mini|Die Rommersdorfer Annakapelle (2009) mini|Annakapelle (1910) Die katholische Annakapelle (auch „Anna-Dom“ genannt) in Rommersdorf, einem Ortsteil der Stadt Bad Honnef im Rhein-Sieg-Kreis in Nordrhein-Westfalen, wurde 1868/69 errichtet. Sie gilt als ein Wahrzeichen von Rommersdorf und steht als Baudenkmal unter Denkmalschutz.
Lage Die Kapelle liegt an der Ecke Rommersdorfer Straße/Spießgasse (Adresse: Rommersdorfer Straße 84) am südwestlichen Eingang von Rommersdorf, gegenüber der Einmündung des Frankenwegs.
Geschichte Die Annakapelle entstand nach einem Entwurf des Kölner Architekten August Carl Lange, der vor allem für seine neugotischen Werke bekannt ist. Sie wurde als Stiftung der Baronesse Odilia Carolina von Bongart (* 1809)Joseph Strange: Genealogie der Herren und Freiherren von Bongart. Commissions-Verlag der L. Schwann’schen Verlagshandlung, Cöln und Neuss 1866, S. 68. (online) erbaut, die sie als Hauskapelle für ihre Mutter vorsah. Von Bongart war Eigentümerin des unweit gelegenen Feuerschlößchens, in dessen Park sich ein der hl. Anna geweihter Bildstock befand. Als Wohnung für den Rektor der Kapelle diente das Wohnhaus Spießgasse 9.
1925 wurde die in fortschreitendem Verfall befindliche Kapelle renoviert, 1926 am Eingang eine Ehrentafel für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs aus Rommersdorf angebracht.Honnefer Volkszeitung, 30. Januar 1925, S. 2 (zeitpunkt.nrw)Honnefer Volkszeitung, 25. Juli 1925, S. 2 (zeitpunkt.nrw)Honnefer Volkszeitung, 9. August 1926, S. 3 (zeitpunkt.nrw) Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs bezog Joseph Frings, Erzbischof von Köln (1942–1969), infolge der kriegsbedingten Zerstörung seiner Kölner Unterkunft die Rektorenwohnung und feierte in der Kapelle die Heilige Messe. Ebenfalls gegen Kriegsende im März 1945 wurde die Kapelle bei Kampfhandlungen stark beschädigt.Honnefer Volkszeitung, 30. November 1950, S. 5 (zeitpunkt.nrw)
1948/49 diente die Annakapelle als Garnisonkirche für die seinerzeit in der Stadt stationierten belgischen Besatzungstruppen.Karl Günter Werber: Honnefer Spaziergänge. 1950 wurde die Annakapelle, unter anderem zur Beseitigung der Kriegsschäden, überwiegend im Inneren renoviert.Honnefer Volkszeitung, 8. November 1950, S. 3 (zeitpunkt.nrw) Die letzte Restaurierung der Kapelle erfolgte von 1990 bis 1993. Seitdem wird dort zur Weihnachtszeit regelmäßig eine „Wurzelkrippe“ eingerichtet. Die Eintragung der Kapelle in die Denkmalliste der Stadt Bad Honnef erfolgte am 23. Dezember 1991.
Architektur Die Annakapelle ist in neugotischen Formen gehalten. Sie verfügt über eine Vorhalle, die von Fialen bekrönt ist, sowie über große Maßwerk- und Mosaikfenster. Das Kirchenschiff ist erhöht, der Chor ist gewölbt und enthält einen Schnitzaltar. Die Sakristei liegt zur linken Seite des Eingangs, zur rechten befindet sich ein Betraum mit dem Familienwappen der Stifterin.
Die Kirchenpatronin, die heilige Mutter Anna, findet sich mit ihrer Tochter Maria als Statue in der Kapelle wieder. Die Chorfenster, zum Teil durch Schäden im Zweiten Weltkrieg zerstört, wurden 1922 vom belgischen Maler Fritz Roderburg gefertigt und lassen sich dem Expressionismus zurechnen. Die ursprünglich neugotische Inneneinrichtung der Kapelle wurde zunächst in den 1960er Jahren entfernt, bevor zumindest die Kommunionbank in späteren Jahren wiederhergestellt wurde. Im ursprünglichen Zustand erhalten ist auch eine Tabernakeltür mit der Darstellung eines seine Jungen ernährenden und damit Christus symbolisierenden Pelikans. Sie dient als Wandschmuck und ist an der linken Sakristeiseite angebracht. Über eine eigene Orgel verfügt die Kapelle seit 1996.
Literatur Karl Günter Werber: Die Perle unter den Kapellen. In: Horizont. Zeitung für den katholischen Kirchengemeindeverband Bad Honnef, Ausgabe 22, Dezember 2010, S. 8/9.
Karl Günter Werber: Honnefer Spaziergänge. 2., überarbeitete Auflage, Verlag Buchhandlung Werber, Bad Honnef 2002, ISBN 3-8311-2913-4, S. 69/70. Heinz Pfälzer: Usere Anna-Dom – Vom schützenden Blätterdach zum ewig währenden Stein (125 Jahre St. Anna-Kapelle) (=Heimat- und Geschichtsverein „Herrschaft Löwenburg“ e.V.: Studien zur Heimatgeschichte der Stadt Bad Honnef am Rhein, Heft 9). Bad Honnef 1993. (Übernahme vom Rommersdorf-Bondorfer Bürgerverein e.V.) [nicht für diesen Artikel ausgewertet] Heimat- und Geschichtsverein Rhöndorf (Hrsg.); August Haag: Bilder aus der Vergangenheit von Honnef und Rhöndorf. Gesamtherstellung J. P. Bachem, Köln 1954, S. 103–105.
Weblinks
Einzelnachweise Denkmalliste der Stadt Bad Honnef, Nummer A 153
Rommersdorf Kategorie:Kapelle im Erzbistum Köln Rommersdorf Rommersdorf Kategorie:Neugotisches Bauwerk in Nordrhein-Westfalen Annakapelle Kategorie:Gemarkung Honnef Kategorie:Erbaut in den 1860er Jahren Kategorie:Bauwerk von August Carl Lange