miniatur|right|300px|Die japanische Akademie der Künste Die Japanische Akademie der Künste (jap. , Nihon Geijutsuin, engl. Japan Art Academy) ist die bedeutsamste japanische Organisation für Kunst. Die Akademie diskutiert Angelegenheiten rund um die Kunst, berät das Ministerium für Bildung, Kultur, Sport, Wissenschaft und Technologie und fördert die KunstZur Kunst sind zu rechnen: die bildenden Künste, Musik, Literatur, Tanz und Drama, bis 1958 auch durch die jährlich stattfindende Kunstausstellung „Nitten“ (). Die Akademie hat als juristische Person einen unabhängigen Sonderstatus und steht unter der Schirmherrschaft des „Amtes für kulturelle Angelegenheiten“. Der Hauptsitz liegt im Ueno-Park in Tokyo.
Geschichte Vorläufer der japanischen Akademie der Künste war der 1907 als Prüfungsausschuss für bildende Künste (, Bijutsu Shinsa Iinkai, engl. Fine Arts Screening Committee) des Kultusministeriums. Zielsetzung war es, Qualitätsstandards und Veranstaltungsorte für Kunstausstellungen in der Meiji-Zeit bereitzustellen. Die erste Ausstellung, Bunten ()Kurzform für Mombushō bijutsu tenrankai. fand ebenfalls 1907 statt. 1919 wurde dann die Kaiserliche Akademie der bildenden Künste (, Teikoku Bijutsuin, engl. Imperial Fine Arts Academy) gegründet. Vorsitzender der Akademie wurde Mori Ōgai. Die dazugehörige Kunstausstellung wurde konsequenterweise in Teiten umbenannt.
1937 wurde die Akademie neu organisiert und der Name änderte sich erneut in Kaiserliche Akademie der Künste (, Teikoku Geijutsuin, engl. Imperial Art Academy). Nach dem Zweiten Weltkrieg 1947 erhielt die Akademie dann ihren endgültigen, heutigen Namen: Japanische Akademie der Künste. Auch der Name der Ausstellung wurde in diesem Zusammenhang in Nitten (Abk. für , Nihon bijutsu tenrankai) geändert.
Im Zuge einer Neuordnung 1958 wurde die Akademie in eine rein wissenschaftliche und beratende Non-Profit-Organisation überführt und die Organisation der Kunstausstellung wurde in eine eigene Personengesellschaft, die Nitten Kapitalgesellschaft, ausgegliedert.
Mitgliedschaft Die Akademie der Künste gehört formell zum MEXT. Sie besitzt maximal 120 Mitglieder, die auf Lebenszeit ernannt werden. Die Akademie besitzt drei Hauptabteilungen mit insgesamt 16 Unterabteilungen, die einzelnen Fachgebieten zugeordnet sind. Die Mitgliedschaft erfolgt für eine der Unterabteilungen:
A. Bildende Künste Nihonga Yōga Skulptur Kunsthandwerk Kalligrafie Architektur B. Kultur Prosa () und Drama Poesie Kritik und Übersetzungen C. Musik und Drama Nō Kabuki Bunraku (Puppenspiel) Westliche Musik Traditionelle Musik Tanz Schauspiel
Präsidenten der Akademie NameKanjiAmtszeitKaiserliche Akademie der bildenden Künste1Mori Ōgai1919–19222Kuroda Seiki1922–19243Fukuhara Ryōjirō1924–19314Masaki Naohiko1931–19355Shimizu Tōri1935–1937Kaiserliche Akademie der KünsteShimizu Tōri1937–1947Akademie der Künste1Takahashi Seiichirō1948–19792Arimitsu Jirō1979–19903Inumaru Tadashi1990–20044Miura Shumon2004–20145Kuroi Senji2014–20206Takashina Shūji2020–20237Man Nomura2023–
Preise der Akademie Die Akademie verleiht darüber hinaus zwei verschiedene Preise: den Preis der Japanischen Akademie der Künste (, Nihon Geijutsuin-shō) den Onshi-shō ()
Nitten Die japanische Kunstausstellung Nitten (, engl. Japan Fine Arts Exhibition) beansprucht die größte Kunstausstellung ihrer Art weltweit zu sein. Sie zieht alljährlich eine Vielzahl von Kunstinteressierten und Kunstkritikern an. Es werden Kunstwerke der Kategorie: bildende Künste in den fünf Gruppen: Nihonga, Yōga (Malerei im westlichen Stil), Skulptur, Kunsthandwerk und Kalligrafie ausgestellt.
Weblinks Offizielle Website (japanisch, englisch) Offizielle Website der Nitten (japanisch, englisch)
Siehe auch Japanische Akademie der Wissenschaften
Anmerkungen
Einzelnachweise
Literatur S. Noma (Hrsg.): Japan Art Academy. In: Japan. An Illustrated Encyclopedia. Kodansha, 1993. ISBN 4-06-205938-X, S. 659.
Kategorie:Kunst (Japan) Kategorie:Organisation (Kunst)