mini|Blick vom Randenturm über den Randen in Richtung Klettgau mini|Aussicht vom Hagenturm mini|Der Randen im Winter: Blick vom Zelgli auf die Alpen mini|Topographie des nördlichen Randen (östlich des Wutachknies)Eidgenössische Landestopographie: Landeskarte der Schweiz 1:25.000, Blatt 1011 Beggingen Der Randen ist ein zum grössten Teil im Schweizer Kanton Schaffhausen liegender plateauartiger Höhenzug, der das Südwestende der Schwäbischen Alb bildet. Ein kleiner Teil im Norden, der Hohe Randen, der die höchste Erhebung des Randen mit enthält, befindet sich in Baden-Württemberg bei Fützen; die höchste Erhebung des Randen in der Schweiz ist der Hagen mit . Der eigentliche Randenberg ist eine hohe Erhebung, auf der die deutsche Ortschaft Randen, ein Ortsteil von Blumberg, liegt.

Ein grosser Teil des Randens ist Teil des Regionalen Naturparks Schaffhausen.

Geologie mini|Randengrobkalk aus der Zeit der Oberen Meeresmolasse (unteres Ottnangium) Der Randen ist Bestandteil der sich zwischen Basel und Coburg erstreckenden Tafeljura-Landschaft, somit Element des sogenannten Südwestdeutschen Schichtstufenlandes und darin Teil des Alb-Wutach-Gebiets, das hier an den Jura anschliesst.

Der Tafeljura des Randen findet seine Fortsetzung im Süden im Tafeljura von Klettgau, Aargau und Baselbiet, im Norden im Baarjura (Eichberg, Länge u. a.).Der Baarjura wird von manchen bereits zur Schwäbischen Alb gezählt, die aber eigentlich erst bei Tuttlingen beginnt. Der Buchberg bei Blumberg gehört aufgrund seiner Lage südlich der Aitrach eigentlich noch zum Randenkomplex.

Der Randen ist der Westteil einer Weissjura-Schichtstufe. Diese Schichtstufe ist durch Erosion bereits stark zertalt und weist daher kaum noch Stufenflächen auf. Im Bereich der Täler und vor allem im Bereich des westlichen Stufenrandes weist der Randen Traufhöhen von rund 350 Meter ( bis ) auf (vgl. Albtrauf). Die Schichtstufe setzt sich über das grosse Nord-Süd-Tal der Durach (Merishausertal), das den Randen teilweise abgrenzt, nach Osten fort, wo der Reiat den Ostteil der Schichtstufe markiert.

Der Randen ist zum Hauptteil aus Malmschichten aufgebaut, dem sogenannten Weissen Jura, was dann auch auf den Hochflächen als weisser Kalkstein sichtbar ist. Die Hänge des Randen sind durch unterschiedlich harte Schichten dieser Malmformation charakterisiert. Während die harten Kalkschichten steil und zu einem grösseren Teil bewaldet sind, weisen die weicheren Mergelschichten auch flache Terrassen auf. Diese können landwirtschaftlich genutzt werden.

Die Hochflächen des Randen sind von Nordwesten nach Südosten leicht abfallend. Weil die geologischen Schichten stärker geneigt sind als die Hochflächen, folgen von Nordwesten nach Südosten geologisch jüngere Schichten in topographisch tieferen Lagen.

Vor 190 Millionen Jahren überflutete das Jurameer das heutige Randengebiet. In diesem flachen Gewässer wurden während Jahrmillionen Kalkschichten abgelagert, die sich zu Jurakalkgesteinen verfestigten. Die Überreste der Meeresbewohner findet man heute noch in grosser Zahl in Form von Fossilien (Versteinerungen).

Von den miozänen Ablagerungen des Randens ist besonders der Randengrobkalk zu nennen. Dieses marine Muschelagglomerat wurde unter flachmarinen Bedingungen während des unteren Ottnangiums im nördlichen Randbereich des nordalpinen Molassebeckens abgelagert.

Geographie Gemeinden am Randen Die ehemalige Gemeinde Hemmental, heute ein Ortsteil von Schaffhausen, befindet sich im Hemmentalertal und ist als einzige Schweizer Ortschaft vollständig vom Randen umgeben. Folgende Gemeinden befinden sich an den Abhängen des Randen (im Uhrzeigersinn von Schaffhausen ausgehend): Schaffhausen, Neuhausen am Rheinfall, Beringen, Löhningen, Siblingen, Schleitheim, Beggingen, Blumberg, Bargen, Merishausen. Das Schaffhauser Breite-Quartier liegt ausserdem vollständig auf einem Ausläufer des Randen.

Schleitheim und Beggingen sowie in der historischen Überlieferung auch Grimmelshofen sowie einige abgegangene Plätze zählen zum Randental.

