U 43 war ein im Rahmen eines Kriegsauftrags als MS-(Mobilmachungs)-Typ für die deutsche Kaiserliche Marine gebautes U-Boot.Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. Erlangen: Karl Müller Verlag, 1993, ISBN 3-88199-687-7, S. 48.Eberhard Möller/Werner Brack: Enzyklopädie deutscher U-Boote Von 1904 bis zur Gegenwart, Motorbuch Verlag, Stuttgart 2002, ISBN 3-613-02245-1, S. 33.
Bau und Indienststellung Das Boot war ein sogenanntes Zweihüllenboot, in einem Amtsentwurf als Hochseeboot für die ozeanische Verwendung konzipiert. Der Auftrag zum Bau des Bootes wurde an die Kaiserlichen Werft in Danzig erteilt. Der Stapellauf erfolgte am 26. September 1914, die Indienststellung am 30. April 1915 unter dem Kommando von Kapitänleutnant Helmuth Jürst.Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. Erlangen: Karl Müller Verlag, 1993, ISBN 3-88199-687-7, S. 67.U 43 auf uboat.net englisch, abgerufen am 5. Januar 2025.
Technik Das U-Boot war 65 m lang, 6,2 m breit und hatte einen Tiefgang von 3,74 m sowie eine Verdrängung von 725 Tonnen über und 940 Tonnen unter Wasser. Die Besatzung bestand aus 36 Mann, darunter vier Offiziere. Die Maschinen für die Überwasserfahrt waren zwei Sechs-Zylinder-Viertakt Dieselmotoren S 6 V 41/42 von MAN mit zusammen 1.471 kW (2.000 PS). Zur Unterwasserfahrt kamen zwei SSW-Doppel-Modyn-Elektromotoren mit 880 kW (1.200 PS) zum Einsatz. Damit waren Geschwindigkeiten von 15,2 kn (über Wasser) bzw. 9,7 kn (unter Wasser) möglich. Der Aktionsradius betrug bis zu 11400 NM bei 8 kn Überwasserfahrt. Bei getauchter Fahrt mit 5 kn Marschgeschwindigkeit wurden 51 NM erreicht, bei einer maximalen Tauchtiefe von 50 Meter. Die sechs mitgeführten Torpedos konnten über zwei Bug- und zwei Heckrohre verschossen werden. Ein 8,8-cm-Schnellfeuergeschütz wurde später um ein weiteres Geschütz derselben Bauart ergänzt. Ab 1916/17 wurden die beiden Geschütze durch ein 10,5-cm-Schnellfeuergeschütz ersetzt und das U-Boot mit P-Minen ausgerüstet.Ulf Kaack: Die deutschen U-Boote Die komplette Geschichte, GeraMond Verlag GmbH, München 2020, ISBN 978-3-96453-270-1, S. 36.
Einsätze und Verbleib Das U-Boot absolvierte 14 Feindfahrten und versenkte 44 Handelsschiffe der Entente und neutraler Staaten mit einer Gesamttonnage von 116.590 BRT.Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. Erlangen: Karl Müller Verlag, 1993, ISBN 3-88199-687-7, S. 101.Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. Erlangen: Karl Müller Verlag, 1993, ISBN 3-88199-687-7, S. 123. Es überstand den Krieg und wurde am 20. Januar 1919 an Großbritannien ausgeliefert, wo es 1922 in Swansea verschrottet wurde.Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. Erlangen: Karl Müller Verlag, 1993, ISBN 3-88199-687-7, S. 89.
Versenkte Schiffe (Auswahl) Die folgende Liste enthält Schiffe mit einer Tonnage von mehr als 1000 Bruttoregistertonnen.Versenkungsliste von U 43 auf uboat.net englisch, abgerufen am 7. Januar 2025.
Sonstiges Im Gegensatz zu vielen anderen Hochsee-U-Booten der kaiserlichen Marine besaß U 43, ebenso wie das Schwesterboot U 44, keinen Kiel.
Entgegen der allgemeinen Regel der damaligen Zeit, weder Frauen noch Haustiere an Bord zu haben, ließ sich die Mannschaft in einem privaten Fotoalbum des Kommandanten im Turm des U-Bootes mit dem Mischlingswelpen Nelly ablichten. Ob der Hund auch während der Einsatzfahrten an Bord war, ist nicht überliefert.Der verbotene Hund Nelly auf welt.de, abgerufen am 5. Januar 2025.
Kommandanten + Kommandanten von U 43 Dienstgrad Name von bis Kapitänleutnant Hellmuth Jürst 30. April 1915 16. Mai 1917 Kapitänleutnant Waldemar Bender 17. Mai 1917 17. April 1918 Kapitänleutnant Johannes Kirchner 18. April 1918 11. November 1918
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Militär-U-Boot (Kaiserliche Marine) Kategorie:U-Boot im Ersten Weltkrieg Kategorie:Kaiserliche Werft Danzig Kategorie:Abwrackung in Swansea