mini|Keramikkünstlerhaus, Blick vom Fürsthof Das Keramikkünstlerhaus Neumünster (bis 2022 Stadttöpferei Neumünster) ist ein Künstlerhaus in Neumünster in Schleswig-Holstein, das seit 1987 Arbeits- und Aufenthaltsstipendien für herausragende internationale Absolventen aus dem Bereich künstlerische Keramik vergibt. Das Keramikkünstlerhaus befindet sich im Fürsthof, einer kleinen Straße im historischen Stadtzentrum Neumünsters. Erbaut wurde das dreistöckige Backsteingebäude um 1900.
Artist in Residence In den Jahren 1986 bis 2012 vergab die Dr. Hans Hoch Stiftung jeweils ein zwei- bis dreijähriges Wohn- und Arbeitsstipendium an einzelne Künstler oder ein Künstlerpaar.
Seit dem Jahr 2013 präsentiert sich das Künstlerhaus mit neuem Konzept. Unter der Überschrift „Ceramic Artist in Residence“ sind in den Arbeits-, Wohn- und Ausstellungsräumen zehn junge, internationale Keramikkünstler jeweils für einen Monat im Jahr zu Gast. Besuchern können die Gastkünstler im offenen Atelier des Keramikkünstlerhauses sowie bei Präsentationen, Workshops und Interventionen kennenlernen. Die Artist-in-Residence-Stipendien werden jährlich ausgeschrieben; Bewerbungen kommen aus der ganzen Welt. Eine Fachjury entscheidet über die Vergabe der zehn Stipendienplätze. Von 2013 bis 2020 war Danijela Pivašević-Tenner Künstlerische Leiterin der Dr. Hans Hoch Stiftung im Keramikkünstlerhaus Neumünster, Initiatorin des Förderprogramms “Ceramic Artist Exchange – Tandem” und der internationalen Keramiksymposien. 2021 hat die Künstlerin Katja Jaroschewski die Künstlerische Leitung des Künstlerhauses und des „Ceramic Artist Exchange – Programms“ übernommen.
Einrichtung Träger der Einrichtung ist die Dr. Hans Hoch Stiftung. Seit 2007 beteiligt sich auch die Stiftung der Sparkasse Südholstein an der Förderung. Weitere Förderer sind die Wohnungsbau GmbH Neumünster und die Stadt Neumünster. Die Kulturstiftung des Landes Schleswig-Holstein förderte das Künstlerhaus von 2013 bis 2016.
Im Erdgeschoss des Keramikkünstlerhauses befindet sich ein Ausstellungsraum sowie eine Werkstatt mit einem Gas- und Elektrobrennofen. Im ersten Stock ist die Stipendiatenwohnung untergebracht. mini|Galerie Keramikkünstlerhaus Neumünster (Arbeiten von Hanna Miadzvedzeva)
Stiftung
mini|KULToURNACHT in Neumünster 1981 verstarb der Neumünsteraner Geschäftsmann Dr. Hans Hoch. Den größten Teil seines Vermögens vertraute er seiner Heimatstadt Neumünster an. Testamentarisch verfügte er, dass sein Vermächtnis in eine nach ihm benannte Stiftung übergehen soll, deren Überschüsse zur Förderung junger Künstler sowie zur Unterstützung wirtschaftlich bedürftiger Personen, insbesondere in Einrichtungen der Altenhilfe und des Wohlfahrtswesens, zu verwenden sind. 1987 wurde die Dr. Hans Hoch Stiftung gegründet, die das Keramikkünstlerhaus Neumünster unterhält. Sie wurde von Johannes Gebhardt, dem damaligen Leiter des Studiengangs Keramik an der Fachhochschule Kiel (heute Muthesius Kunsthochschule), beraten. Für das Wohn- und Arbeitsstipendium können sich Absolventen von Kunsthochschulen und Keramikfachschulen bewerben, deren Abschluss bei der Bewerbung nicht länger als drei Jahre zurückliegt.
