mini|Die Kapelle mini|Außenmauer der Kapelle mit Gedenktafeln mini|Innenraum: vorne das Birkenkreuz, im Hintergrund Pietà und Namen der Gefallenen und Vermissten Die Kriegergedächtniskapelle Garmisch ist eine Gedenkstätte am Kramerplateauweg im Markt Garmisch-Partenkirchen in Oberbayern. Das Gebäude ist auf Basis des Bayerischen Denkmalschutzgesetzes vom 1. Oktober 1973 ein Baudenkmal, die Akten-Nummer lautet D-1-80-117-306.
Allgemeine Angaben Der Volkstrachtenverein Garmisch errichtete im Jahr 1952 für alle Gefallenen und Vermissten des Zweiten Weltkrieges die Kriegergedächtniskapelle Garmisch. Sie liegt auf einem Plateau nordwestlich von Garmisch-Partenkirchen am Fuße des Kramers. Oberhalb befindet sich die Berggaststätte St. Martin. Von der Kapelle aus reicht der Blick vom Wank im Osten bis zur Zugspitze im Südwesten.
An jedem zweiten Sonntag im Oktober findet vor der Kapelle ein Gottesdienst zum Gedenken an die vermissten und gefallenen Vereinsmitglieder und Garmischer Bürger statt.
Beschreibung Den Kegeldachbau mit Umgang und campanileartigem Zeltdachturm entwarf Hanns Ostler. An den Außenwänden des Kapellenumgangs sind zahlreiche Gedenk- bzw. Votivtafeln mit Fotos der gefallenen Soldaten.angebracht. Votivtafeln gehören allgemein zur Symbolik bei Wallfahrten, sie werden bisweilen jedoch auch bei Kriegerdenkmälern verwendet, so auch hier.
Im Innenraum steht eine große Pietà aus Holz. Rechts und links von ihr sind an der Wand Namen und Daten der Gefallenen und Vermissten des Zweiten Weltkriegs vermerkt. Vor der Pietà befindet sich ein angedeutetes Feldgrab, auf dem ein Birkenkreuz und ein Stahlhelm angebracht sind. Die Szene wird von Feldsteinen und Moos eingefasst.
Besondere Vorkommnisse mini|Hinweistafel des Vereins zu den Verwüstungen im Mai 2006 an der Kapellenaußenwand In der Nacht vom 13. zum 14. Mai 2006 verwüsteten Unbekannte die Gedenkstätte. Unter anderem zerstörten sie zahlreiche Namenstafeln und beschmierten die Wände. Die Kriegergedächtniskapelle konnte jedoch mit Hilfe von Spendengeldern kurze Zeit darauf wieder renoviert werden. Als Reaktion auf die Verwüstungen brachte der Verein an der Kapellenaußenwand eine Hinweistafel an, auf der er klarstellte, dass die Gedenkstätte nicht der Verherrlichung von Kriegen dient, sondern der Mahnung, mit welchem Leid Kriege verbunden sind.
Für Aufregung sorgte auch der Garmisch Girls Calendar 2012. Ein Kalenderbild präsentierte zwei junge Mädchen in kurzen schwarzen Kleidern vor der Gedächtniskapelle. Der Vorsitzende des Trachtenvereins zeigte sich erschüttert, dass ohne Erlaubnis dieser Ort des Gedenkens dafür gewählt wurde. Für den Herausgeber des Kalenders symbolisierten die Mädchen trauernde Witwen. Weitergehende Schritte wurden seitens des Vereinsvorstands in den Raum gestellt.
Siehe auch Liste der Baudenkmäler in Garmisch-Partenkirchen
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Kapelle im Landkreis Garmisch-Partenkirchen Garmisch-Partenkirchen Kriegergedachtniskapelle Kategorie:Baudenkmal in Garmisch-Partenkirchen Garmisch Kategorie:Erbaut in den 1950er Jahren Kategorie:Gedenkstätte des Zweiten Weltkriegs in Bayern Kategorie:Kirchengebäude in Europa