Das Ratsgymnasium Osnabrück wurde von der evangelischen Kirche als Gegengewicht zum katholischen Carolinum Osnabrück in Osnabrück mit Förderung durch den evangelischen Fürstbischof Philipp Sigismund gegründet. Es ist mehr als 425 Jahre alt.
Geschichte mini|186x186px|rechts|Altes Siegel der Schule Als Ansteck-Brosche verteilt.
Das 1595 eingeweihte staatliche Ratsgymnasium Osnabrück ist die älteste nichtgeistliche Schule der Stadt Osnabrück. Sie wurde als Schule für Jungen gegründet, die Koedukation 1970/71 eingeführt.
Nachdem das Gymnasium zuvor an der Südseite des Domhofs am jetzigen Standort des Theater Osnabrück ansässig gewesen ist, befindet es sich seit einem Umzug in die Hans-Böckler-Straße zu Beginn des 20. Jahrhunderts heute am Rande des Stadtzentrums in unmittelbarer Nähe zum Schloss Osnabrück und der OsnabrückHalle. Es gehört mit etwa 1.000 Schülerinnen und 95 Lehrerinnen und Lehrern zu den sieben Gymnasien Osnabrücks. Seit 1998 führt das Gymnasium die Bezeichnung Europaschule in Niedersachsen, und seit 2010 ist es eine MINT-EC-Schule. 2012 wurde das Ratsgymnasium Osnabrück von dem Magazin UNICUM ABI als Schule des Jahres ausgezeichnet.
Die Schule besteht aus vier Komplexen. Das Hauptgebäude ist das älteste Gebäude, das im Jahr 1906 vom damaligen Stadtbaurat errichtet wurde. Der zweite Komplex beinhaltet die Räume für Naturwissenschaften, also Physik, Chemie und Biologie, außerdem die Kunsträume. Das Gebäude wurde zunächst im Jahre 2006/07 saniert und 2014 weiter erneuert. Der dritte Komplex, der zunächst als provisorische Notlösung gedacht war, wurde nach über 40 Jahren im Jahr 2012 abgerissen. Der vierte und neueste Komplex wurde 2005 erbaut.
Durch die Umstellung von G8 zu G9 benötigte das Ratsgymnasium dringend Klassenräume zum Schuljahresbeginn 2020/21. Zunächst ging man im Mai 2018 von einem freistehenden Gebäude an der ehemaligen Rindenmulch-Stelle zum Schlossgarten aus, an der zuvor das Container-Gebäude stand, was eigentlich auch von der Stadt als beste Lösung bestätigt wurde. Nach langem Hin und Her und hitzigen Diskussion sowie Auseinandersetzungen der Parteien, die im Spätsommer 2018 durch vom Stadtbaurat Frank Otte gemachten Plänen ausgelöst wurden, der eine Anbauvariante an den Altbau bevorzugte, hat der Stadtrat am 30. April 2019 nach vielen Gesprächen mit der Schule für den Solitärbau gestimmt. Der Bau des neuen Gebäudes begann im Sommer 2020 und wurde mit dem Beginn des Schuljahres 2022/23 abgeschlossen. Feierlich eingeweiht wurde das Gebäude am 9. September 2022 durch die Oberbürgermeisterin Katharina Pötter.
Von August 1977 bis Juli 2012 unterhielt das Ratsgymnasium Osnabrück 35 Jahre lang eine Außenstelle im Osnabrücker Stadtteil Eversburg.
Musik Kapelle Die Schülerkapelle des Ratsgymnasiums ist ein sinfonisches Blasorchester, welches 1880 gegründet wurde und somit bereits seit fast 150 Jahre musiziert. Das Repertoire besteht überwiegend aus Film- und Muscialmusik, Medleys bekannter Pop-, Rock- und Schlagerklassiker, sinfonischer Blasmusik, aber auch ältere Werke wie Ouvertüren oder (Konzert-)Märsche werden hin und wieder gespielt. Schülerinnen und Schüler können am Ratsgymnasium ein neues Instrument lernen und in der Kapelle ihre musikalischen Fähigkeiten zeigen und ausbauen. Neben den Blasinstrumenten spielen in der Kapelle noch das Schlagwerk und die Percussiongruppe mit.
Die Kapelle wird seit 1997 von Markus Preckwinkel geleitet, vorher hatte Horst Erfurth die Leitung inne. Die Kapelle hat zurzeit(Januar 2025) circa 60 Mitglieder und im Jahr etwa 25 Auftritte, sowohl öffentlich als auch schulintern.
