miniatur|Die Militärlehrschmiede in Hannover, links daneben die Intendantur, im Hintergrund rechts die DachenhausenstraßeAnsichtskarte 143 von Ludwig Hemmer
Die Königliche Militärlehrschmiede war eine um 1900 errichteteIlse-Rüttgerodt-Riechmann: Die nordwestliche Vorstadt Glocksee ... Ausbildungseinrichtung in Hannover für Schmiede mit Fertigkeiten für die besonderen Belange des Militärs.Angaben analog zu dieser Ansichtskarte Das ehemals denkmalgeschützte Gebäude unter der Adresse Humboldtstraße 3 (Calenberger Neustadt) wurde Ende des 20. Jahrhunderts zugunsten des Neubaus der Calenberger Esplanade abgerissen.Achim Brandau: , in: Der Blaue Faden, Webseite der Calenberger-Neustadt.de
Geschichte Vorgeschichte miniatur|Stadtplan Hannover mit Militärschule und Schmiede auf der westlichsten Ravelin Stadtplan von 1834, Hahnsche Buchhandlung
Auf dem Ravelin am Calenberger Tor,Arnold Nöldeke: Militärakademie und Generalstabsakademie ... der westlichsten Verteidigungsanlage der bis 1657 abgeschlossenen Stadtbefestigung Hannovers und der seinerzeit selbständigen Calenberger Neustadt,Helmut Knocke: Stadtbefestigung. In: Stadtlexikon Hannover, S. 585 befanden sich verschiedene Bauten der „Direktion des Armeematerials“ sowie die Militärakademie. Nach dem Siebenjährigen Krieg begann ab 1767 allmählich die Entfestigung der Verteidigungsanlagen, doch das Grundriss des Ravelins zur Glocksee hin blieb trotz des Abrisses zunächst erhalten in seiner mit einem Wassergraben umgebenen Dreiecksform.Stadtplan 1834 Das Gelände diente dann als Artilleriehof, auf dem sich seit 1782 und 1784 zwei Militärschulen befanden, die Artillerie- und Ingenieurschule,Georg Ruppelt (Hrsg.): Von der Büchersammlung zur Bibliothek. Regimentsbibliotheken im 18. und 19. Jahrhundert. (= Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliographie. Sonderband 93). Vittorio Klostermann, Frankfurt am Main 2008, ISBN 978-3-465-03580-0, insbesondere S. 49, . später auch eine Schmiede.
Nach der Schlacht bei Langensalza im Deutschen Krieg und dem Ende des Königreichs HannoverKlaus Mlynek: Deutscher Krieg 1866. In: Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein (Hrsg.) u. a.: Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2009, ISBN 978-3-89993-662-9, S. 130. wurden ab 1866 auch die Gebäude auf dem Artilleriehof abgebrochen. Doch erst nach der Eingemeindung der Glocksee 1869 verschwanden auch die letzten Reste des ehemaligen Stadtgrabens „rund“ um Hannover: Der Wassergraben wurde zugeschüttet, und so entstanden ab 1870 die zeitgleich angelegten Straßenzüge Humboldstraße und Goethestraße in Richtung Goetheplatz.Helmut Zimmermann: Goethestraße und Goetheplatz sowie Humboldtstraße. In: Die Straßennamen der Landeshauptstadt Hannover, Verlag Hahnsche Buchhandlung, Hannover 1992, ISBN 3-7752-6120-6, S. 94, 122.
Ab 1900 Als an der Humboldtstraße um 1900 endlich die Königliche Militärlehrschmiede errichtet wurde als Nachfolgerin der ehemaligen Schmiede auf dem Ravelin, bezog sich der Zusatz „königlich“ nicht mehr auf König Georg V. von Hannover, sondern auf die Herrschaft des Königreichs Preußen.Klaus Mlynek: Hauptstadt(funktion). In: Stadtlexikon Hannover, S. 274. Die Lehrschmiede an der Humboldstraße wurde Teil eines sich immer weiter ausbreitenden militärischen Komplexes: Von den frühen Anlagen rund um den Waterlooplatz und vor dem LeineschlossEva Benz-Rababah: Waterlooplatz. In: Stadtlexikon Hannover. zog sich durch die „Haupt- und Residenzstadt“ der preußischen Provinz Hannover ein Gürtel militärischer Einrichtungen; über die Militär-Bekleidungs-KommissionHelmut Knocke: Militär-Bekleidungs-Kommission. In: Stadtlexikon Hannover, S. 443. und das Militärhospital in der AdolfstraßeRainer Kasties: Militärhospital Hannover. In: Stadtlexikon Hannover, S. 443. über die Lehrschmiede in der Humboldtstraße und die an der dortigen Ecke Calenberger Straße schon zuvor errichtete Intendantur,Stadtplan 1888 mit der „Kgl. Intendant.“ an der Calenberger Straße weiter über die 1896 Garnisonkirche am GoetheplatzKlaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein (Hrsg.): Garnisonkirche, in: Hannover Chronik und bis zu der schon 1866 nach Hannover verlegten Kavallerieschule im Marstall Am Hohen Ufer, der Artilleriekaserne am Steintor und der späteren Anlagen in Vahrenwald.Helmut Knocke: Kavallerieschule. In: Stadtlexikon Hannover, S. 343.
Die Luftangriffe auf Hannover im Zweiten Weltkrieg überstand zumindest das Verwaltungsgebäude der Militärlehrschmiede an der Humboldtstraße. In den 1970er Jahren wurde der Bau unter Denkmalschutz gestellt. Er wurde jedoch zugunsten des 1996 bis 1998 errichteten Gebäudekomplexes der Calenberger Esplanade abgerissen. Erhalten hat sich in seiner Symmetrieachse die ehemalige Militär-Bekleidungs-Kommission, später HilfslazarettIlse-Rüttgerodt-Riechmann: Adolfstraße und der angrenzende Bereich. In: Denkmaltopographie ..., S. 94 und heutige Deutsche Angestellten-Akademie. In der Namensgebung nimmt die Calenberger Esplanade Bezug auf die Esplanade, bei der es sich um die ehemals als Schussfeld dienende freie Fläche handelte, die auch als Parade- und Waffenplatz diente.
Literatur Arnold Nöldeke: Militärakademie und Generalstabsakademie. In: Stadt Hannover. Die Kunstdenkmale der Stadt Hannover, Teil 1, Denkmäler des „alten“ Stadtgebietes Hannover, Die Kunstdenkmäler der Provinz Hannover Bd. 1, H. 2, Teil 1, Hannover, Selbstverlag der Provinzialverwaltung, Schulzes Buchhandlung, 1932 (Neudruck Verlag Wenner, Osnabrück 1979, ISBN 3-87898-151-1) Die Kunstdenkmäler der Provinz Hannover, hrsg. von der Provinzial-Kommission zur Erforschung und Erhaltung der Denkmäler der Provinz Hannover, S. 392. Ilse-Rüttgerodt-Riechmann: Die nordwestliche Vorstadt Glocksee. In: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Baudenkmale in Niedersachsen, Stadt Hannover, Teil 1, [Bd.] 10.1, ISBN 3-528-06203-7, S. 94f., sowie Calenberger Neustadt, in der Anlage Verzeichnis der Baudenkmale gem. § 4 (NDSchG) (ausgenommen Baudenkmale der archäologischen Denkmalpflege), Stand: 1. Juli 1985, Stadt Hannover, Niedersächsisches Landesverwaltungsamt – Institut für Denkmalpflege, S. 6, in: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland ...
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Einzelnachweise
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