mini|Karl-Heinz Bendt als Zeuge bei den Nürnberger Prozessen

Karl-Heinz Bendt (* 8. Juli 1908 in Jevenstedt; † 27. September 1992bisher unbelegte Information) war ein deutscher SS-Offizier.

Leben und Wirken Bendt trat zum 1. November 1929 in die NSDAP (Mitgliedsnummer 167.655)Bundesarchiv R 9361-VIII KARTEI/1791609 und zum 16. November 1936 in die SS (SS-Nummer 280.146) ein,Bundesarchiv R 9361-III/516499 in der er dem Sicherheitsdienst (SD) zugeteilt wurde.

Während des Zweiten Weltkriegs amtierte Bendt vom 21. Juni 1941 bis zum 15. Januar 1944 als Leiter des SD-Abschnitts Breslau. In dieser Stellung hielt Bendt seine schützende Hand über seinen Jugendfreund Berthold Beitz, als dieser im Winter 1942 denunziert wurde, Polen „zu gut“ behandelt und Juden zur Ausreise aus dem deutschen Herrschaftsgebiet verholfen zu haben, indem er eine Anzeige mit diesen Vorwürfen im Beisein von Beitz vernichtete.Gerhard Hirschfeld: Karrieren im Nationalsozialismus, 2004, S. 112. Von 1941 bis 1943 fungierte er auch als Gaustudentenführer Niederschlesien, geschäftsführend vertreten vom SS-Hauptsturmführer Gerhard Cellbrot.Bernhard Grün: Zwischen Revolution und Rekonstitution. Die Kameradschaften des NSD-Studentenbundes und Altherrenschaften im NS-Altherrenbund an den deutschen Hoch- und höheren Fachschulen 1937 bis 1945, Teilband 4/I u. II: Bereiche BERLIN und OSTLAND, Bad Buchau 2024. ISBN 978-3-948502-22-5, S. 485–486.

Später führte Bendt vom 15. Januar 1944 bis 1945 den SD-Leitabschnitt Düsseldorf.

Zum Ende des Zweiten Weltkriegs geriet Bendt in alliierte Kriegsgefangenschaft. In der Folge wurde er als Zeuge im Rahmen der Nürnberger Prozesse verhört. Um 1949 wurde Bendt von Berthold Beitz aus der Internierung befreit, der ihm später eine Stellung bei Krupp in Brasilien verschaffte.Stefan Aust: Die Gegenwart der Vergangenheit, 2004, S. 62.

Nach der Gründung der Bundesrepublik trat Bendt in die Freie Demokratische Partei (FDP) ein, für die er in Anknüpfung an seine SD-Erfahrungen einen Nachrichtendienst organisierte.Wolfgang Buschfort: Geheime Hüter der Verfassung, 2004, S. 247. Außerdem amtierte er in den 1950er Jahren als FDP-Kreisvorsitzender von Jülich.Staatssekretär weiß Bescheid, in: Der Spiegel vom 26. Oktober 1955.

Beförderungen 16. November 1936: SS-Obersturmführer 11. September 1938: SS-Hauptsturmführer 30. Januar 1939: SS-Sturmbannführer 20. April 1942: SS-Obersturmbannführer

Einzelnachweise

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