Sieben Randen (Berge) mini|hochkant|Siblinger Randenturm, Baujahr 2014 mini|hochkant|Hagenturm Durch nach Schaffhausen konvergierende Erosionstäler (Merishausertal, Orserental, Hemmentalertal und Eschheimertal) und andere Erosionstäler (Lieblosental, Kurztal, Langtal, Chällen, Dostental und Mühlental) kann der Randen in viele Abschnitte zerlegt werden, und es wird daher auch von sieben verschiedenen Randen gesprochen. Dabei gibt es auf vier der Schweizer Randen Aussichtstürme: Beringer Randen () bei Beringen mit Beringer Randenturm Siblinger Schlossranden () bei Siblingen mit Siblinger Randenturm und Ruine Hartenkirch Bargemer Randen () bei Bargen Schleitheimer Schlossranden () bei Schleitheim mit Schleitheimer Randenturm und der Ruine Randenburg Langer Randen () zwischen Siblingen und Schleitheim Hagen () bei Merishausen mit Hagenturm Hoher Randen oder auch Großer Randen bei Blumberg (Schwarzwald-Baar-Kreis) in Deutschland (, auch ).

Der höchste schweizerische Punkt des Randen liegt mit auf dem Gebiet der Gemeinde Merishausen in der Nähe des Hagenturms. Alle vier Randentürme bieten Rundsicht in die Schweizer Alpen, den Schwarzwald, in den Klettgau und den Hegau.

Auf flach gelagerten Kalkplatten entstanden leicht gewellte Hochflächen, die mit scharf geschnittenen Oberkanten steil gegen kastenförmige Täler abbrechen. Diese weithin sichtbaren Ränder gaben dem Gebiet den Namen.

Südranden Als Südranden bezeichnet man in der Schweiz den Höhenzug, der im Osten bei Neuhausen am Rheinfall beginnt, über den Laufferberg, Jestetten, den Wannenberg und Rossberg (inklusive Ruine Radegg) führt und im Westen mit dem Hasenberg bei Osterfingen respektive Wilchingen endet. Im Südranden wurde bis zur 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts Bohnerz gefördert, was heute noch anhand vieler Bohnerzgruben ersichtlich ist.

Kleiner Randen Als Kleinen Randen bezeichnet man in Deutschland den Höhenzug, der im Westen zwischen Kadelburg und Lauchringen (Homberg) hin zur Küssaburg beginnt und über den Wannenberg mit dem Sender Wannenberg und den Birnberg zum Kalten Wangen führt. Von dort aus führt er vom Kätzler bei Grießen, Riedern am Sand und Bühl zum Eichberg bei Dettighofen, weiter nach Baltersweil und den Dietenberg nach Balm. Auf der Rheinseite verläuft er von Küßnach und Bergöschingen zum Kalten Wangen und zieht dort an Hohentengen am Hochrhein und dem Rafzer Feld entlang bis Rheinau. Das Wangental trennt den Kleinen Randen vom Südranden.

Gewässer Infolge des kalkigen Untergrunds gilt der Randen als wasserarm, und alle kleineren Bäche ausser der Durach führen bei Trockenheit kein Wasser. Durach (Quelle bei Bargen) Hemmentaler Bach (Quelle bei Hemmental) Kluusbach (Quelle auf dem Griesbach bei Schaffhausen) Seltenbach (Quelle im Langtal über Siblingen) Chrebsbach/Zwärenbach (Quelle am Fusse des Schleitheimer Schlossranden) Chällengraben (Quelle bei Beggingen) Mühlbach (Quelle bei Epfenhofen am Hohen Randen) Krebsbach (Quelle bei Randen/Blumberg) Kompromisbach (Quelle bei Kommingen)

Zufahrten Alle Randengemeinden sind per Bus erreichbar. Verkehrsbetriebe Schaffhausen: Liniennetz Die Hochflächen sind durch den öffentlichen Verkehr nur gering erschlossen. Bei gutem Wetter verkehren an Sonn- und Feiertagen von Siblingen auf den Siblingerranden und von Hemmental zum Mäserich Kleinbusse. Die Anschlüsse an die Linien 21 (Siblingen) und 22 (Hemmental) von und nach Schaffhausen sind gewährleistet.Clientis-Randenbusse auf Naturpark Schaffhausen

Der ganze Randen ist verkehrsfrei. Abgesehen von der Randenüberfahrt via Hemmental dürfen nur die folgenden Strassen durch den motorisierten Privatverkehr benutzt werden: Siblingen–Siblinger Randenhaus, Schaffhausen–Beringer Randen (Naturstrasse) und Kistenpass Beringen-Schaffhausen (Naturstrasse).

