mini|Heinrich Tessmer, um 1980.Foto: Ute Krause mini|Das Grab von Heinrich Tessmer und seiner Ehefrau Gabi geborene Kirste auf dem Friedhof Pankow III in Berlin Heinrich Tessmer (* 12. April 1943 in Chemnitz-Rottluff; † 9. Januar 2012 in Berlin) war ein deutscher Maler und Grafiker.

Leben und Werk Nach einem Besuch der ABF an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig von 1959 bis 1962 lernte Heinrich Tessmer in Karl-Marx-Stadt bis 1964 den Beruf des Plakatmalers. Daran anschließend begann er ein Studium an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee, wo zu seinen Lehrern Kurt Robbel, Walter Womacka und Arno Mohr gehörten. Ab 1970 war er Meisterschüler bei Walter Womacka, der zu dieser Zeit Rektor der Kunsthochschule war. In dieser Zeit arbeitete er an der Umsetzung zahlreicher baugebundenen Projekte Womackas mit, so am Brunnen der Völkerfreundschaft auf dem Berliner Alexanderplatz.

Tessmer beschloss, seine berufliche Laufbahn in der Kunsthochschule Weißensee fortzusetzen. Nach dem Studium wurde er Assistent und Oberassistent, 1976 Dozent und 1984 Professor und Leiter des Fachbereichs Malerei. 1990 erfolgte auf eigenen Wunsch seine Abberufung als Professor und er verbrachte drei Jahre im französischen Biarritz. Danach arbeitete er bis zu seinem Tode freischaffend in Berlin.

Heinrich Tessmer war bis 1990 Mitglied im Verband Bildender Künstler der DDR. Er hatte in der DDR und im Ausland eine bedeutende Zahl von Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen, u. a. von 1972 bis 1988 auf der VII. bis X. Kunstausstellung der DDR in Dresden.

Arbeiten von ihm befinden sich unter anderem im Besitz der Berlinischen Galerie, der Stiftung Stadtmuseum Berlin, der Sammlung des Deutschen Bundestages, des Puschkin-Museums in Moskau, der Villa Merkel in Esslingen am Neckar, der Sammlung Ludwig sowie der Stiftung Kunstforum Berliner Volksbank.

Studienreisen führten ihn nach Rumänien (1970), Kuba (1978), in die UdSSR (1978), nach Italien (1979), Syrien (1980 und 1982), Kolumbien (1984) und nach Frankreich (1985).

Zitate

Ehrungen 1974: Artur-Becker-Medaille 1982: Preis der Triennale der realistischen Malerei in Sofia 1982: Max-Lingner-Preis 1985: Berlin-Preis

Werkbeispiele

Kunst am Bau 1978: Fest der Fische, Stadtbad Berlin-Rahnsdorf 1985: mit Friedrich Porsdorf: Triumph des Volkes, Berlin-MarzahnMarcus Kenzler: Der Blick in die andere Welt: Einflüsse Lateinamerikas auf die Bildende Kunst der DDR, Teil 1 (= Theorie der Gegenwartskunst. Band 18). LIT, Münster 2012, ISBN 978-3-643-11025-1, S. 364 ().

Malerei 1977: Bildhauer R.J. (1977, Öl, 120 × 120 cm)Bildende Kunst, Berlin, 1/1978, S. 28 (Abbildung) 1979: Der Geher (Öl) 1982: Die Nachricht (Öl/Tempera) 1986: Reitergruppe 1996: Hephaistos und Aphrodite (Öl/Leinwand, 95:110 cm) Privatsammlung Viersen

Druckgrafik Der Kampfstier (Lithografie, 1994, Drucker Klaus Wilfert)https://www.galerie-berliner-graphikpresse.de/wp-content/uploads/2021/07/Meisterdrucke-der-Lithographie-1.pdf (abgerufen 2021-08-11) Das Pferd (Farblithografie, 1994, Drucker Klaus Wilfert)

Einzelausstellungen (unvollständig) 1971, 1973, 1995, 2002, 2005: Berlin 1974: Schwedt 1988: Kornwestheim 1989: München 1990: Luxemburg 1992: Chicago 1993: Herforder Kunstverein 1994: Oberhausen 1997: Zürich 1998: Denver 2001, 2004: Bad Homburg 2003, 2006: Köln 2013: Eisenhüttenstadt

Literatur

Tessmer, Heinrich. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 945/946

Weblinks

https://www.bildindex.de/ete?action=queryupdate&desc=%22tessmer%2C%20heinrich%22%20&index=obj-all Bildindex

Heinrich Tessmer beim Verbundprojekt Bildatlas Kunst in der DDR Veit Stiller: Lamm, Landwein und Käse. In: WeltN24. 8. Februar 2002 auf den Seiten der Galerie Leo.Coppi (Archiv) Heinrich Tessmer auf graefe-art.de

Einzelnachweise

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