zentriert|350px|Édouard Manet: Musik im Tuileriengarten, Öl auf Leinwand Édouard Manets Gemälde Musik im Tuileriengarten erntet überwiegend vernichtende Kritiken. zentriert|350px|Am Antietam gefallene Konföderierte, aufgereiht zur Bestattung, Foto von Alexander Gardner Mathew B. Brady zeigt eine Fotoausstellung mit dem Titel The Dead of Antietam.
Im Jahr 1862 wird die Umgestaltung von Paris durch Georges-Eugène Haussmann im Auftrag von Kaiser Napoleon III. fortgeführt. Der Veränderung des Stadtbildes fallen unter anderem zahlreiche alte Theater zum Opfer. Umgekehrt wird das von Gabriel Davioud erbaute Théâtre du Châtelet neu eröffnet. Charles Marville, der die Umbauarbeiten fotografisch dokumentiert, wird zum amtlichen Photographen von Paris ernannt.
Ereignisse Architektur und Gartenbau Umgestaltung von Paris
19. April: Das von Gabriel Davioud im Auftrag des Barons Georges-Eugène Haussmann an der Place du Châtelet erbaute Théâtre du Châtelet in Paris wird eröffnet. Im gleichen Jahr wird auch das am gleichen Platz gegenüberliegende, ebenfalls von Davioud erbaute Théâtre de la Ville eröffnet.
miniatur|links|Der Boulevard du Temple vor der Umgestaltung, Daguerreotypie von 1838 Die Umgestaltung der Pariser Boulevards durch Georges-Eugène Haussmann führt zum Abriss der meisten Theater auf dem Boulevard du Temple, darunter unter anderem das Théâtre-Lyrique, das Théâtre des Folies-Dramatiques, das Théâtre de la Gaîté und das Théâtre des Funambules. Charles Marville wird zum amtlichen Photographen von Paris ernannt, um die alten Viertel der Stadt vor der Umgestaltung und Modernisierung zu dokumentieren. Er fotografiert Neu- und Umbauten, aber auch viele alte Straßen und Gebäude vor ihrer Zerstörung.
Kirchenbau
miniatur|hochkant|Die Marktkirche mit ihren fünf Türmen 13. November: Der von Carl Boos erbaute Nassauer Landesdom auf dem Schloßplatz in Wiesbaden wird eingeweiht. Das Vorbild der dreischiffigen Basilika ohne Querschiff in neogotischem Stil mit klassizistischer Ornamentik ist die Friedrichswerdersche Kirche von Karl Friedrich Schinkel in Berlin. Die heutige Marktkirche ist der erste reine Ziegelbau im Herzogtum Nassau.
Gartenarchitektur
miniatur|links|Wiener Stadtpark 1862, Farblithographie 21. August: Der an der Stelle des kürzlich abgerissenen Wasserglacis im Stil englischer Landschaftsparks vom Landschaftsmaler Joseph Sellény entworfene und von Stadtgärtner Rudolph Siebeck angelegte Wiener Stadtpark wird als zweiter Volksgarten in Wien eröffnet. Im gleichen Jahr beginnt Siebeck auch mit der Anlage des Schönbornparks und des Esterházyparks. Im neu angelegten Garten in Kensington, London, wird von der Royal Horticultural Society eine Gartenausstellung durchgeführt, ein Vorläufer der späteren Chelsea Flower Show.
Bildhauerei
25. Juli: Der vom dänischen Bildhauer Herman Wilhelm Bissen geschaffene Idstedt-Löwe wird – nach Süden schauend als Symbol für den dänischen Sieg über die Schleswig-Holsteiner – auf dem Alten Friedhof in Flensburg enthüllt.
Der Fischbrunnen auf dem Marienplatz in München wird mit Bronzeplastiken des Bildhauers Konrad Knoll neu gestaltet. Die Arbeiten dauern bis 1865.
Grafik
Édouard Manet begründet – angeregt durch den Herausgeber Alfred Cadart und den Fotografen Félix Chevalier – zusammen mit Felix Bracquemond, Henri Fantin-Latour, Alphonse Legros, Johan Barthold Jongkind und Augustin Théodule Ribot die Societé des Aquafortistes. Diese Künstlervereinigung hat sich die Förderung der Radierkunst zum Ziel gesetzt. Manet fertigt vor allem in den 1860er Jahren zahlreiche Radierungen nach seinen Gemälden an.
