Schönerstadt ist ein Gemeindeteil der sächsischen Stadt Oederan im Landkreis Mittelsachsen.
Geographie mini|219x219px|Schönerstadt mit Blick in Richtung Udohöhe Geographische Lage Schönerstadt liegt etwa 17 Kilometer ostnordöstlich der sächsischen Großstadt Chemnitz. Auf Schönerstädter Ortsflur entspringt die Kleine Striegis. Östlich von Schönerstadt liegt die hohe Udohöhe, südlich die hohe Schönerstadter Höhe.
Nachbarorte Nachbarorte von Schönerstadt sind Hartha im Nordosten, Memmendorf im Osten, Börnichen im Südosten, Hetzdorf im Süden, Falkenau und Flöha im Südwesten, Hausdorf im Westen sowie Mühlbach und Langenstriegis im Nordwesten und Norden.
Geschichte mini|Glockenturmschule Schönerstadt (Dorfgemeinschaftshaus) Die erste belegte Ortsnamenform datiert von 1378 als Schonrestat.Vgl. In der Mitte des 15. Jahrhunderts befand sich Schönerstadt zusammen mit Börnichen im Besitz der Familie von Rechenberg. Beide Orte wurden 1478 als Teil des Leibgedings der Barbara von Rechenberg erwähnt. Ihre Heirat mit Kaspar von Schönberg überführte Schönerstadt in das Eigentum dieser Familie. Nach einem ersten Lehnbrief aus dem Jahr 1482 wurde Kaspar vier Jahre später von Herzog Albrecht nochmals mit Schönerstadt, einer Reihe weiterer Städte und Dörfer sowie dem Schloss Sachsenburg belehnt. Hans Caspar von Schönberg auf Neusorge begründete die Börnichener Linie, deren Stammsitz das Schloss in Börnichen wurde. Diese besaß in den folgenden Jahrhunderten trotz durch Erbteilungen bedingte personelle Wechsel die Eigentumsrechte an Schönerstadt. Die Einwohner mussten auf dem Rittergut Börnichen und dem umfangreichen Landbesitz der Familie von Schönberg Fron- und Zinsdienste leisten.Vgl. Geschichtliches zu Schönerstadt auf oederan.de, abgerufen am 19. Oktober 2012 In Schönerstadt im Amt Augustusburg wurden 1529 Hexenverfolgungen durchgeführt: Zwei Frauen gerieten in Hexenprozesse und starben in der Folter.Manfred Wilde: Die Zauberei- und Hexenprozesse in Kursachsen, Köln, Weimar, Wien 2003, S. 459f
August Schumann nennt 1823 im Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen Börnichen betreffend u. a.:
Ein Aktenstück, datiert von 1714, bezeugt das Verbot der Schafhaltung für die Untertanen von Schönerstadt, weil deren Herrschaft die Trift zustand. Auch Entenzucht war wegen des Schadens, den die Herrschaft in den Fischwassern befürchtete, untersagt. Außer den Mühlen gab es zu dieser Zeit einige Handwerksbetriebe im Ort. Manche Männer des Ortes arbeiteten um 1840 im Kohlebergbau von Flöha, wohin sie täglich auf dem „Bergmannssteig“ gelangten.Vgl.
1832 erfolgte die Ablösung der Fron- und Zinsdienste gegen eine einmalige Geldentschädigung. Ein Jahr später wurde der Gesindedienstzwang aufgehoben. alternativtext=|mini|219x219px|Schönerstadt Dorfmitte mit Dorfgemeinschaftshaus Zu DDR-Zeiten war die Mehrzahl der Beschäftigten in der Landwirtschaft tätig. Am 1. April 1960 wurde eine Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft gegründet. Die landwirtschaftlichen Flächen wurden von der KAP Oederan bestellt. Heute werden die Flächen durch die Agrozuchtfarm Breitenau sowie Bauern im Nebenerwerb bewirtschaftet.
Zum 1. Januar 1994 wurde Schönerstadt nach Oederan eingemeindet.Gebietsänderungen ab 1. Januar 1994 bis 31. Dezember 1994 auf der Internetpräsenz des Statistischen Landesamts des Freistaats Sachsen, S. 6 (PDF; 64 kB), abgerufen am 11. Januar 2012
Entwicklung der Einwohnerzahl Jahr Einwohnerzahl1551 25 besessene Mann, 8Häusler, 25 Inwohner, 30 ½ Hufen1764 16 besessene Mann, 6 Gärtner, 32 Häusler, 20 ¾ Hufen1834 5731871 598 Jahr Einwohnerzahl1890 5791910 5231925 5681939 466 Jahr Einwohnerzahl1946 5621950 5901964 4831990 383
Kultur mini|Friedrich-Ludwig-Jahn-Halle in Schönerstadt Religion Schönerstadt ist seit jeher nach Oederan gepfarrt und gehört zur Evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde Oederan mit ihrer Kirche St. Marien. Die römisch-katholischen Bewohner gehören zur Gemeinde St. Theresia in Flöha als Teil der Katholischen Pfarrei St. Johannis der Evangelist Freiberg.
Vereine Schönerstadt besitzt eine eigene Freiwillige Feuerwehr mit Förderverein, einen Sportverein und eine Schützengesellschaft. Die 1974 geschlossene Schule wurde 2011 grundhaft saniert und ist seitdem Dorfgemeinschaftshaus mit angeschlossenem Feuerwehrhaus.
Literatur
Weblinks
Geschichtliches zu Schönerstadt auf oederan.de
Einzelnachweise
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