Randenüberfahrt Die Randenüberfahrt (Scheitelhöhe von 847 m ü. M.) verbindet Beggingen mit Hemmental und ist 10 km lang. Die Strasse ist nicht durchgängig asphaltiert. Ein rund zwei Kilometer langes Stück nördlich von Hemmental ist geschottert. Die Strecke darf vom motorisierten Privatverkehr befahren werden und ist im Winter geöffnet.Randenüberfahrt auf www.quaeldich.de

Tourismus mini|Langlauf auf dem Siblinger Randen Der Randen ist ganzjährig ein beliebtes Wandergebiet mit vielen gut markierten Wanderwegen. Ein Teil des Randen liegt im Regionalen Naturpark Schaffhausen. Auf dem Randen gibt es viele offizielle Feuerstellen. Die bekannteste ist bei der Spiel- und Lagerwiese «Zelgli» () beim Schleitheimer Schlossranden.

Die regionale Route 34 Klettgau-Rhein-Weg von Wanderland Schweiz führt von Hallau nach Schaffhausen.Wanderland Schweiz, Route 34 Klettgau-Rhein-Weg Der Donau-Randen-Pilgerweg führt über den Randen nach Einsiedeln. Die beiden Natura Trails der Naturfreunde führen durch Gebiete mit seltenen Orchideenarten.Naturfreunde Natura Trail Schaffhausen

Mehrere Mountainbike-Strecken sind auf dem Randen vorhanden, u. a. die Route 50 Schaffhauserland Bike von Mountainbikeland Schweiz.Mountainbikeland Schweiz, Route 50 Schaffhauserland Bike So führt auch alljährlich das lokale Mountainbike-Rennen Randen Bike Race über die Höhen des Randen. Im Jahre 2012 wurde der elfte und letzte Bikemarathon des nationalen EKS-Goldenrace ausgetragen.

Im Winter werden bei guten Schneeverhältnissen Langlaufspuren von 15 km resp. 7 km (klassisch)SchweizMobil Langlauf: Nr. 435 mit Start beim Siblinger Randenhaus sowie eine 10 km lange SkatingloipeSchweizMobil Langlauf: Nr. 436 präpariert. Weitere Rundkurse werden im Eschheimertal (3–5 km) und bei Bargen (2,5 km) gespurt. Nicht präparierte Aufstiege sind durch das Eschheimertal (10 km) sowie von Hemmental (5 km) signalisiert. Die Loipen werden durch die Langlaufwandergruppe Schaffhausen betreut.LWS Langlaufwandergruppe SchaffhausenRandenspur-Loipe klassisch Auf: SchweizMobil

Auf dem Randen gibt es folgende Gasthäuserschaffhausen24.ch: Randenhütten, die zugänglich sind: Siblinger RandenhausSiblinger Randenhaus, Beringer RandenhausBeringer Randen, Schleitheimer Schlossranden (nur im Sommer/Herbst an Wochenenden)Waldwirtschaft Schlossranden, Hasenbuck-Hütte des Schweizer Alpen-Club (SAC)Webpage: SAC Hasenbuck-Hütte, Naturfreundehaus BuchbergNaturfreundehaus Buchberg, Kadetten-HütteKadetten Schaffhausen: Hagenhütte, Babental bei SchleitheimRestaurant Babental. In jeder Talgemeinde befinden sich ebenfalls Gaststätten.

Beliebt ist die Sauschwänzlebahn, sie führt von Weizen über Grimmelshofen, Fützen und Epfenhofen mit Kehrtunneln und Viadukten nach Blumberg. Der Große Stockhalde-Kehrtunnel ist 1700 Meter lang und weltweit der einzige Kreiskehrtunnel in einem Mittelgebirge.

Vegetation und Landwirtschaft Die geologischen Eigenheiten sind prägend für das Landschaftsbild: der Randen besteht vor allem aus kargen, fast nicht besiedelten und nur land- und forstwirtschaftlich genutzten Hochflächen. Ein Grossteil des Randen ist bewaldet. Waldföhrenstreifen, die man am Ende des 19. Jahrhunderts auf brachgelegten Äckern anlegte, lassen ihn zuweilen wie einen Park aussehen.

Die Freiflächen werden grösstenteils extensiv bewirtschaftet. Häufig findet man Magerwiesen mit reicher Artenvielfalt mit u. a. in der Schweiz seltenen Orchideen (bei der Hasenbuck-Hütte) und Steppenpflanzen. Die Bewirtschaftung der Randenhochflächen erfolgt mit wenigen Ausnahmen von den Talgemeinden aus. Das Kalkgestein kann nur wenig Wasser speichern. In trockenen Jahren entsteht Wassermangel.

Klima Der Randen liegt im «Regenschatten» des Schwarzwaldes und gehört daher zu den trockensten Gebieten der Schweiz. Im langjährigen Mittel fallen hier nur 760–800 mm Niederschlag (= Liter pro m² und Jahr).

Geschichte Die Randenhöhen wurden ab dem Frühmittelalter gerodet und mit Einzelhöfen und kleinen Dörfern besiedelt (z. B. Eschheim im heutigen Eschheimer Tal), die ab dem 14. Jahrhundert meist wieder aufgegeben wurden.