mini|David Bennent bei der Premiere von Der Vampir auf der Couch (2014) David Bennent (* 9. September 1966 in Lausanne) ist ein Schweizer Schauspieler.

Lebensweg David Bennent ist nach seiner Schwester Anne Bennent das zweite Kind des Schauspielers Heinz Bennent und der Tänzerin Paulette Renou (Künstlername Diane Mansart), die an der Pariser Oper engagiert war. Seine ersten Lebensjahre verbrachte er mit seinen Eltern und seiner Schwester auf der Insel Mykonos in Griechenland.Was macht eigentlich David Bennent? In: stern vom 15. Juni 2001, Interview. Seine Mutter unterrichtete ihn einen Großteil seiner Schulzeit. Die ersten wenigen Schultage waren für ihn traumatisch, da er wegen seiner geringen Körpergröße von den Schülern gehänselt wurde. Viele medizinische Behandlungen von Kindheit an konnten sein physisches Wachstum nur wenig fördern; er ist heute 1,55 Meter groß. Zunächst wollte Bennent Jockey werden, doch „irgendetwas“ habe ihn „ans Theater gezogen, ich bin da nicht bewusst hingegangen.“Irene Bazinger: In: Berliner Zeitung vom 21. Februar 2009, Interview. Die Entscheidung fiel, als er seine Schwester Anne in Paris besuchte, die gerade bei Regisseur Patrice Chéreau Unterricht nahm, und der ihn fragte, ob er mitspielen wolle.Sven Siedenberg: In: Berliner Zeitung vom 14. September 1995. Bennent nahm zwar an keinem regulären Schauspielschulunterricht teil, brachte sich aber autodidaktisch die Techniken des Schauspiels bei. Erst danach erweiterte er seine Schauspielkunst gemeinsam mit Vater und Schwester.

Bennent spielte in zahlreichen Theaterstücken und Filmen für Kino und Fernsehen. Bekannt geworden ist er vor allem in der Rolle des Oskar Matzerath in Volker Schlöndorffs Verfilmung des Romans Die Blechtrommel (1979) von Günter Grass. Zwar verdanke er dieser Rolle einen leichteren Berufseintritt, doch dafür sei er zeitlebens von der Öffentlichkeit auf diese festgelegt worden. Daher lehnt er auch eine Fortsetzung des Films über das letzte Drittel des Romans ab.Peter Zander: David Bennent: Warum es keine neue „Blechtrommel“ gibt. In: Die Welt vom 17. Dezember 2007.

1984 hatte Bennent sein erstes Theaterengagement an der Comédie-Française in Paris. In Deutschland trat er erstmals 1985 an der Schaubühne Berlin auf. Starregisseur Peter Brook nahm ihn 1990 in sein Pariser Ensemble auf, wo er bis 1997 arbeitete. auf kino.de. 1999 hatte er zusammen mit seiner Schwester Anne einen Auftritt in der Uraufführung von George Taboris Fegefeuer am Wiener Akademietheater. Später war er vier Jahre am Berliner Ensemble engagiert. Seit 2005 spielt Bennent in vielen Stücken am Berliner Renaissance-Theater mit. beim Renaissance-Theater (Berlin) Er lebt in seiner Freizeit vorwiegend auf Mykonos. Bennent spricht Deutsch, Französisch, Englisch und etwas Neugriechisch.

Mit seinem Vater trat er unter anderem in Samuel Becketts Endspiel auf und war damit seit 1995 auf einer Europa-Tournee i+zu sehen. Diese Produktion wurde von der Kritik als „Sternstunde des Theaters“ gefeiert. Die Zürcher Weltwoche bezeichnete sie als „warm, geheimnisvoll und poetisch“, und für die Süddeutsche Zeitung war sie von „seltsam froher Helligkeit“.Wolfgang Höbel: Becketts Idiot. In: Der Spiegel, Nr. 24, 12. Juni 1995. Von 1997 an bis 2010 schlossen sie daran eine weitere Tournee an, in der Bennent Texte aus Heiner Müllers Bildbeschreibung vortrug und der Vater seinen Lieblingsdichter Hölderlin aus dem Briefroman Hyperion rezitierte.

2016 übernahm er bei den Salzburger Festspielen die Rolle des Mammon in Hugo von Hofmannsthals Jedermann.Kap.: Bennent will als Mammon „zart“ sein. In: Sophia Felbermair: Buhlschaft mit „Lolita-Beigeschmack“. In: ORF, 22. Juli 2016, abgerufen am 20. Mai 2017.