Neben der „Hauptkapelle“, also den aktuell aktiven Schülerinnen und Schülern der Jahrgänge 7 bis 13 gibt es seit dem Schuljahr 2004/2005 für die Anfänger, insbesondere der Jahrgänge 5 bis 7, zusätzlich eine Vorkapelle, bei der ebenfalls sinfonische Blasmusik für altersentsprechendes Niveau geprobt und aufgeführt wird. Zudem gibt es viele ehemalige Schülerinnen und Schüler, die sich einmal im Monat zu den sogenannten Ehemaligenproben treffen und darüber hinaus bei manchen Auftritten mitspielen und aushelfen.
Sport Basketball Osnabrücker Basketballer der „ersten Stunde“ Erfolgreiche Basketballer in der Startphase des Basketballsports in Osnabrück, Mitte der neunzehnhundertfünfziger Jahre im sportlichen Umfeld der basketballbegeisterten Oberstudienräte des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums, Otto Papenhausen und Werner Henke, waren die drei Ratsgymnasiasten und Basketballer des VfL Osnabrück, Werner Brandes (mit dem VfL Osnabrück 1958 Aufstieg in die Oberliga Nord, 1959 „Meister“ der Oberliga Nord), Wolf Krickau (1958 Aufstieg in die Oberliga Nord) sowie Hermann Sohl (1959 „Meister“ der Oberliga Nord).„Das Basketballspiel in Osnabrück. Darstellung der Entwicklung eines Sportspiels in einer Großstadt. Bodo Bernhardt, Semesterarbeit Sport. Sommersemester 1968, bei Hermann Westerhaus“.
1966 Gewinner des DBB-Pokals für die landesbeste Schulmannschaft Vom Deutschen Basketball Bund (DBB) wurde 1966 das erste Bundesturnier für landesbeste Schulmannschaften in Hagen veranstaltet. Teilnehmer waren acht Schulmannschaften, die sich für das Finalturnier des DBB, in der Ischeland-Sporthalle, qualifiziert hatten. Sieger des finalen Bundesturnieres 1966 wurde die Schulmannschaft des Osnabrücker Ratsgymnasiums. Auf dem Weg in das Finale wurden in Hagen die Spiele gegen das Leibniz-Gymnasium Essen, die Gelehrtenschule des Johanneums in Hamburg und das Nordpfalzgymnasium aus Kirchheimbolanden von den zehn Ratsgymnasiasten gewonnen. Das Pokalfinale des Bundesturnieres für landesbeste Schulmannschaften wurde gegen die Schüler des Schalker Gymnasium Gelsenkirchen (76:50) von zehn Spielern aus dem Osnabrücker Land gewonnen. Zum Siegerteam gehörten die Schüler und späteren Absolventen Eckhard von Bock und Polach, Volkmar Gaber, Eckhard Husemann, Ernolf Knoop-Busch, Wolfgang Ostwaldt, Ulrich Renner, Manfred Richter, Christian Seyfried, Uwe Thielebein und Karl Vennegeerts. Thielebein, der auch als Schwimmsportler aktiv war, spielte damals für den MTV Osnabrück (Er nahm im Jahr 1962 als einziger jugendlicher Osnabrücker Basketballer, im Anschluss an einen von DBB-Bundestrainer Yakovos Bilek in Osnabrück durchgeführten Sichtungslehrgang, an einem weiterführenden zentralen Sichtungslehrgang für talentierte Jugendspieler des DBB in Antibes (Côte d’Azur) teil.). Knoop-Busch und Ulrich-Renner waren Jugendspieler des Osnabrücker TC (OTC). Die sieben weiteren Ratsgymnasiasten gehörten zu Jugendmannschaften oder bereits zur damals erstklassigen Oberligamannschaft des VfL Osnabrück. Eckhard von Bock und Volkmar Gaber waren Mitglieder des VfL-Teams, das 1964 in Heidelberg Vizemeisters des Deutschen Basketball Bundes (DBB) werden konnte. Beide spielten in den Folgejahren auch in Nationalmannschaften des DBB. Im Herbst 1968 wurde von Bock vom Bundestrainerrat des DBB in den Olympiakader des DBB berufen. 