Die Manley-O.-Hudson-Medaille ist eine von der Amerikanischen Gesellschaft für internationales Recht (American Society of International Law, ASIL) in Erinnerung an das Lebenswerk des Namensgebers Manley Ottmer Hudson verliehene Auszeichnung, mit der „herausragende Beiträge, vergleichbar mit denen von Richter Hudson selbst, und nachgewiesen durch ausgezeichnete wissenschaftliche Leistungen und Erfolge im Bereich des internationalen Rechts sowie in der Förderung des Aufbaus und der Erhaltung internationaler Beziehungen auf der Basis von Recht und Gerechtigkeit“ einer amerikanischen oder ausländischen Persönlichkeit gewürdigt werden sollen.
Sie wurde 1956 anlässlich des 50-jährigen Bestehens der ASIL erstmals vergeben und gilt als höchste Ehrung der Gesellschaft. Gestiftet wurde die Medaille im Rahmen einer Schenkung von Wertpapieren im Wert von 5350 US-Dollar an die Gesellschaft durch den in Manhattan ansässigen Rechtsanwalt Ralph G. Albrecht, der nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges der amerikanischen Anklagevertretung beim Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher angehört hatte. Die Verleihung erfolgte zunächst ohne festen Turnus und oft in mehrjährigen Abständen, seit 1995 wird jährlich ein Empfänger ausgezeichnet.
Von den 38 mit der Manley-O.-Hudson-Medaille ausgezeichneten Personen (Stand 2018) fungierten zehn als Richter am Internationalen Gerichtshof in Den Haag, davon fünf als Präsident des Gerichts. Dreizehn Empfänger der Medaille haben als Präsident der ASIL gewirkt. Rund ein Drittel der Preisträger kommen aus dem Ausland, darunter je vier aus Großbritannien und aus Frankreich sowie je einer aus Ägypten, Australien, Belgien, Deutschland, Israel, der Schweiz und Uruguay. Viermal wurde die Medaille bisher an Frauen verliehen.
Preisträger 1956: Manley Ottmer Hudson 1959: Arnold Duncan McNair 1964: Philip Jessup 1966: Charles De Visscher 1970: Paul Guggenheim 1976: Myres Smith McDougal 1978: Eduardo Jiménez de Aréchaga 1981: Oscar Schachter, Richard Reeve Baxter (postum) 1982: Hardy Cross Dillard 1984: Suzanne Bastid 1985: Marjorie Millace Whiteman 1986: Leo Gross 1993: Robert Yewdall Jennings 1995: Louis Henkin 1996: Louis Bruno Sohn 1997: John Reese Stevenson 1998: Rosalyn Higgins 1999: Shabtai Rosenne 2000: Stephen M. Schwebel 2001: Prosper Weil 2002: Thomas Buergenthal 2003: Thomas M. Franck 2004: W. Michael Reisman 2005: Elihu Lauterpacht 2006: Theodor Meron 2007: Andreas Lowenfeld 2008: John H. Jackson 2009: Charles N. Brower 2010: Edith Brown Weiss 2011: Eric Stein 2012: James Crawford 2013: Bruno Simma 2014: Alain Pellet 2015: Pierre-Marie Dupuy 2016: Richard B. Bilder 2017: Georges Abi-Saab 2018: Peter Trooboff 2019: Stephen G. Breyer 2020: Rüdiger Wolfrum 2021: Bernard H. Oxman 2022: Lori Fisler Damrosch 2023: Antony Anghie 2024: José Enrique Alvarez 2025: Joseph H. H. Weiler 2026: Laurence Boisson de Chazournes
Literatur Eleanor H. Finch: The Manley O. Hudson Medal. In: American Journal of International Law. 49(3)/1955. American Society of International Law, S. 389/390, . The Hudson Medal. In: Frederic L. Kirgis: The American Society of International Law’s First Century: 1906–2006. Martinus Nijhoff Publishers, Washington 2006, ISBN 90-04-15068-4, S. 239.
Weblinks American Society of International Law – Awards and Honors (englisch) Liste der Preisträger (PDF; 105 kB)
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