Der Frillensee ist ein kleiner Bergsee in der Gemarkung der Gemeinde Grainau bei Garmisch-Partenkirchen und liegt auf einer Höhe von .

Der Name leitet sich von Frille bzw. Elritze (Phoxinus phoxinus), einem kleinen Süßwasserfisch aus der Familie der Karpfenfische ab.

Beschreibung

mini|links|Frillensee im August 2026 bei sehr niedrigem WasserstandDer See ist 12.710 Quadratmeter groß. Die maximale Wassertiefe liegt bei fünf Metern.Geologischer Wanderführer, herausgegeben von der Gemeinde Grainau; S. 25 (PDF; 630 kB) An seiner Westseite führt der etwa sieben Kilometer lange Rundwanderweg um den Eibsee vorbei.

Entstehung Der Frillensee ist mit dem Eibsee entstanden, als sich ein Teil des Zugspitzmassivs löste und einen Krater verursachte, der sich dann mit Grundwasser füllte. Ein weiterer Bergsturz trennte den Frillensee vom Eibsee. Beide Seen sind aber nach wie vor unterirdisch verbunden. Die Morphologie des Sees und seiner Umgebung wird durch Bergsturzblöcke dominiert. Nur am Südostufer ist eine kleine Schotterbank zu sehen, die von einem nicht mehr existenten Bach angeschwemmt wurde.

Hydraulische Verbindung zum Eibsee Einige Quellen geben an, dass Frillensee und Eibsee aufgrund ihrer hydraulischen Verbindung stets den gleich hohen Wasserspiegel aufweisen. Eine neuere hydrogeologische Untersuchung beobachtete am Nordufer des Eibsees während des Hochwinters sicht- und messbare Effekte einer hydraulischen Interaktion zwischen Bergsturzmasse und Eibsee. Zum Beispiel wurde an eisfreien Stellen der Steingringbucht des Eibsees 9 bis 11 °C warmes, dem Eibsee zufließendes Grundwasser gemessen und an den Randzuflüssen des Nebensees Drachenseelein ähnliche Temperaturen festgestellt. Dieses Phänomen wurde auch zwischen dem Nebensee Steingringpriel und dem Eibsee beobachtet. Im Gegensatz dazu konnten im südlichen Uferabschnitt, in dem der Frillensee liegt, keine vergleichbaren hydraulischen Interaktionen beobachtet werden.

Beobachtungen wiesen darauf hin, dass der Frillensee eine höhere Abhängigkeit vom aktuellen Wettergeschehen zeigt als die anderen untersuchten Nebenseen. So gefror er als erstes Gewässer und erwärmte sich im Sommer auf bis zu 30 °C. Die Autoren vermuten daher, dass über den Frillensee weder Grundwasser noch Eibseewasser ständig in größerem Umfang zirkulieren. Sie nehmen an, dass er vielmehr in einem wahrscheinlich teilkolmatierten Nebenbecken liegt und daher weniger von der Grundwasserzirkulation beeinflusst wird. Der Wasserstand wird, nach den Autoren, stärker von Niederschlag und Verdunstung mitbeeinflusst.

Rezeption mini|links|Frillensee im Sommer 2024 zur Mittagszeit Theodor Lessing widmete dem Frillensee in einem seiner frühen Werke ein Gedicht. Es ist unter dem Titel Sommermittag am Frillensee im August 1894 entstanden und in dem Buch Laute und leise Lieder 1896 veröffentlicht. Der Anfangsvers lautet: Auf des Waldsees glitzernden Silberwogen Huschen spielend goldene Sonnenlichter...Lessing hielt sich damals in den Bergen bei Partenkirchen auf, um Erholung von den Mühen seines Studiums zu finden.

Siehe auch Liste der Seen in Bayern

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Geographie (Grainau) Kategorie:See im Wettersteingebirge Kategorie:See im Landkreis Garmisch-Partenkirchen