1967 gelang es der Bundesligamannschaft des VfL Osnabrück erster Pokalsieger des DBB, mit Volkmar Gaber und Eckhard Husemann, sowie 1969 Deutscher Meister des DBB, mit Ulrich Renner, zu werden. Husemann und Vennegeerts waren Auswahlspieler des Niedersächsischen Basketball-Verbandes (NBV). Mit Husemann erreichte das Auswahlteam des NBV 1965 in Berlin den dritten Rang um den Jugendpokal des DBB und Vennegeerts gehörte 1966 zum NBV-Team, das den Jugendpokal des DBB in Osnabrück, im Finale gegen das Auswahlteam des Hessischen Basketballverbandes (HLB), gewinnen konnte. Die vier VfL-Erstligaspieler spielten, nach ihrem Weggang aus Osnabrück, an ihren jeweiligen Studienorten für auswärtige BBL-Clubs. Eckhard von Bock für den Hamburger Turnerbund (HTB) und Hannover 96, Volkmar Gaber für den USC Mainz und den USC Heidelberg, Eckhard Husemann für den USC Mainz sowie Ulrich Renner für den FC Bayern München.„Deutscher Meister!“ Bericht von Manfred Richter, in der Schulzeitung des Osnabrücker Ratsgymnasiums, 1966. Erstes Bundesturnier für landesbeste Schulmannschaften. Website DBB. Abgerufen am 30. Dezember 2010. (Website derzeit nicht verfügbar.)Niedersachsen gewann Basketball-Jugendländerpokal gegen Hessen 68:61 – Viertägiges Turnier in Osnabrück. In „NT“ – Neue Tagespost, 23. Mai 1966.Klaus Manthey: VfL-Basketballer erster DBB-Pokalsieger – 86:74 gegen ATV Düsseldorf krönt die erste Bundesligasaison. Im „OT“ – Osnabrücker Tageblatt, 12. Juni 1967.Die VfL-Basketballer sind Deutsche Meister. In „NOZ“ – Neue Osnabrücker Zeitung, 3. Jahrgang, Nr. 42, 21. April 1969, Seite 1.Schreiben von Anton Kartak, Vizepräsident des Deutschen Basketball Bundes und Vorsitzender des Bundestrainerates, am 10. Oktober 1968, an die fünfzig nominierten Basketballspieler des Olympiakaders 1972.Deutsche Basketballnationalmannschaft 1968 bis 1972 – Vorbereitung Olympische Sommerspiele 1972 Eckhard von Bock und Polach sowie Rolf Dieter. Website wikia. Abgerufen am 17. Dezember 2012.
Erfolgreiche A-Nationalspieler Zwei weitere Ratsgymnasiasten, beide beim VfL Osnabrück ausgebildete Basketballer und Erstligaspieler des VfL Osnabrück, Volker Jarré und Rolf Dieter, wurden in die A-Nationalmannschaft berufen. Jarré konnte 1964, zusammen mit Dieter, die Vizemeisterschaft des DBB erreichen. Jarré wechselte dann 1964 zum Basketball-Bundeslisten SSV Hagen. Er war nach Ende seiner Spielerkarriere als Ligatrainer im Raum München tätig. Rolf Dieter spielte von 1965 bis 1971 in Nationalmannschaften des DBB. 1967 gewann er mit dem Team des VfL Osnabrück den DBB-Pokal. 1969 spielte der Ratsgymnasiast mit der A-Nationalmannschaft des DBB unter anderem die Qualifikation zur 16. FIBA Europameisterschaften in Saloniki/Griechenland und die 17. FIBA Europameisterschaften 1971 in Böblingen und Essen. Dieter, der im Herbst 1968 vom Bundestrainerrat in den Olympiakader des DBB berufen worden war (siehe „Kartak-Liste“), musste 1972, er war 1969 vom VfL Osnabrück zum USC München gewechselt, seine Karriere als Basketballspieler wegen einer schweren Sportverletzung beenden. Dieter ist, im Zusammenhang mit der Vorbereitung der DBB-Nationalmannschaft auf die Olympischen Sommerspiele 1972, einer von zweiundzwanzig Nationalspielern der „Zwanziger-Liste“, in der die Spieler notiert sind, die im Zeitraum Herbst 1968 bis zum olympischen Basketballturnier 1972 in München, bei FIBA-Wettbewerben eingesetzt wurden.Men Basketball European Championship Qualification 1969 Thessaloniki (GRE). Website Todor66 by Todor Krastev. Sports Statistics, International Competitions Archive. Deutsche Nationalmannschaft (DBB) mit Rolf Dieter. Abgerufen 6. Mai 2012.Spieler-Statistik Rolf Dieter FIBA European Championship for Men – Final Round 1971 Website FIBA Europe. Abgerufen am 16. Dezember 2012.
Europaauswahlspieler als Sportlehrer am Ratsgymnasium