Bennent ist Botschafter bei Terre des hommes.

Wichtige Theaterarbeiten Les Paravents von Jean Genet – Regie: Patrice Chéreau König Lear von William Shakespeare (Narr) – Regie: Klaus Michael Grüber Bantam – Regie: Klaus Michael Grüber Alkestis – Regie: Robert Wilson Macbeth (Pförtner und Hekate) – Regie: Arie Zinger Mein Herbert – Regie: Hans Peter Cloos Urgoetz (Georg) – Regie: Einar Schleef Ein Sommernachtstraum (als Puck) Oper von Benjamin Britten – Regie: Thomas Langhoff Engagement bei Peter Brook, Paris (7 Jahre) – Produktionen in französischer und englischer Sprache. Tourneen durch Nord- und Südamerika, Afrika, Asien und Europa. Endspiel von Samuel Beckett (Clov) Regie: Joël Jouanneau (Europa-Tournee in deutscher und französischer Sprache) Amphitryon von Heinrich von Kleist (Merkur) – Regie: Hans Neuenfels Purgatorium (Marcel Proust) – Regie: George Tabori Ein Heiner Müller / Friedrich Hölderlin Abend zusammen mit Vater Heinz Bennent Ein Sommernachtstraum von William Shakespeare (Zettel) – Regie: Leander Haußmann Erdbeben-Concerto – Regie: George Tabori Michael Kramer von Gerhart Hauptmann – Regie: Thomas Langhoff Minna von Barnhelm (Lessing; als Riccaut de la Marlinière). Aufführungen in Recklinghausen, Ludwigshafen und Luxemburg (2005/06) Der Krawattenklub (Fabrice Roger-Lacan), Aufführungen Renaissance-Theater, Berlin 2005/2006 Besprechung von Der Krawattenklub – Patrick Wildermann: Wenn Männer zu viel plaudern. In: Der Tagesspiegel vom 17. Oktober 2005. Mozart und Konstanze (Hamburger Kammerspiele) 2006 Frohe Feste von Alan Ayckbourn, 2008Besprechung von Frohe Feste – Patrick Wildermann: Geschenkt. In: Der Tagesspiegel vom 15. Dezember 2008.

Filmografie (Auswahl)

Hörspiele 2006: Heiner Goebbels: Landschaft mit entfernten Verwandten – Komposition und Regie: Heiner Goebbels, Aufführung: Ensemble Modern, Produktion: SWR. 2014: Stephan Krass und Ulrike Haage: The Moon Tapes – Regie: S. Krass und U. Haage, Produktion: SWR. 2020: William S. Burroughs: The Cat Inside – Regie: Kai Grehn, Produktion: SWR, CD: Major Label, ISBN 978-3-95575-164-7 2023: Kai Grehn: Die Causa Jeanne d'Arc – Regie: Kai Grehn, Produktion: SWR/RBB

Literatur

C. Bernd Sucher (Hrsg.): Theaterlexikon. Autoren, Regisseure, Schauspieler, Dramaturgen, Bühnenbildner, Kritiker. Von Christine Dössel und Marietta Piekenbrock unter Mitwirkung von Jean-Claude Kuner und C. Bernd Sucher. 2. Auflage. Deutscher Taschenbuch-Verlag, München 1999, ISBN 3-423-03322-3, S. 56.

Dokumentarfilme Bennent mal vier – Diane, Heinz, Anne und David Bennent. Porträt einer Künstlerfamilie. Dokumentarfilm, Deutschland, 1998, 45 Min., Buch und Regie: Georg Stefan Troller, Produktion: Kick Film in Koproduktion mit WDR und NDR, Erstsendung: 6. Dezember 1998 auf Nord 3, . David Bennent, Schauspieler. Gespräch, Deutschland, 2017, 26:03 Min., Moderation: Michel Ries, Produktion: SWR, Reihe: Leute, Erstsendung: 17. Februar 2017 bei SWR1 Baden-Württemberg.

Weblinks

Gespräch mit Heinz und David Bennent: „Einen Text muss man spüren bis in den kleinen Zeh.“ In: Der Tagesspiegel, 18. Januar 2001. In: Berliner Zeitung, 21. Februar 2009, Interview mit Irene Bazinger.

Einzelnachweise

Kategorie:Theaterschauspieler Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Hörspielsprecher Kategorie:Schweizer Kategorie:Geboren 1966 Kategorie:Mann