miniatur|Hilde Jennings um 1928 auf einer Fotografie von Alexander Binder Hilde Jennings (* 21. Dezember 1906 als Elisabeth Hildegard Rogge in Bad Freienwalde, Mark BrandenburgQuelle: Heiratsurkunde Nr. 611, Standesamt Berlin-Wilmersdorf, Landesarchiv Berlin.; † Ende der 1970er, Prschewalsk) war eine deutsche Schauspielerin und Tänzerin mit zahlreichen Auftritten im Stummfilm.

Leben und Wirken Die aus der Mark Brandenburg stammende Hilde Jennings erhielt als junges Mädchen Ballettunterricht und wurde anschließend als Tänzerin an eine russische Balletttruppe verpflichtet, mit der sie auf Tourneen nach Italien, Spanien und Marokko ging. Nach zwei Jahren Auslandsaufenthalt erhielt Jennings eine Verpflichtung an die Staatsoper Berlin.

Noch keine 18 Jahre alt, gab sie ihren Einstand beim Film: Hilde Jennings trat als Tänzerin in dem Lotte-Neumann-Film Die Brigantin von New York vor die Kamera. In den kommenden fünf Jahren erhielt Hilde Jennings überwiegend tragende Nebenrollen in wenig bedeutsamen Stummfilmen. Tragende Aufgaben übernahm sie 1927 in Arme kleine Colombine und (an der Seite von Stummfilm-Legende Asta Nielsen) in Dirnentragödie.

Mit Anbruch des Tonfilmzeitalters war ihre Leinwandlaufbahn bereits beendet. Hilde Jennings zog mit ihrem Mann, dem Regisseur Michail Dubson (1899–1961), der sie 1929 in Zwei Brüder besetzt hatte, in dessen sowjetische Heimat und wirkte in vier russischsprachigen Filmen mit, der letzte (Bolschije krilja) unter Dubsons Regie. Danach arbeitete sie als Gestalterin für eine Konsumgüterfabrik in Moskau.

Laut Auskunft der Menschenrechtsorganisation Memorial wurde sie am 24. Juni 1941 wegen Spionageverdacht festgenommen, auf Beschluss der Troika des NKWD der UdSSR vom 8. April 1942 für schuldig befunden und zu 5 Jahren Verbannung in Nordkasachstan verurteilt. Im Juni 1942 kam sie in das Dorf Chulaktau in der Region Dshambul der Kasachischen SSR.

Nach ihrer Freilassung 1955 lebte sie in Prschewalsk in Kirgisien.

Filmografie 1924: Die Brigantin von New York 1925: O alte Burschenherrlichkeit 1926: Die von der Waterkant 1926: Wenn Menschen irren 1926: Die Kleine und ihr Kavalier 1926: Die Frauen von Folies Bergère 1927: Arme kleine Colombine 1927: Dirnentragödie 1927: Der Sträflingskavalier 1927: Der Geisterzug 1927: Orientexpress 1928: Die letzte Galavorstellung des Zirkus Wolfsohn 1928: Moral 1928: Die Rothausgasse 1928: Der erste Kuß 1928: Das deutsche Lied 1928: Diebe. 10000 Mark Belohnung 1928: Indizienbeweis 1929: Die weiße Nacht 1929: Sünde und Moral 1929: Zwei Brüder (Rivalen der Liebe) 1929: Sei gegrüßt, Du mein schönes Sorrent 1931: Dwe dorogi 1934: Wessenije dni 1935: Hishina starogo Luwena 1937: Bolschije krilja

Literatur Kay Weniger: „Es wird im Leben dir mehr genommen als gegeben ...“. Lexikon der aus Deutschland und Österreich emigrierten Filmschaffenden 1933 bis 1945. Eine Gesamtübersicht. Acabus-Verlag, Hamburg 2011, ISBN 978-3-86282-049-8, S. 264 f.

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Einzelnachweise

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