzweig verschieden: Auf dem Helm ein silber-rot gespaltener Federbusch oder auf rotem Kissen mit roten Quasten an goldenen Knöpfen eine silber rot gespaltene Kugel oder ein außen mit fünf roten Hahnenfedern bestecktes silbernes Büffelhorn mit roter Schnur; Die Helmdecken sind rot-silbern (Neuerer Miltenberger Wappen-Codex, fol. 187a und 188); ein silber rot gespaltener Ball, Helmdecken rot silber. (Aelterer Donaueschinger Codex, fol. 112a «Meyer genannt Willer»); ein außen mit fünf roten Federn bez. mit fünf goldenen Aepfeln besetztes silbernes Büffelhorn mit verschlungener roter Schnur oder auf rotem Kissen mit silbernen Quasten ein rot silbern bez. silber rot gespaltener Ball; Die Helmdecken blau silber (Meyger Nies im Wappenbuche des Georg von Stadion, pag. 261, bez. Meyer von Wihler im Jüngeren Donauesch. Codex, fol. 134 und bei Siebmacher V, pag. 197, No. 6 «Meyer von Weyler».) Das Büffelhorn mit Schnur führte 1388 der Comthur Hermann Meyger, den Ball auf dem Kissen 1463 Hans Ulrich Meyer von Wiler.Julius Kindler von Knobloch: Oberbadisches Geschlechterbuch. Herausgegeben von der Badischen Historischen Kommission. Bd. 3: M - R. Carl Winter, Heidelberg 1919, S. 87.
Es besteht Stammes- und Wappenverwandtschaft zur Familie Geben bzw. Geben-Schüser sowie Stammesverwandtschaft zu den von Hagenau (Der Edelknecht Heinrich Geben nannte 1413 Konrad von Hagenau seinen Bruder. (Quelle: Julius Kindler von Knobloch: „Oberbadisches Geschlechterbuch“ (Band 2): He – Lysser, Heidelberg, 1905, Blatt: 427)
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