Malerei Frankreich
miniatur|links|hochkant|Mademoiselle V... im Kostüm einer Stierkämpferin miniatur|hochkant|Lola de Valence Durch den Erfolg mit dem spanischen Sänger im Salon de Paris von 1861 motiviert und durch die allgemeine Begeisterung für alles Spanische beeinflusst, wendet sich Édouard Manet verstärkt spanischen Motiven zu. Es entstehen unter anderem die Gemälde Mademoiselle V... im Kostüm einer Stierkämpferin und Lola de Valence sowie das auch von Gustave Courbet beeinflusste Ölgemälde Der alte Musikant, das zahlreiche Anspielungen auf andere Werke enthält. mini|zentriert|Manet - Der alte Musikant
In Musik im Tuileriengarten stellt sich Édouard Manet zusammen mit den Malern Albert de Balleroy und Henri Fantin-Latour, den Schriftstellern Zacharie Astruc, Théophile Gautier und Charles Baudelaire, sowie dem Komponisten Jacques Offenbach als Teil der bürgerlichen Pariser Gesellschaft dar. Das Werk erntet überwiegend vernichtende Kritiken und bleibt über 20 Jahre lang unverkäuflich.
miniatur|Gustave Courbet: Frau mit weissen Strümpfen In der Kunstklasse des Schweizer Malers Charles Gleyre in Paris lernen einander unter anderem Paul Cézanne, Pierre-Auguste Renoir, Gustave Courbet, Claude Monet und Alfred Sisley kennen.
Weitere Kunstwerke weltweit
3. November: In der italienischen Zeitung Gazzetta del Popolo wird in einer Ausstellungsbesprechung erstmals der Begriff Macchiaioli für eine seit 1855 tätige Künstlergruppe verwendet. Die eigentlich abwertende Bezeichnung wird von den Künstlern rasch als Selbstbezeichnung übernommen.
miniatur|links|A Ride for Liberty — The Fugitive Slaves Eastman Johnson fertigt in Öl auf Leinwand das Werk A Ride for Liberty — The Fugitive Slaves.
miniatur|hochkant|Symphonie in Weiß Nr. 1 James McNeill Whistlers Porträt Symphonie in Weiß Nr. 1, Mädchen in Weiß wird von der Royal Academy of Arts abgelehnt. Albert Anker malt in Öl auf Leinwand Das Schulexamen.
Photographie Entwicklung photographischer Verfahren
Louis Ducos du Hauron veröffentlicht erste Untersuchungen über ein farbfotografisches Verfahren. Entsprechende Verfahren werden parallel auch von Charles Cros entwickelt. Allerdings kann in der Folge nur du Hauron ein praktikables Verfahren vorführen. Dieses basiert auf Bromsilber-Kollodiumplatten und ergibt Pigment-Diapositive. Beide Verfahren basieren jedoch auf dem Prinzip der Dreifarbigkeit.
Kriegsphotographie
miniatur|links|A. Gardner: Am Hagerstown Turnpike gefallene Soldaten aus Louisiana, zwei Tage nach der Schlacht Mathew B. Brady zeigt in seiner New Yorker Galerie eine Fotoausstellung der Schlacht am Antietam. Dort werden unter dem Titel The Dead of Antietam erstmals auch drastische Bilder gefallener Soldaten gezeigt. Bradys Gewohnheit, Bilder seiner Angestellten ausschließlich unter seinem Namen zu vermarkten, führt Ende des Jahres zum Bruch mit den Brüdern James und Alexander Gardner sowie Timothy H. O’Sullivan, die ihre eigenen Wege gehen.
Museen und Ausstellungen
1. Mai bis 1. November: Im Rahmen der Weltausstellung in London findet eine umfangreiche Ausstellung japanischer Kunst statt, die den Japonismus in England fördert. 20. Mai: Das Museum der schönen Künste in Warschau wird eröffnet. 17. Juni: Württembergs König Wilhelm I. genehmigt den Aufbau einer Staatssammlung für vaterländische Kunst- und Altertumsdenkmale in Stuttgart – das heutige Landesmuseum Württemberg.
Die Kunstsammlung des 1826 verstorbenen Grafen Nikolai Petrowitsch Rumjanzew wird von Sankt Petersburg nach Moskau übersiedelt. Daraus entsteht das Rumjanzew-Museum, das erste öffentliche Museum in Moskau.
