Die römisch-katholische Pfarrkirche St. Matthäus ist ein Kirchengebäude am Hertersplatz in Alfter, einer Gemeinde im Rhein-Sieg-Kreis (Nordrhein-Westfalen). Sie ist die Pfarrkirche der gleichnamigen Pfarrgemeinde im Dekanat Bornheim (Erzbistum Köln) und untersteht dem Patrozinium des hl. Matthäus. Das Kirchengebäude steht als Baudenkmal unter Denkmalschutz.Denkmalliste der Gemeinde Alfter, Nummer 35

Geschichte und Architektur Die schmucklose, ursprünglich flachgedeckte Saalkirche wurde von 1791 bis 1792 mit abgeschrägten Ecken und einem Ostturm in Backstein errichtet. Das Querschiff und der Chor wurden 1902 westlich angefügt. In den barocken Saal wurde 1964 ein Tonnengewölbe eingezogen.

Ausstattung mini|links|hochkant|Pietà

Im südlichen Seitenaltar steht eine Holzskulptur mit der Darstellung der Anna selbdritt vom Anfang des 16. Jahrhunderts. Sie wurde in späterer Zeit neu gefasst. Über dem barocken Taufstein hängt ein geschnitztes, vergoldetes Antependium aus der Zeit um 1730. Es zeigt den hl. Florian in Régence-Ornamentik, mit dem Wappen und den Initialen des Kurfürsten Clemens August. Es stammt ursprünglich aus der Florianskapelle des Bonner Schlosses.Dehio, Georg, Bearbeitet von Claudia Euskirchen, Olaf Gisbertz, Ulrich Schäfer: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Nordrhein-Westfalen I Rheinland. Deutscher Kunstverlag, 2005, ISBN 3-422-03093-X, S. 76. Im Turm steht eine Pietà des Kölner Bildhauers Nikolaus Steinbach.

Orgeln mini|hochkant|Chororgel

Auf der Empore steht die Hauptorgel mit drei Manualen sowie Pedal und 27 Registern. Sie wurde 1941 von der Orgelbauanstalt Georg Stahlhuth gebaut und 2008 durch die Firma Johannes Klais Orgelbau reorganisiert. Sie verfügt über vier Transmissionen, Kegelladen (im Rückpositiv Taschenladen) und elektrische Spiel- und Registertraktur. Die Disposition ist wie folgt:

I Rückpositiv C–g3 1. Lieblich Gedackt 8′ 2. Blockflöte 4′ 3. Principal 2′ 4. Scharff III–IV 1′ 5. Krummhorn 8′ II Hauptwerk C–g3 6. Bordun 16′ 7. Principal 8′ 8. Holzpfeife 8′ 9. Octave 4′ 10. Spillpfeife 2′ 11. Mixtur V–IV 2′ 12. Trompete 8′ III Schwellwerk C–g3 13. Weidenpfeife 8′ 14. Asparagus pensilis(schwebend) 8′ 15. Rohrflöte 8′ 16. Singend Principal 4′ 17. Nachthorn 4′ 18. Gemshorn 2′ 19. Superoctav 1′ 20. Sesquialtera I–III ′ 21. Cymbel IV–III 1′ 22. Oboe 8′ Tremulant Pedal C–g1 23. Principal 16′ 24. Subbass 16′ Gedacktbass(Abschw. Nr. 24) 16′ Bordun (Nr. 6) 16′ Octavbass (Nr. 7) 8′ Violbass (Nr. 13) 8′ 25. Choralbass 4′ 26. Hintersatz IV–III ′ 27. Posaune 16′ Koppeln: Normalkoppeln: I/II, III/I, III/II, I/P, II/P, III/P Suboktavkoppeln: I/II, III/II, III/III Superoktavkoppeln: III/P Spielhilfen: 2 freie Kombinationen, Freie Pedalkombination, Festkombinationen (p - mf - f), Walze ab, Handregister, 7 Absteller.

Neben der Hauptorgel gibt es in der Kirche auch eine Chororgel.

Glocken mini|hochkant|Wetterhahn und Kreuz auf dem Kirchturm Aus dem Turm der St.-Matthäus-Kirche erklingen fünf Glocken mit dem Läutemotiv Ad te levavi animam meam, dem Beginn des Introitus am 1. Adventssonntag in gregorianischer Melodie. Nr. Name Nominal(16tel) Masse Durchmesser Gussjahr Gießer 1 Matthäus cis1 −4 ≈ 1700 kg 1432 mm 1719 Peter Fuchs, Köln 2 Josef e1 −2 1100 kg 1227 mm 1965 Glockengießerei Mabilon, Saarburg 3 Maria und Hubertus fis1 +0 750 kg 1080 mm 1792 Clément I Drouot, Nicolas Simon, Claude de Forest 4 Donatus und Agatha gis1 +7 400 kg 727 mm 1791 Clément I Drouot, Nicolas Simon, Claude de Forest5 Anna h1 −3 300 kg 804 mm 1965 Glockengießerei Mabilon, Saarburg

Literatur Georg Dehio, bearbeitet von Claudia Euskirchen, Olaf Gisbertz, Ulrich Schäfer: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Nordrhein-Westfalen I Rheinland. Deutscher Kunstverlag, 2005, ISBN 3-422-03093-X.

Weblinks

Kirche Geschichte und Foto Sankt Matthäus Alfter auf der Website der Pfarreiengemeinschaft Alfter

Einzelnachweise

Alfter Kategorie:Erbaut 1792 Alfter Matthaus Kategorie:Baudenkmal in Alfter Alfter Kategorie:Barocke Kirche Kategorie:Barockbauwerk in Nordrhein-Westfalen Alfter Alfter