Stipendiaten
Name ZeitraumSrinia Chouwdhury (Indien), Hanna Miadzvedzeva (Weißrussland), Dineke Oosting (Niederlande), Chanakarn Semachai (Thailand), Rafi Münz (Israel), Marie Salcedo Horn (Deutschland), Lucia Bachner (Deutschland), Zoriana Kozak (Ukraine)2022Viktória Maróti (Ungarn), Janina Myronova (Polen)2021Jantje Almstedt (Deutschland), Tanja Lažetić (Slowenien)2020Verónica Anahí Córdoba (Argentinien), Sukhdev Rathod (Indien), Badaruddin Reyaz (Indien), Pinar Baklan (Türkei), Joon He Kim (Kanada), Sun Ae Kim (Großbritannien), Karima Duchamp (Frankreich), Lotte Schlör (Deutschland), Daniela Trinkl (Österreich)2019 Eva Pelechová (Tschechien), Randolph Capelle (Deutschland/Großbritannien), Jungeun Han (Südkorea), Igor Lakić (Serbien), Tomoko Konno (Japan/Indonesien), Ariadne Arendt (Montenegro/Großbritannien), Valentina Savić (Serbien), Kate Roberts (USA), Modisa Motsomi (Botswana/Südafrika), Dušan Zubčić (Serbien) 2018Delia Maxim (Deutschland/Rumänien), Ahryun Lee (Deutschland/Korea), Lee Cheuk Wun Sharon (Hong Kong), Bastienne Kramer (Niederlande), Russ Orlando (USA), Asana Fujikawa (Deutschland/Japan), Hoda Ahmed Ragaa Hashem (Ägypten), Natas Setiabudhi (Indonesien), Eugenia Bracony (Argentinien), Neha Kudchadkar (Indien) 2017 Katharina Kiebacher (Deutschland), Veljko Zejak (Serbien), Ray Chen (USA), Keiyona Constanze Stumpf (Deutschland), Sadia Salim (Pakistan), Ana Vujovic (Serbien), Susanne Ring (Deutschland), Kristina Rutar (Slowenien), Maria Geszler Garzuly (Ungarn), Tana West (Großbritannien) 2016 Zia Fauziana (Indonesien), Cori Crumrine (USA), Irina Razumovskaya (Russland), Lucie Libotte (Großbritannien), Santiago Lena (Argentinien), Emily Stapleton-Jefferis (Großbritannien), Rhiannon Ewing-James (Dänemark/Nordirland), Yuri Fukuoa (Japan), Ewa Wesolowska (Polen), Lena Buhrmann (Deutschland) 2015 Lydia Hardwick (Großbritannien), Serena Zanardi (Italien), Zsiri Melinda Dempsey (Ungarn), Pablo Ponce (Argentinien), Lisa Selby (Großbritannien), Dušan Rodić (Serbien), Eva Masterman (Großbritannien), Tina Zlatina (Bulgarien), Caroline Tattersall (Großbritannien), Jamie Lyn Morrow (USA) 2014 Giorgio di Palma (Italien), Ismet Yüksel (Türkei), Mimi McPartlan (USA), Steve Belz (USA), Iva Kukuric (Serbien), Marc Leuthold (USA), Elvan Serin (Türkei), Stephanie Link (Deutschland), Louise Sille Krogh-Jacobsen (Dänemark), Wang Qi (China) 2013 Danijela Pivašević-Tenner 2009–2012 Susanne Meissner 2006–2009 Roswitha Winde 2001–2004 Kap-Sun Hwang 1998–2000 Si-Sook Kang 1995–1998 Eva Koj 1992–1995 Nikolaus Gierend und Sigrun Wassermann 1990–1992 Susanne Kallenbach 1987–1990 Karina Klamp 1986–1989
Internationales Keramiksymposium Neumünster Vom 30. August bis 19. September 2010 fand im Keramikkünstlerhaus Neumünster unter dem Titel „trans | formation“ das erste Internationale Keramiksymposium Neumünster im Rahmen des Kulturfestival Kunstflecken statt. Das Kunsthistorische Institut der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und die Muthesius Kunsthochschule Kiel begleiteten das Symposium wissenschaftlich. Die Werke, die während des Symposiums entstanden, wurden im Keramikkünstlerhaus Neumünster und anschließend im Landesmuseum Schloss Gottorf gezeigt.
Literatur Dr. Hans Hoch Stiftung durch Danijela Piasevic-Tenner (Hrsg.), Kunsthistorisches Institut der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel: Keramik Künstler Haus: Sammlung Stadttöpferei Neumünster. Wachholtz 2012, ISBN 3-529-02862-2.
Weblinks Website Keramikkünstlerhaus Website der Dr. Hans Hoch Stiftung
Einzelnachweise
Kategorie:Bauwerk in Neumünster Kategorie:Kultur (Neumünster) Kategorie:Stipendium Neumunster