Geboren Januar bis März
1. Januar: Paul Schad-Rossa, deutscher Maler, Kopist und Bildhauer († 1916) 3. Januar: Max Littmann, deutscher Architekt († 1931) 4. Januar: Václav Weinzettl, böhmischer Architekt und Schuldirektor († 1930) 8. Januar: Hans Schadow, deutscher Porträtmaler († 1924) 20. Januar: Rudolf Bacher, österreichischer Maler und Bildhauer († 1945) 21. Januar: Eduard Fürstenau, deutscher Architekt und Baubeamter († 1938) 26. Januar: Walter Paget, britischer Illustrator († 1935) 29. Januar: Georg Süßenguth, deutscher Architekt († 1947)
3. Februar: James Jebusa Shannon, anglo-amerikanischer Maler († 1923) 5. Februar: Oskar Herrfurth, deutscher Maler und Illustrator († 1934) 6. Februar: Wilhelm Degode, deutscher Landschaftsmaler und Photograph († 1931) 8. Februar: Károly Ferenczy, ungarischer Maler des Impressionismus († 1917) 14. Februar: Bernhard Hertel, deutscher Architekt des Historismus († 1927) 14. Februar: Okakura Kakuzō, japanischer Kunstwissenschaftler und -förderer († 1913) 15. Februar: Kurt Diestel, deutscher Architekt und Hochschullehrer († 1946) 18. Februar: Albert Welti, Schweizer Maler und Radierer († 1912) 19. Februar: Oskar Seyffert, deutscher Maler, Illustrator und Volkskundler († 1940) 21. Februar: Emiliana Concha de Ossa, kubanische Erbin, Künstlermodell und Muse († 1905) 27. Februar: Anastasios Metaxas, griechischer Architekt und Schießsportler († 1937)
7. März: Josef Strzygowski, polnischer Kunsthistoriker († 1941) 11. März: Georg Busch, deutscher Bildhauer († 1943) 17. März: Hipólito Boaventura Caron, brasilianischer Maler und Dekorateur († 1892) 19. März: Josef Flossmann, bayerischer Bildhauer († 1914) 21. März: Mykola Pymonenko, ukrainischer Maler († 1912) 23. März: Gustav Halmhuber, deutscher Architekt und Hochschullehrer († 1936)
April bis Juni
2. April: Adalbert Seligmann, österreichischer Maler und Kunstkritiker († 1945) 3. April: Leonid Ossipowitsch Pasternak, russischer Maler († 1945) 5. April: Albert Chevallier Tayler, britischer Maler des Spätimpressionismus († 1925) 7. April: Christian Landenberger, deutscher impressionistischer Maler († 1927) 9. April: Henry Tonks, britischer Arzt und Maler († 1937) 13. April: Maximilian Modde, deutscher Maler († 1933) 24. April: Gaston Bussière, französischer Maler und Illustrator († 1928/29) 25. April: Maurice Reymond de Broutelles, Schweizer Bildhauer, Maler und Radierer († 1936) 25. April: Adolf Miethe, deutscher Photochemiker und Photopionier († 1927) 29. April: Otto von Falke, deutscher Kunsthistoriker († 1942)
4. Mai: Gottfried Wehling, deutscher Architekt († 1913) 9. Mai: Eugène van Dievoet, belgischer Architekt des Art déco († 1937) 12. Mai: Oskar Freiwirth-Lützow, deutscher Maler († 1925) 17. Mai: Alexandre Perrier, Schweizer Landschaftsmaler († 1936) 20. Mai: Hans Hartmann-MacLean, deutscher Bildhauer († 1946) 23. Mai: Hermann Obrist, deutscher Bildhauer und Mitbegründer des Jugendstils († 1927) 24. Mai: Friedrich Fehr, deutscher Maler des Historismus († 1927) 28. Mai: Theodor Fischer, deutscher Architekt und Stadtplaner († 1938) 28. Mai: Guido Oppenheim, Luxemburger Maler († 1942) 31. Mai: Michail Wassiljewitsch Nesterow, russischer Maler des Symbolismus († 1942)
2. Juni: Adolf des Coudres, deutscher Landschaftsmaler († 1924) 2. Juni: Émile Mâle, französischer Kunstkritiker († 1954) 9. Juni: Herbert Baker, britischer Architekt († 1946) 12. Juni: Franz Horst, österreichischer Porträt-, Landschafts- und Militärmaler († 1950) 14. Juni: Max Linde, deutscher Arzt, Mäzen und Kunstsammler († 1940) 15. Juni: Georges Passavant, Schweizer Bankier und Photograph († 1952) 18. Juni: Ismael Gentz, deutscher Maler, Zeichner und Lithograph († 1940) 19. Juni: Franz Jaschke, österreichischer Maler († 1910) 22. Juni: Charles Lucien Léandre, französischer Illustrator, Karikaturist und Maler († 1934) 22. Juni: August Schädler, deutscher Bildhauer († 1925) 24. Juni: Richard Graul, deutscher Kunsthistoriker und Museumsdirektor († 1944)
Juli bis September
2. Juli: Otto Friedrich, österreichischer Maler des Jugendstils († 1937) 2. Juli: Berthold Haendcke, deutscher Kunsthistoriker († 1951) 9. Juli: Isidore Konti, österreichisch-US-amerikanischer Bildhauer († 1938) 10. Juli: Helene Schjerfbeck, finnlandschwedische Malerin († 1946) 14. Juli: Gustav Klimt, österreichischer Maler († 1918) 14. Juli: Max Schröder, deutscher Architekt († 1922) 15. Juli: Paul Mishel, deutscher Landschaftsmaler († 1929) 18. Juli: Elisabeth von Eicken, deutsche Landschaftsmalerin († 1940) 20. Juli: Adolf Lehnert, deutscher Bildhauer und Medailleur († 1948) 28. Juli: Curt Agthe, deutscher Landschafts- und Genremaler († 1943)