Schnackenmühle ist ein Gemeindeteil der Stadt Gunzenhausen im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen (Mittelfranken, Bayern). Schnackenmühle liegt in der Gemarkung Laubenzedel.
Geographische Lage Die Einöde liegt im Fränkischen Seenland, je zwei bis drei Kilometer nördlich des Ortsrandes von Gunzenhausen und östlich des Altmühlsees, direkt am 6 Hektar großen Schnackenweiher.
Geschichte Die Mühle ist urkundlich erstmals 1602 als Wildenmühle erwähnt.Heimatbuch Gunzenhausen, S. 256 In der Urkunde verglich sich Johann Rieter zu Kornburg und Kalbensteinberg mit der Stadt Gunzenhausen wegen eines Lehens bei der Wildenmühle; er überließ es gegen eine gewisse Summe Geldes der Stadt. Dieser alte Ortsname wird gedeutet als Zu der wilden Mühle – also einer öden, einsamen, unheimlichen, verwahrlosten, verwilderten o. ä. Mühle – wie auch als Mühle eines Wild – nämlich eines Erbauers oder Besitzers mit solchem Namen. Im Dreißigjährigen Krieg brannte die Mühle 1633 ab, 1661 wurde sie wiederaufgebaut. 1667 ist in einer Verkaufsurkunde von der Wilden- oder Schnackhenmühl die Rede. Eine eindeutige Klärung des neuen Namens ist nicht möglich. Die Mühle könnte zeitweise einem Schnak(e) – also einer kleinen, schwächlichen Person – gehört haben. Oder sie könnte an einem schnakenreichen Bach gestanden haben; jedoch ist nicht überliefert, dass der dem Weiher entfließende Laubenzedler Mühlbach je Schna(c)kenbach geheißen hätte. Für 1732 wird berichtet, dass die Schnacken Mühl dem brandenburgisch-markgräflichen Vogtamt Gunzenhausen vogtbar und dem markgräflichen Kastenamt Gunzenhausen steuerbar war und zur protestantischen Pfarrei Laubenzedel gehörte, wohin der Zehnt geleistet werden musste.Schuh, S. 260 Auch am Ende des Heiligen Römischen Reichs unterstand die Mühle mit ihrem einzigen Untertan dem ehemaligen ansbachischen, seit 1792 brandenburg-preußischen Amt Gunzenhausen.Bundschuh, Band V, Sp. 157
1806 kam die Schnackenmühle mit Laubenzedel an das Königreich Bayern, wo sie 1808 dem Steuerdistrikt Laubenzedel im Landgericht/Rentamt Gunzenhausen einverleibt wurde. 1810 wurde dieser Steuerdistrikt in eine Ruralgemeinde umgewandelt, die auch beim nächsten Gemeindeedikt 1818 so bestehen blieb. 1824 wurden Schlungenhof und Büchelberg als selbständige Gemeinden abgetrennt.Historischer Atlas, S. 236 Die restliche Gemeinde Laubenzedel mit Schnackenmühle und Sinderlach bestand dann bis zur Gebietsreform in Bayern 1971 im neuen Gebietsumfang fort. 1862 gehörte die Gemeinde zum Bezirksamt Gunzenhausen, dem späteren Landkreis Gunzenhausen.Landkreis Gunzenhausen, S. 221 Am 1. April 1971 verlor sie durch Eingemeindung nach Gunzenhausen ihre Selbständigkeit.Heimatbuch Gunzenhausen, S. 253 Am 1. Juli 1972 kam die Stadt Gunzenhausen mit der Schnackenmühle aus dem bisherigen Landkreis Gunzenhausen in den größeren neuen Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen.
Heute gibt es in Schnackenmühle einen Landgasthof mit Hotelbetrieb, eine Pension, ein Angelsportzentrum, einen Campingplatz und einige weitere Unternehmen.
Einwohnerentwicklung 1818: 7 Einwohner 1824: 12 Einwohner, 1 Anwesen 1832: 7 Einwohner 1867: 16 Einwohner in 10 Gebäuden 1950: 21 Einwohner in 2 Gebäuden 1961: 17 Einwohner in 2 Wohngebäuden
Baudenkmäler 1806 wurde das Wohnhaus der Mühle neu gebaut. Es handelt sich um ein zweigeschossiges Gebäude mit Halbwalmdach.Bayer. Landesamt für Denkmalpflege, Gunzenhausen Baudenkmäler, Ortsteil: Schnackenmühle, Stand 25. Februar 2012, S. 21
Literatur
Heimatbuch der Stadt Gunzenhausen, Gunzenhausen 1982, S. 219–221
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ortsteil von Gunzenhausen Kategorie:Fränkisches Seenland Kategorie:Einzelsiedlung im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen